Schlagwort-Archive: UK

You never walk alone?

Ich bin heute Abend nicht viel weniger fassungslos als ich es heute Morgen war, als ich aufwachte, auf meinem Smartphone etwas las von „knappe Entscheidung“, klar mit einem knappen „Remain“ gerechnet hatte und aus allen Wolken gefallen war.

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem ich das Vereinigte Königreich verlassen habe, hat das Vereinigte Königreich jetzt uns verlassen. Oder zumindest dafür gestimmt, möglichst bald „AdiEU“ zu sagen. Ich kann es wirklich nicht glauben und bin gleichzeitig wütend und traurig. Und ich fühle mit all meinen britischen Freunden, die das definitiv verhindern wollten und heute Morgen Dinge wie „Please stop the world – I want to get off“ und „I’ve never been more ashamed of being British than I am today“ gepostet haben. 

So viel zu you never walk alone und europäischen Werten. Wie irgendein Mensch im Internet zynisch von sich gab: „Wer hätte gedacht, dass die Briten länger in der EM bleiben würden als in der EU?“ Wenn das mal nicht auch das Ende des großen, Vereinigten Königreichs bedeutet (die Schotten haben’s ja schon vorher angekündigt, dass es Konsequenzen haben wird, und die Nordiren haben auch klar für ein Verbleiben in der EU gestimmt). 

Mir fällt dazu nicht mehr viel ein. Great Britan isn’t really that great anymore.
Oder wie J.K. Rowling es formulierte:

Bildschirmfoto 2016-06-24 um 23.06.03

Tja. Da bleibt uns wohl nicht mehr viel übrig, als unserem Auswärtigen Amt in den Pub zu folgen…

Bildschirmfoto 2016-06-24 um 23.06.18

Das Problem mit „Und, wie war’s?“

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, wo ich anfangen soll. Und wo der Beitrag so richtig hinführen wird.
Meine Stimmung ist mies, ein kleines größeres bisschen sentimental, melancholisch und vor allen Dingen nostalgisch. Nicht zuletzt hängt das mit dem Datum zusammen, denn Daten sind etwas, das sich mir immer ins Gedächtnis einbrennt, und dementsprechend haben jene auch eine recht große Macht über mich, weil ich ständig über die Bedeutung des jeweiligen Tages nachdenken muss.
Vermutlich wird der Beitrag also in aller erster Linie pathetisch. Mit dieser Vorwarnung gibt es hier auch den ‚Read more‘ Cut, denn lustig oder amüsant wird’s heute leider Mal nicht…

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Märchenland Bologna

Ich muss Folgendes gestehen: Ich bin angefressen. Von Bologna, vom Geschwafel der sogenannten „internationalen Vergleichbarkeit“, von all den lieben Märchen, die uns so erzählt werden.

Zugegeben: Bevor ich ins Ausland ging, habe ich mich damit nicht allzu sehr befasst. Ich habe alles hingenommen, und das deutsche System eben als „normal“ angesehen – die Verteilung von ECTS, die elend langen Hausarbeiten, die uns in jedem Fach abverlangt werden, dass jedes Modul außerdem mit einem Referat einherkommt, das man dann gerne noch schriftlich ausarbeiten darf oder wahlweise seitenlange Protokolle schreibt, dass wie in der Schule gar die mündl. Mitarbeit benotet wird – und das generell der Riesennotendruck herrscht, ständig, denn alles zählt und genau das wird uns auch stets ins Gedächtnis zurückgerufen. Das Bachelor/Master-System beinhaltet, dass man am Ende jedes Studienabschnittes, also immer dann, wenn es um einen akademischen Abschluss geht, eine wissenschaftliche Arbeit verfassen muss. All das habe ich so hingenommen – und dank Bologna und dem Geschwafel der internationalen oder doch zumindest inner-europäischen Vergleichbarkeit als ’normal‘ betrachtet, also eben als überall in Europa gültig.

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What Erasmus really is like…

Das Schöne an Erasmus/einem Auslandssemester ist: Man hat eine große, tolle, liebenswerte international community um sich rum, was meistens sehr bereichernd, manchmal aber auch leicht verwirrend sein kann.

So wird es einem nach einiger Zeit des Kommunizierens auf Englisch langweilig – Englisch? Das kann hier ja jeeeder! Lasst lieber mal kreativ werden und die Sprachen wechseln… innerhalb einer Konversation, oder aber auch mitten im Satz! 

Der Alltag sieht also so aus: Überwiegend (sagen wir zu 70%) Englisch, dazu kommen 25% Deutsch und… ja… dann wären da noch 5 sehr amüsante, aber auch verwirrende Prozent.

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Es war einmal ein Pub-Quiz…

Pub-Quizzes sind eine witzige Erfindung. Besonders witzig ist es dann, wenn sich eine Gruppe von vier Menschen mit vier verschiedenen Nationalitäten, von denen keine britisch ist, in einem britischen Pub zum Quiz einfindet.

So waren es einmal eine Amerikanerin, eine Französin, ein Norweger und eine Deutsche, die sich dem britischen Quiz mit einer Menge Cider als Kreativitätsmotor stellten. Wacker gaben sie sich einen lateinischen Namen, um beim Verlesen der Plätze auf jeden Fall für Verwirrung und interessante Aussprache zu sorgen, und los ging’s dann schon.

Die erste Frage: Check! Tinalise glänzte und musste nicht schamlos im Boden versinken: In welchem Land wurde Daimler gegründet? Puhhh. Die englische Aussprache dem Wort Daimler zuzuordnen, hat zwar ein paar Sekunden gedauert, aber dann war das auch schon erledigt. Ehre gerettet, Pflicht erfüllt. Weiterlesen

Shorty: Seltsame (Um-)Wege.

For I’ve always wanted to learn French but never really had the right opportunity or leisure to do it properly, I spontaneously signed up for a French class yesterday (and even surprised myself by doing that). 

Apparently, I had to move to the UK first to finally bring myself to sign up for French… even though there are some French people in my family back home. And even though I also have a French teacher in my family back home. Oh the irony… please don’t call me crazy. Thanks.