Schlagwort-Archive: Schule

Nachtrag Grundschulbeitrag: Von nicht ganz so ehrlichen Angeboten

Nachdem unser Personalrat das heiß diskutierte Angebot des Kultusministeriums eingehend unter die Lupe genommen und geprüft hat, wurde uns jetzt davon abgeraten, das Angebot in Erwägung zu ziehen, so wir uns keine langfristige Beschäftigung an der Grundschule vorstellen können.

Zum einen würde der Personalrat gerne das kleine Wörtchen mindestens fett und unterstrichen sehen, weil das schon darauf hindeutet, dass es mit der Versetzung nach vier Jahren womöglich kritisch aussieht.
Zum anderen ist die Formulierung Einstellung im gymnasialen Lehramt wohl so zu verstehen, dass man zwar mit Gymnasialbesoldung eine Stelle erhalten soll, aber nicht zwangsläufig an der Schulform des allgemeinbildenden Gymnasiums, sondern evtl. an einem beruflichen Gymnasium oder einer Gemeinschaftsschule.

Das ist ja nun per se nicht schlimm – Hauptsache A13, würden manche sagen. Aber der Fairness halber sollte man das schon auch deutlich so benennen, wenn man den Leuten schon das Angebot macht. Es wäre schon schön, wenn die Leute deutlich gesagt bekämen, worauf sie sich einlassen, und nicht dem Irrtum unterlägen, nach vier Jahren eine Planstelle am Gymnasium versprochen zu bekommen, wie die meisten das verstanden haben.

Im letzten Jahr war die Zahl derer, die ein ähnliches Angebot angenommen haben, übrigens lediglich zweistellig. Es bleibt spannend, wie viele es dieses Jahr sein werden.

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Von „sehr neu[en] und mit Sicherheit auch sehr, sehr gut[en] [Konzepten]“*

Schon seit längerer Zeit, aber besonders intensiv seit gestern wird in so manchen Referendar-Runden und Lehrerzimmern die Idee diskutiert, Gymnasiallehrer in die Grundschulen zu schicken, um den Lehrermangel in der Primarstufe mit potentiellen Arbeitslosen in den Sekundarstufen zu kompensieren. 

„Sehr, sehr gut“ findet das in meinem Umfeld niemand. Die Kultusministerin aber schon.
Gestern gab es nicht nur ein Radiointerview dazu, sondern auch noch ein schickes offizielles Schreiben, das sich an die (künftigen) Gymnasiallehrer unseres Bundesland richtete. (Dieses ist über Google übrigens recht leicht zu finden, verlinken möchte ich das unsägliche Ding höchst ungern.)

Das Schreiben beginnt so schön erbaulich mit einem Absatz zu über 2.000 Bewerberinnen und Bewerbern, die am Gymnasium vor allem mit den Fächern Deutsch, Englisch (*meld*), Geschichte und Spanisch keine Stelle erhalten haben – eine Situation, die sich „in der Einstellungsrunde 2018 weiter verschärfen [wird]“. 

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Das Referendariat: Baden-Württemberg (GYM)

Da Lotta die Idee hatte, eine Übersicht über den bildungsföderalistischen Dschungel zu erstellen, was das Referendariat angeht, schreibe ich hier meinen Gastbeitrag über das Ref in Baden-Württemberg (oh the joy).

Wer sich durchquälen möchte, darf gerne weiterlesen. 😉

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Shorty: Frau Studi, die Nonne

Bei den Fünfern.

Miriam: „Frau Studi, ich hab da mal noch ne Frage.“

Tinalise: „Was denn?“

„Interessiert mich voll. Wollen Sie heiraten?“

„Öhm… wird das ein Antrag?“

„Hihi, nein, so ganz allgemein.“

„Nee, eigentlich nicht.“

Tim: „Oha, sind Sie ne Nonne? O_O“

Seval: „LEUTE!!! FRAU STUDI IST NE NONNE!!!“ 

Reform der Reform zur Prä-Reformzeit

Neulich habe ich mich über diesen Beitrag amüsiert. Baden-Württemberg möchte also zurück zu den Leistungsfächern, was ich wirklich nur begrüßen kann – dieser seltsame Mischmasch von vierstündigen Kursen, die irgendwo zwischen dem, was ich als Grundkurs und dem, was ich als Leistungskurs verstehe, schweben, ergibt für mich wirklich nicht viel Sinn.
Amüsant fand ich, dass ich aus einem Bundesland komme, in dem es drei „Intensivkurse“ à fünf Wochenstunden gibt, was an meiner baden-württembergischen Uni immer eher belächelt wurde, obwohl ich das System wirklich sinnvoll finde (…und mich dieses System, mal ganz am Rande, hervorragend auf das Studium vorbereitet hat!). Und siehe da, plötzlich gilt das als „neues Konzept“, nun denn. 

Ich bin gespannt auf Ende Juni, da soll der Vorschlag angeblich stehen. Nach all den Reformen klingt das doch ein bisschen nach back to the roots – die CDU BaWü spricht wieder von Leistungsfächern; an einer Schule, die sowohl G8 als auch G9 anbietet, gab es neulich ~180 Anmeldungen für G9 und noch ganze fünf für G8. Vielleicht kommt hier auch irgendwann der Vorschlag um G8 1/2 auf und alle sind ganz aus dem Häuschen? 😉

Es bleibt spannend. 

Shorty: Webkamm.

„Frau Studi, was ist ein Webkamm?“, fragt Michael. 

„Öhm, ein was?“

„Webkamm! Das steht hier. Und ich muss ein Attribut dazu finden, aber das kann ich ja nicht, wenn ich nicht weiß, was das ist. Also webt man jetzt damit oder kämmt man damit?“

„Ähm, ich schätze mal, man webt?! Aber… lass mal sehen, was da im ganzen Satz steht…“ (Wieso zur Hölle sollten Sechstklässler zu so einem Wort ein Attribut finden!?)

Ich stehe auf, aber noch bevor ich Michael erreiche, lacht Sven, der neben ihm sitzt, laut auf. „Du bist so ein Idiot!“, ruft er. „Frau Studi, Sie können sich auch wieder hinsetzen. Da steht nicht Webkamm, da steht Webcam.