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Shorty: Webkamm.

„Frau Studi, was ist ein Webkamm?“, fragt Michael. 

„Öhm, ein was?“

„Webkamm! Das steht hier. Und ich muss ein Attribut dazu finden, aber das kann ich ja nicht, wenn ich nicht weiß, was das ist. Also webt man jetzt damit oder kämmt man damit?“

„Ähm, ich schätze mal, man webt?! Aber… lass mal sehen, was da im ganzen Satz steht…“ (Wieso zur Hölle sollten Sechstklässler zu so einem Wort ein Attribut finden!?)

Ich stehe auf, aber noch bevor ich Michael erreiche, lacht Sven, der neben ihm sitzt, laut auf. „Du bist so ein Idiot!“, ruft er. „Frau Studi, Sie können sich auch wieder hinsetzen. Da steht nicht Webkamm, da steht Webcam.

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Von Liebesbriefen

Also, langsam beginne ich, mich alt zu fühlen, wenn ich sage: Zu unserer Zeit war das irgendwie noch alles anders. In der sechsten Klasse fanden wir Jungs eklig, was auf Gegenseitigkeit beruhte, und es war schon eine Zumutung, neben einem Exemplar des anderen Geschlechts sitzen zu müssen.

Heute schreiben die Sechstklässler Liebesbriefchen. Und auch hier hat sich etwas Entscheidendes geändert: Während sowas bei uns – wenn überhaupt – klammheimlich geschah, wird das heute aus unerfindlichen Gründen vor der gesamten Klasse demonstriert. Warum? 

Erstens hätte ich mich – obgleich ich gestehen muss, niemals einen Willst du mit mir gehen? Brief geschrieben zu haben (hab‘ ich da was verpasst?) – in Grund und Boden geschämt, wenn das irgendwer mitbekommen hätte. Zweitens kann man dadurch als Lehrperson nicht mal so tun, als hätte man es nicht mitbekommen (Mensch!), weil sich die ganze Klasse darauf stürzt, wenn Vanessa demonstrativ zu Tom läuft und ihm feierlich den Brief überreicht. Nochmal: Warum?

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Von Aussichten und Optionen

Frau Henners Post bringt mich ins Grübeln. Nicht, weil ich vorher die Tendenzen nicht gekannt hätte oder gänzlich blauäugig damals ins Studium gestartet wäre, in der Annahme, dass Lehramt „ein sicherer Job“ sei, wie man das so oft außerhalb hört. Nein, das nicht. Ich wusste, dass es nicht rosig aussieht, schon gar nicht hier im Süden, ich wusste, dass es nicht einfach werden würde und dass man sich im Studium reinhängen muss (…obwohl ich Menschen, die im Studium 4 gewinnt spielen oder sich mit einer 2,7 zufrieden geben, sowieso noch nie verstanden habe, unabhängig von individuellen Jobaussichten). 

Nun sind das aber sehr genaue Zahlen, die Frau Henner da freundlicherweise zusammengestellt hat. Schwarz auf weiß, wie viele Bewerber es hier tatsächlich für wie viele Stellen gab und bis zu welcher Note eingestellt wurde. 936:80 (Deutsch) und 826:90 (Englisch) sind für mich da die relevanten Zahlen. Und die Durchschnittsnote 1,7 als Grenze.

Bisher war es immer so, dass ich die Hoffnung hatte, wenn man nur gut genug ist und das wirklich will, dann muss es schon irgendwie klappen. Auch in Süddeutschland. Aber so wirklich sicher bin ich mir da gerade nicht mehr. 1,7, das ist eine Zahl, die zumindest in unserer Prüfungsordnung ziemlich illusorisch ist. Ich bin ziemlich gut in der Uni, das kann ich schon sagen. Und trotzdem weiß ich, dass eine 1,7 als Durchschnitt aus erstem und zweitem Staatsexamen nahezu nicht machbar ist. Klar, man muss jetzt sehen, dass die diesjährigen Zahlen sich überwiegend auch noch auf das „alte“ Staatsexamen bezogen haben, denn von den Leuten, die jetzt auch mit dem Ref durch sind, werden nicht allzu viele erst nach 2009 gestartet sein. 

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Von den Tücken des Staatsexamens.

An meiner Uni gibt es noch einen aussterbenden Studienabschluss, zumindest, was das Lehramt anbelangt. Die Juristen und Mediziner dürfen es vermutlich noch eine Weile behalten, fürs Lehramt sind die Zeiten bald vorbei. Ich studiere aber schon so lange bin aber noch früh genug in der Uni gelandet, um es noch machen zu dürfen: Das gute alte Staatsexamen.

Naja. So ganz stimmt das nicht. Es ist nicht mehr das gute alte Staatsexamen, bei dem man noch Examensklausuren schrieb und die Noten aus der Scheine-Sammlerei-Zeit nicht zählten. Wir sind reformiert, modularisiert – bei uns zählt alles, es gibt keine Sitzscheine, und das Examen wird hochkomplex berechnet (vereinfacht gesagt: alles, was man so zusammenstudiert, ganz knappe 50%, die Zulassungsarbeit knappe 10%, die mündlichen Abschlussprüfungen in etwa 30%, und das ganze Begleitstudiumsgedöns die letzten 10%). Das hat Vor- und Nachteile. Meiner Meinung nach überwiegen erstere – ich bin froh, dass am Ende nicht alles auf ein paar Tage ankommt und ich fünf Jahre in die Tonne treten kann. Es gibt aber auch Leute, die das anders sehen.

Nun. Und dann gibt es mit diesem schnieken, traditionellen Abschluss noch an die 5000 (Hyperbel) Problemchen, die einem das Leben unnötig schwer machen.
Weil ich Studentin bin, muss ich mich selbstredend darüber aufregen – und mal erklären, wieso es so schwer ist, die Frage(n) „Und wie lange studiert man da so?/Wie lange studierst du noch?“ zu beantworten. Andere arme Säue Menschen, die das liebreizende modularisierte Staatsexamen auch machen dürfen müssen, finden das vielleicht interessant. Master-Absolventen freuen sich vielleicht. Und allen anderen ist es wohl herzlich wurschd, deshalb hier der Cut. 😉 

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Von Integration.

Seit wenigen Tagen haben wir jetzt auch Flüchtlingskinder an unserem Gymnasium. Zwei bis fünf pro Klasse in den Stufen 5 bis 10.

Die Deutschkenntnisse sind sehr unterschiedlich – meist gar nicht vorhanden, manchmal rudimentär. Mit Englisch sieht es schon besser aus, in den meisten Fällen jedenfalls. Einige können sich zumindest verständigen, andere haben ein weit höheres Niveau als die deutschen Schüler. Wenn alle Stricke reißen, können einige unserer Kids immerhin Türkisch – oder eben Arabisch. 

Glücklicherweise ist unser Gymnasium an Pluralismus, was Sprachen und Kulturen angeht, kaum zu überbieten. Fast in jeder Klasse haben wir mindestens ein deutsches Kind mit Arabisch als weiterer Muttersprache, mindestens ein Drittel pro Klasse ist türkisch-stämmig. 

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Shorty: Ain’t no bitch around here anymore

Englisch, Klasse 9.

„…and then the dog disappears. She’s just not there anymore in the morning.“

Herr P.: „She? Is she a bitch?

*allgemeines Gelächter*

„I’m serious, guys. A bitch is a female dog.“

*schreibt an*: One morning, Bill’s…

„I’m really tempted to write ‚One morning, Bill’s bitch had mysteriously disappeared.‘ on the board now. I’m not sure your parents would approve though…“

Shorty: Scio nescio.

„Can I ask it in German?“

„No, Manuel. Try English first!“

„…but… I caaaan’t…“

„Which word are you lacking? You can ask me for the word you need, and then you can ask the question in English…“

„… but… but I don’t know!“

„Which word do you need?“

„I don’t know!“

„Well, which German word is it that you don’t know in English?“

with a lot of despair in his voice:
„I DON’T KNOW WHAT WHICH WORD I DON’T KNOW!“