Schlagwort-Archive: Begleitstudiumsgedöns

Von den Tücken des Staatsexamens.

An meiner Uni gibt es noch einen aussterbenden Studienabschluss, zumindest, was das Lehramt anbelangt. Die Juristen und Mediziner dürfen es vermutlich noch eine Weile behalten, fürs Lehramt sind die Zeiten bald vorbei. Ich studiere aber schon so lange bin aber noch früh genug in der Uni gelandet, um es noch machen zu dürfen: Das gute alte Staatsexamen.

Naja. So ganz stimmt das nicht. Es ist nicht mehr das gute alte Staatsexamen, bei dem man noch Examensklausuren schrieb und die Noten aus der Scheine-Sammlerei-Zeit nicht zählten. Wir sind reformiert, modularisiert – bei uns zählt alles, es gibt keine Sitzscheine, und das Examen wird hochkomplex berechnet (vereinfacht gesagt: alles, was man so zusammenstudiert, ganz knappe 50%, die Zulassungsarbeit knappe 10%, die mündlichen Abschlussprüfungen in etwa 30%, und das ganze Begleitstudiumsgedöns die letzten 10%). Das hat Vor- und Nachteile. Meiner Meinung nach überwiegen erstere – ich bin froh, dass am Ende nicht alles auf ein paar Tage ankommt und ich fünf Jahre in die Tonne treten kann. Es gibt aber auch Leute, die das anders sehen.

Nun. Und dann gibt es mit diesem schnieken, traditionellen Abschluss noch an die 5000 (Hyperbel) Problemchen, die einem das Leben unnötig schwer machen.
Weil ich Studentin bin, muss ich mich selbstredend darüber aufregen – und mal erklären, wieso es so schwer ist, die Frage(n) „Und wie lange studiert man da so?/Wie lange studierst du noch?“ zu beantworten. Andere arme Säue Menschen, die das liebreizende modularisierte Staatsexamen auch machen dürfen müssen, finden das vielleicht interessant. Master-Absolventen freuen sich vielleicht. Und allen anderen ist es wohl herzlich wurschd, deshalb hier der Cut. 😉 

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Schon wieder von Kommilitonen.

Langsam überlege ich mir, eine eigene Kolumne daraus zu machen. „Von dreisten oder einfach schlicht dämlichen Kommilitonen“ oder so. Und wieso wirke ich eigentlich wie ein Magnet auf ebenjene? Habe ich irgendwie Depp für alles oder ask me anything auf meine Facebookprofil-Stirn tättowiert? 

Letztens, kurz vor Mitternacht (!).

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Shorty: Die Frage nach dem Sinn.

Oder auch: Vom technischen Versagen einer Uni.

Seit 2 Semestern läuft bei uns an der Uni in Sachen Technik einiges schief. Was ziemlich dämlich ist, wenn man bedenkt, dass sowohl das Einschreiben für die Kurse, als auch Prüfungsanmeldung, Notenspiegel etc. rein elektronisch laufen. Nun denn.

Ein kleiner Favorit der Veranstaltungsanmeldung, der mich ehrlich zum Lachen gebracht hat, weil ich nicht verstehe, wie doof man sein kann:

Bitte nicht nach dem Sinn fragen! Bloß nicht!

Bitte nicht nach dem Sinn fragen! Bloß nicht!

Einfach nur bei dem Quatsch mitmachen, bitte. Und nicht nach dem Sinn fragen.

Schon gar nicht, wenn es sich um (k)ein Philosophie-Seminar handelt.

Samstage in der Uni und so

Tja, also, wenn man schon samstags von 9-18 Uhr in der Uni sitzen muss, sollte man ja irgendwie auch was Sinnvolles dabei lernen.

Also. Hoffentlich. Wäre sonst nämlich irgendwie ziemlich bitter.

Mies gelaunt, weil wegen Samstag, noch dazu zu früh für normale Menschen morgenmufflige Tinas sowie aufgrund einer bescheidenen Einstellung dem Seminar gegenüber (Begleitstudiumgedöns, mit dem man bisher nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht hat und sich nicht nur einmal nach der Praktikabilität und dem Sinn des ganzen gefragt hat, noch dazu nannte sich der Spaß personale Kompetenz, worunter man sich quasi alles und nichts, also eben Begleitstudiumswischiwaschi vorstellen konnte).
Dann dachte sich auch der öffentliche Nahverkehr, dass es eigentlich viiiel zu früh für einen Samstagmorgen sei und es dann doch ganz annehmbar wäre, wenn diverse Bähnelchen einfach ausfielen… Sodass ich am Ende frühsportmäßig aktiv werden musste (örgs!) und zum Bahnhof in Stadt x sprinten musste, um die S-Bahn zur Unistadt zu erwischen, vom Bahnhof derselben ich dann wiederum zur Uni sprinten durfte (Ankunft der S-Bahn im Bahnhof Unistadt: 8:53h. Hervorragend.). Hmpf.
Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal meinen Kaffee intus (!).

Der Morgen war also vollständig im Eimer, die Erwartungen an den restlichen Tagesverlauf nicht rosiger und von meiner Laune wollen wir überhaupt gar nicht erst anfangen. Nee, besser nicht.

Dann der große Wendepunkt: Die Seminarleiterin besitzt diese unfassbar wertvolle, aber leider viel zu selten vorkommende Eigenschaft, ein paar Sätze zu sagen, und man schließt sie a) direkt ins Herz und will ihr b) die ganze Zeit zuhören. Uah. Wie macht man das mit dieser Ausstrahlung, wo kriegt man die her und kann ich das mit der schwesterlichen Mastercard bezahlen?! ICH WILL DAS AUCH! *armselig rumquiek und mit dem Fuß aufstampf* Die Frau ist so jemand, dem man das Lehramt als Berufung attestieren würde.
Und ich bin so jemand, den man als total fasziniert und grün vor Neid bezeichnen würde.

Neun Stunden Uni sind, man glaubt es kaum, tatsächlich vergangen wie im Fluge. (Okaaaay, es gab auch 2 Kaffeepäuschen und dann noch eine Mittagspause, aber aber aber… trotzdem!) Und ich habe in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal verstohlen auf dem Schmartphone rumgetippt. ’schwööör! Und ich habe auch sonst niemanden dabei beobachten können, wobei mir sowas eigentlich nie entgeht (da bin ich Profi!), aber vielleicht war ich auch wirklich zu sehr auf die Seminarinhalte konzentriert. Aber hey, jeder weiß doch, was das heutzutage heißt, wenn in so vielen Stunden am Stück niemand auf dem Schmartphone rumtippt… Chapeau, Frau Seminarleiterin!

Im Übrigen hab‘ ich auch tatsächlich, ganz doll wirklich das Gefühl, was gelernt zu haben. Fühlte sich an wie die erste und einzige sinnvolle Veranstaltung seit meinem Seminar bei einer ebenfalls-Lehrerin-aus-Berufung-Dozentin in Fachdidaktik Deutsch. Und dabei könnte ich nicht mal groß Inhalte wiedergeben, was ich denn nun so Neues erfahren habe… Aber irgendwie hat der Seminartag was mit mir gemacht, keine Ahnung, was (#Artikulationsloch), sodass ich das Gefühl habe, ein paar brauchbare Dinge dazugewonnen zu haben. Ich bin gespannt auf die folgenden zwei Samstage, und ja, ich freue mich tatsächlich sogar darauf, diese in der Uni zu verbringen. Irgendwie ein bisschen upgespacet.

Achja: Einen Lerninhalt kann ich doch artikulieren. In Bezug darauf, dass man sich die persönlichen Stärken immer vor Augen halten sollte, sagte die Seminarleiterin, und das meinte sie ganz ernst: „Es ist ja schon was wert, wenn es Ihre Stärke ist, gut schlafen zu können. Jaha, lachen Sie mal nicht, im Ernst jetzt. Das ist verdammt viel Wert, wenn man das kann.“ Tja. Ich hab‘ die coolste Stärke überhaupt 8) – und ich sag doch, die Frau ist sympathisch. 😉