Schlagwort-Archive: Fünftklässler

Backpfeifen.

In der 5a sind zwei richtig nervige Cousins. Sie nerven auf unterschiedliche Art und Weise:

Adam nervt einfach so, wie man sich das vorstellt. Er spielt den Klassenclown, er ist immer laut, er sammelt fleißig Einträge in seinem Hausaufgabenheft, die von den Eltern unterschrieben werden müssen. Er ist kein guter Schüler, aber das versucht er mit Frechheit zu kompensieren, um seinen sozialen Status innerhalb der Klasse aufrecht zu erhalten. Er gehört zu den Kindern, die Opfer der nicht bindenden Grundschulempfehlung geworden sind, denn er wird den gymnasialen Anforderungen nicht ansatzweise gerecht (eine Problematik, die auch Frau Henner genauer erörtert hat) und obwohl er eigentlich ein richtig netter Junge ist, mündet seine Überforderung in Verhaltensauffälligkeit.

Julius hingegen ist eher die arrogante kleine Nervensäge. Er schreibt gute Noten und ist wohl – für sein Alter – sehr belesen, kennt zigtausend Rekorde auswendig („Wenn deine Oma wirklich 104 wäre, würden ihr trotzdem noch 18 Jahre fehlen, um einen Rekord als älteste Frau zu erreichen!“) und konsumiert scheinbar überdurchschnittlich häufig „Galileo“, was er auch gerne mehrmals erwähnt. Darüber hinaus ist er unfassbar laut – denn er muss ja kundtun, was für eine gute Note in welchem Test er letztens wieder geschrieben hat, wer gerade mal wieder versucht, von ihm abzuschreiben, weil er ja so klug ist oder wie doof alle anderen sind. 
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Die Spitze vom (Eis-)Berg

Spätestens seit Bastian Sick wissen wir alle: Der Genitiv verschwindet in unserer Sprache immer mehr, gefordert wird er meist nur noch in der Schriftsprache. Was auch der Grund ist, weshalb ich des Öfteren schräg angeschaut werde, wenn ich etwas sage wie: „Am Freitag ist aber keine Schule.“ – „Warum?“ – „Na, wegen des Feiertags.“
Sowohl in der Schule als auch im Privatleben ist es mir nicht selten untergekommen, dass irgendein Schlauberger daraufhin feixend sagt: „Aber das heißt doch wegen dem Feiertag! Und ich dachte, du studierst Germanistik!“, woraufhin ich mich immer schreiend und mit den Beinen strampelnd auf den Boden werfe und in Tränen ausbreche, versteht sich.

Ein Problem, das mit dieser Entwicklung einhergeht: Wie zum Teufel bringe ich Kindern, in deren Vokabular der Genitiv kaum mehr eine Rolle spielt, bei, was der Genitiv eigentlich ist und wieso man ihn zumindest im Schriftdeutschen verwenden sollte? Weiterlesen

Shorty: Klassenstatistik

Die 5c erstellt für Mathe lustige Statistiken zu ihrer Klasse („Wie viele Kinder haben einen Computer?“, „Wie viele Kinder können Ski fahren?“ usw.).

Mehmet: „Timooo, wir haben keine 5 Linkshänder in der Klasse! Wir haben nur 4!“

„Neee, wir haben eindeutig 5!“

„Zähl mal? Alicia, Manuel, Sarah, Fatma und!?“

„Herr F. natürlich!“

Shorty: Tinalise und die Schule

Fünftklässler. 

Erkan: „Frau Studiiiii? Waren Sie eigentlich auch auf der Tinalise-Schule?“

„Ja, Erkan, war ich.“

*Fünfis beginnen zu tuscheln* 

„Und Frau Studi, wie lange sind Sie jetzt schon da?“

„Da? Wie meinst du das? An der Schule? Öh, als Schülerin oder wie lange ich hier schon arbeite? Hm, also, ich war eben 9 Jahre lang Schülerin hier. Und ja, seit so anderthalb Jahren arbeite ich auch an der Schule.“

Tim, der nur mit halbem Ohr zuhört: „Waaas? Sie sind schon an der Schule, seit Sie 9 sind?! Das ist aber schon arg lange, Frau Studi!“

*seufz*

*Getuschel*

„Frau Studi!!! Wenn Sie auch mal Schülerin hier waren… also… dann ist es ja möglich, dass Sie auch mal Herrn W. als Lehrer hatten, oder?“

„Ja, das ist nicht nur möglich, das war sogar tatsächlich so.“

Tim, nun noch wesentlich irritierter: „Aboooo, Frau Studi! Häää? Sie waren mal die Lehrerin vom Herrn W.?“

[Anm: Ja, so war das. Herr W. ist doppelt so alt wie ich. Ich muss sagen, in Erdkunde war er wirklich ein guter Lehrer Schüler. Nur an seinem Schriftbild hätte er mal arbeiten können… 😉 ]

Auf ein Neues!

Zack, und ich bin wieder voll drin – sowohl in der Uni, als auch in der Schule.

Während es in der Uni immense Anlaufschwierigkeiten für das neue Semester gegeben hat und ich ein Seminar gekickt habe, bevor es überhaupt richtig los ging, lief in der Schule alles relativ schnell wieder „normal“ ab – zumindest so „normal“, wie man es eben gewohnt ist. 😉

Meine Erkenntnis zum Freitag: Fünftklässler sind wirklich so süüüüß, wie alle immer sagen! Weiterlesen

Shorty: Früh übt sich…

Kurz nach Schulschluss bei den Fünfern.

Max: „Frau Studiiiiiiiii! Haben Sie sich schon gefragt, warum der Johannes und die Lea sich so gut verstehen? Jaaa, ham Sie bestimmt, oder?!?!?“

Äh, also… eigentlich nicht.

Johannes: „Oh näääää, Max! Nicht verraten ey! Nääää!“

Lea grinst.

„Neeeheeee!“

Meine Güte. Nicht schon wieder ein Fünftklässlerpärchen. Was zur Hölle ist los mit den Kiddies?!

„Der Johannes und die Lea! Diiiie siiiiind nämlich … ZUSAMMÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄN!“

Na hallelujah. Also doch. Und diese Kinder sind… 2003 geboren. Ich wiederhole: Hallelujah!

„Maaaaan, Max eyyyyy! Komm Lea, wir gehen jetzt!“

Lea: „Johannes, du darfst mir meine Schulbücher zu meinem Spind tragen.“
Johannes
bewegt sich keinen Zentimeter.
Leas Miene verdunkelt sich. „Das war Ironie und bedeutet: Du musst mir meine Schulbücher zum Spind tragen.“