Schlagwort-Archive: Überforderung

What Erasmus really is like…

Das Schöne an Erasmus/einem Auslandssemester ist: Man hat eine große, tolle, liebenswerte international community um sich rum, was meistens sehr bereichernd, manchmal aber auch leicht verwirrend sein kann.

So wird es einem nach einiger Zeit des Kommunizierens auf Englisch langweilig – Englisch? Das kann hier ja jeeeder! Lasst lieber mal kreativ werden und die Sprachen wechseln… innerhalb einer Konversation, oder aber auch mitten im Satz! 

Der Alltag sieht also so aus: Überwiegend (sagen wir zu 70%) Englisch, dazu kommen 25% Deutsch und… ja… dann wären da noch 5 sehr amüsante, aber auch verwirrende Prozent.

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Die Statistik meines persönlichen Schreckens

In Anlehnung an diese Statistik hier habe ich mal eine ganz persönliche Statistik aufgestellt, die mich schier zur Verzweiflung getrieben hat… Und die, anders als beim Herrn  \pi\  x r², überwiegend zukunftsbezogen ausfällt. Die durchgestrichenen Punkte beziehen sich auf die vergangenen vier Wochen. Weiterlesen

Endstation Irrenhaus

Hausaufgabenstunde. Ich betrete den Raum und kann mich gerade noch wegducken, um einem fliegenden Kugelschreiber auszuweichen, der mich sonst fast am Kopf getroffen hätte. Dilara fängt an zu quieken: „Oha soooooooorryy Frau Studi, war voll keine Absicht, ich hab‘ net gewusst, dass Sie gleich reinkommen! Ich wollt Mülleimer treffeeeen!“ 

Gut. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich das Mülleimerspiel hasse? Nein? Dann sei dies hiermit nachgeholt. Das normale Programm abspulend („Tarkan, setz dich hin – nein Johannes, du kannst jetzt nichts essen – Luca, hör auf, mit deinem Geodreieck auf Latife zu zielen – Emanuel, das kannst du Ali immer noch in der Pause erzählen – Kemal, wie wär’s eigentlich, wenn du mal deine Sachen auspacken und anfangen würdest? […]“), bekommen wir irgendwie die ersten Minuten rum. 

Mikael steht plötzlich auf, läuft zur Tafel. „Äh, was hast du vor?“ Große Kinderaugen gucken mich an. „Ähhh, keine Ahnung! Wollt irgendwie… an Tafel malen oder so!“ – „?!? Nee, jetzt wird nichts an die Tafel gemalt. Setz dich wieder auf deinen Platz!“ Mikael schlurft beleidigt von dannen.

Zwischen Joshua und Dilara entbrennt die übliche Dauerschleifendiskussion. „Alda, du bist so dumm ey, guck dich doch mal aaaan!“ – „Heheheehhe nein ich bin mal gaaaar net dumm hihihihi hallo guck dich doch mal du Opfaaa, wenn einer dumm is, dann ja wohl duhu!“ – „Ohhhhne Witz, allein wie du lachst ey! Du bist so dumm!“ – „Ü-BER-HAUPT net, was laaaaabasch‘ du? Du bis‘ dumm! Du bis‘ viel dummer als ich!“ – „Dümmer“, seufze ich leise vor mich hin, stehe auf und versuche irgendwie, das Ganze zu unterbinden. Während ich mich um die beiden „dumm“ und „dummer“ kümmere, fängt Alwin an zu singen. Ich, gereizt: „Alwin! Hör auf zu singen!“ – „Abba wiesooooo, Frau Studi?!“ – „Weil’s nervt!“ – „Abba ich kann mich so viiiiiiel besser konzentrieren! Gucken Sie, ich hab‘ schon drei Sätze mehr geschrieben, seit ich singe! Krass, gell?“ Weiterlesen

Die Sache mit der Überforderung…

Kennt das jemand, wenn man allein schon in der mentalen Vorbereitung dessen, was man alles noch vor sich hat, ein Gefühl der kompletten Überforderung erlebt und nahezu schon mal vorsorglich in Depressionen verfällt? Nein? Glück gehabt! Doch? Welcome to the show!

Um die geneigten Leser mal up to date zu bringen: Ja, ich habe das geschafft, was vor ein paar Wochen noch unmöglich ziemlich schwierig erschien: Ich habe einen der heißbegehrten Erasmus-Plätze für ein Auslandssemester in Großbritannien ergattert. Yay! [Kurze Freudenschreie an dieser Stelle erwünscht.]

Abgesehen davon, dass ich an die 2428468. Luftsprünge (mindestens) gemacht habe und vor Freude tatsächlich geschluchzt habe wie ein kleines Baby den Tränen, äh, sehr nahe war (hatte was im Auge!), ist mir soeben auch mal so richtig deutlich geworden, dass das nicht nur abnormal viel Geld, sondern vor allem auch megamäßig viel Zeit für’s/im Studium kostet. Nämlich, wenn man Pech hat, erkennt die herzallerliebste „Wir sind Deutschland und wir sind geil, weil in der Bildung mega elitär und so“ Uni direkt mal gar nichts von den Studienleistungen im Ausland an, weil das ja „unter den deutschen Anforderung“ liege. Soso. Wenn alles tiptop läuft, bekommt man immerhin sage und schreibe zwei bis drei Kurse anerkannt (aber nur, wenn man vorher die Briten belabert, dass man gerne mehr leisten möchte, als von der britischen Uni gefordert, bitteschön!). Nun denn. So far, so good. 2-3 Kurse kommen aber nun mal nur auf 14-15 Credit Points bzw. auf null, wenn die Uni sich querstellt, und das ist dann eben doch ein ganzes Stück von der Richtzahl 30 entfernt. Dies resultiert in genau zwei möglichen Konsequenzen: a) ein Semester draufpacken, dann noch evtl. Examensverzögerungen, mit denen immer zu rechnen ist, miteinberechnen… und ein ganzes Jahr Zeit verlieren. Oder b) richtig ranklotzen, um den Credit-Point-Verlust in anderen Semestern auszugleichen. Jaaa, gut, braucht man jetzt nicht allzu lange zu überlegen, was mir näher liegt…

Weil es an einem Freitagabend ja ohnehin nichts Schöneres zu tun gibt (*hust*, Verzeihung, verschluckt), als sich der lieben Zukunftsplanung zu widmen, verschlang ich also die wundervolle Lektüre der Prüfungsordnung… und arbeitete einen Schlachtplan aus. Demnach wird mein Wintersemester, sofern stundenplantechnisch machbar, 45 Credit-Points enthalten…. fhshfoshfhww (sorry, ich bekam grade einen kurzen Hyperventilationsanfall). Die weiteren Semester werden dann auch nicht viel spaßiger werden, so mit 38-42 Credit-Points. Tja. Und dann nebenher noch schön arbeiten gehen. Lasst es mich einfach so sagen: I’m not planning on having a life in the following years.

Und zum netten Abschluss des Ganzen noch eines der Lieblingszitate, das man ständig an den Kopf geworfen bekommt, dieses Mal aus dem Freundeskreis stammend: „Ach, ihr Lehrämtler habt ja ohnehin nichts zu tun. So ein chilliges Leben hätt‘ ich auch mal gern.“ Amen.