Schlagwort-Archive: Französisch

Von Integration II

Vor einem halben Jahr schrieb ich schon mal von unseren Flüchtlingskindern. Ich muss sagen, dass sie mit die angenehmsten Schüler sind, die mir an der Tinalise-Schule unterkommen. Sie begegnen mir (bzw. den Lehrkräften generell) mit Respekt, sie hören auf das, was man ihnen sagt, sind stets freundlich und bedanken sich sogar für den Unterricht. Ich habe keinerlei negativen Erfahrungen mit ihnen gemacht, und das meine ich ganz ehrlich. Ich mag die Kinder unheimlich gerne.

Deshalb ist es für mich kein Problem, in einer Stunde doppelte Aufsicht zu führen. Die Lehrerin, die am Nachmittag die ganzen Kids aus den unterschiedlichen Klassenstufen zusammenpfercht, um Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, hat ein Gespräch mit dem Schulleiter, und da ich meine Sechser im Klassensaal nebenan hüte, bekomme ich die Aufsichtspflicht übertragen. Mit manchen Klassen an dieser Schule wäre es der blanke Horror (ausnahmsweise mal keine Übertreibung), denn die verhalten sich schon schwierig, wenn eine Lehrkraft im Raum ist. Sowohl mit den Sechsern als auch mit der Flüchtlingsklasse ist das aber kein Thema. 

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Vokabellernmethoden…

Achja. Reizenderweise hat mich die Chefin überredet, trotz Praxissemester doch noch im Nachhilfe-Institut auszuhelfen. Und ich habe mich erweichen lassen – warum nochmal?! Achja, weil ich solche Äußerungen, die mich den letzten Nerv kosten, total vermisst habe.

Achte Klasse, Hauptschule, Englisch. Schülerin soll Vokabeln lernen. Tina sagt: „Aber auch die Sätze!“ Schülerin murrt. Schülerin sagt, dass sie nie die Sätze lernen muss. Reicht ja auch, wenn man völlig zusammenhangslos einzelne Wörter um sich werfen, diese aber nicht in einen Kontext einbinden kann. Und sowieso kommen in den blöden Sätzen eh immer 90% Wörter vor, die ja eben nicht gerade in den aktuellen Vokabeln sind. Woher soll man die denn dann bitteschön wissen!?

Die Schülerin lernt – mit Widerwllen – die Vokabeln. Die Sätze nicht.
Ich frage die Vokabeln ab, die Schülerin soll sie aber immer erst nennen, und dann noch aufschreiben. „Hä wie jetzt, aufschreiben?! Wieso AUFSCHREIBEN, vallah? Voll unfaiiir!“ – „Aber du musst die Vokabeln doch auch schreiben können. Was bringt dir das denn sonst im Test oder in der Arbeit, wenn du nur weißt, wie man sie ausspricht?!“ – „Schreibung is‘ meinem Lehrer eh voll egal! Der’s froh, wenn irgendjemand irgendwas weiß, was die richtige Vokabel is, so!“ […]
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What Erasmus really is like…

Das Schöne an Erasmus/einem Auslandssemester ist: Man hat eine große, tolle, liebenswerte international community um sich rum, was meistens sehr bereichernd, manchmal aber auch leicht verwirrend sein kann.

So wird es einem nach einiger Zeit des Kommunizierens auf Englisch langweilig – Englisch? Das kann hier ja jeeeder! Lasst lieber mal kreativ werden und die Sprachen wechseln… innerhalb einer Konversation, oder aber auch mitten im Satz! 

Der Alltag sieht also so aus: Überwiegend (sagen wir zu 70%) Englisch, dazu kommen 25% Deutsch und… ja… dann wären da noch 5 sehr amüsante, aber auch verwirrende Prozent.

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Prägende Vorbilder und Faszination Sprache.

Nun, Bob Blume hat zu einer Blogparade zum Thema Lernlust aufgerufen, über die ich eine Weile nachgedacht und meine Schulzeit, aber auch mein Studium ein bisschen reflektiert habe. 

Was war es, das bei mir die Lernlust entfacht hat, das mich dazu gebracht hat, mich immer weiter mit einem Thema zu beschäftigen, bis ich es (zumindest ansatzweise) durchdrungen habe?
Die Antwort, die mir zuerst in den Sinn kam: Die Lehrperson, das Vorbild.

Meine größte Leidenschaft gilt den Sprachen, insbesondere der englischen. Und das ist schon sehr lange so, nämlich irgendwie schon seit ich mich zurückerinnern kann an die Anfänge des Fremdsprachenlernens, Klasse 5.
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Von Frustrationstoleranz und Geduld.

Erst neulich ist mir aufgefallen, wie stark unterschiedlich Lerntempi innerhalb einer Gruppe wirklich sein können. Dass manche Menschen eine schnellere Auffassungsgabe haben als andere und man außerdem unterschiedliche Begabungen bzw. Talente für diverse Fachgebiete aufweist, ist mir klar – ich habe die letzten 20+x Jahre ja nicht hinter dem Mond gelebt. 

Dennoch habe ich als Schüler nie so stark darauf geachtet, wie unterschiedlich Lerntempi wirklich sein können, weil ich nie mein Augenmerk darauf gelegt habe. Klar habe ich mitbekommen, dass ich in den Sprachen viel schneller verstanden habe, wie man eine gewisse Zeit bildet oder so, und dass es in Mathe bei mir viel länger gedauert hat, bis es klick gemacht hat in Sachen Termumformungen und Ähnlichem. 

Der springende Punkt aber, der mich etwas selbstkritisch nun wieder an meiner Geduld und meiner Frustrationstoleranz zweifeln lässt, wurde mir in meinem Französischkurs offenbar.
Achtung: Es geht mir keineswegs darum, mich irgendwie als besonders toll oder ähnliches darzustellen, ich schreibe das Szenario nur nieder, um letztlich darauf zu kommen, was ich unter Selbstreflexion verstehe. Weiterlesen

Shorty: Seltsame (Um-)Wege.

For I’ve always wanted to learn French but never really had the right opportunity or leisure to do it properly, I spontaneously signed up for a French class yesterday (and even surprised myself by doing that). 

Apparently, I had to move to the UK first to finally bring myself to sign up for French… even though there are some French people in my family back home. And even though I also have a French teacher in my family back home. Oh the irony… please don’t call me crazy. Thanks.