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Von Liebesbriefen

Also, langsam beginne ich, mich alt zu fühlen, wenn ich sage: Zu unserer Zeit war das irgendwie noch alles anders. In der sechsten Klasse fanden wir Jungs eklig, was auf Gegenseitigkeit beruhte, und es war schon eine Zumutung, neben einem Exemplar des anderen Geschlechts sitzen zu müssen.

Heute schreiben die Sechstklässler Liebesbriefchen. Und auch hier hat sich etwas Entscheidendes geändert: Während sowas bei uns – wenn überhaupt – klammheimlich geschah, wird das heute aus unerfindlichen Gründen vor der gesamten Klasse demonstriert. Warum? 

Erstens hätte ich mich – obgleich ich gestehen muss, niemals einen Willst du mit mir gehen? Brief geschrieben zu haben (hab‘ ich da was verpasst?) – in Grund und Boden geschämt, wenn das irgendwer mitbekommen hätte. Zweitens kann man dadurch als Lehrperson nicht mal so tun, als hätte man es nicht mitbekommen (Mensch!), weil sich die ganze Klasse darauf stürzt, wenn Vanessa demonstrativ zu Tom läuft und ihm feierlich den Brief überreicht. Nochmal: Warum?

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Aus der Versenkung.

Puh, es tut mir leid, aber ich habe tatsächlich derzeit nicht wirklich was zu berichten. Ein bisschen doof fühle ich mich schon, war ich doch letztes Jahr um diese Zeit auch komplett aus der Bloggersphäre verschwunden, weil ich da gerade im Ausland the time of my life erlebt habe und so.

In diesem Jahr sieht das alles ein bisschen anders und weniger erfreulich aus. Stress, weil die (nicht ganz) letzten (…aber doch an einer Hand abzählbaren) Scheine in der Uni erworben werden wollen, was wie immer mit diversen drölfzig Präsentationen, Essays, Protokollen und furchtbar unkooperativen Gruppenarbeiten einhergeht, nebenbei Geld verdient werden will, das dann in diversen Autowerkstätten wieder rausgeworfen werden muss… und so weiter und so fort. Der ganz normale Wahnsinn eben. Dazu ist gerade privat ziemlich was los, ein Chaos, das sich über Monate angebahnt hat und irgendwann auch mal ein Ventil finden musste. Seit gestern ist jetzt glücklicherweise mehr oder minder klar, dass die „große Katastrophe“ (ja, ich neige zu Theatralik, und nein, das finden Beteiligte in der Regel auch nicht cool) doch noch abgewendet werden konnte, aber so richtig wieder auf dem Damm bin ich dann doch nicht.

Deshalb tut es mir leid, aber hier – und auch auf euren Blogs, denn ich bin derzeit auch nur selten am Lesen/Kommentieren – ist es aus diesen Gründen derzeit von meiner Seite aus ziemlich ruhig. 

Ich werde aber schon wieder aus der Versenkung auftauchen. Versprochen. 

Shorty: Kommilitonenclevereien.

In der Vergangenheit habe ich schon mal über die geistigen Ergüsse meiner Kommilitonen auf Facebook berichtet, bei denen man sich nie so ganz sicher ist, ob man eigentlich weinen oder lachen soll. Wenn man sich das so anschaut, könnte man fast den Eindruck bekommen, man müsse studiert haben, um studieren zu können… 

Sämtliches, das im damaligen Post vorkam, ist leider nach wie vor an der Tagesordnung. Inklusive einer verzweifelten Erstsemesterin, die in Linguistik durch die Einführungsklausur geknallt ist (beim 2. Durchfallen darf man das Anglistik-Studium übrigens komplett abhaken, und zwar bundesweit), die unbedingt Hilfe in einem der Teilbereiche brauchte („der Rest war ganz ok“ – ist klar, wegen 1/4 Teilbereichen fällt man zwar nicht durch, aber wie gesagt, ist klar), der ich daraufhin meine entgeltlose Hilfe anbot, und die sich daraufhin ziemlich erdreistete, als sei ich ihr Depp (ein Auszug: „Ähm, du willst dich schon um 12 Uhr treffen?! Das ist echt früh. Ich muss schließlich eine Stunde pendeln. Das heißt, ich müsste spätestens um 10 aufstehen. Es ist ja vorlesungsfreie Zeit… also geht nachmittags jetzt nicht oder was? Wie, du hast da noch Termine? Ja, bei mir geht das aber halt nicht anders.“). Du, kein Thema, ich habe diese Klausur ja schon vor Jahren bestanden. (Wieso habe ich eigentlich dieses nervige Helfersyndrom? Hmpf…)

Wie dem auch sei, hier der neueste Favorit:

Huuuuuhu, kann mir vielleicht jemand einen Dozenten für Sprachwissenschaft empfehlen?
Zur Auswahl stehen Lisa Fischer, Manu Ohlinger, Joachim Bauer, N.N., Thomas Mayer.
Zu wem würdet ihr gehen? 

Klarer Fall: Zu N.N. natürlich. Der macht einen super Job und ist extrem fair. Stellt sich doch gar nicht die Frage, oder?

Vom Kreidewerfen.

Man Darf den Lehrer nicht Mit Greide abwerfen weil wenn man das tun griegt man eine Stafarbeit wie dich deshalb darf man den Lehrer niemals mit Greide bewerfen und irgendwann ist die Greide alle und deshalb nicht. aber die Greide Kostet geld. und deshalb darf man es nicht und auch die Greide Macht weiße, Grüne, Gelbe und oder Rozane Flecken kommt drauf an: Welche Farbe die Greide hat sie kann Weiß, Grün, Braun, Schwarz, Pink, Rote, Orang, Blau, Liela, Gelb und Roza sein es dauert bis man alle Greide sorten wieder aufgehoben hat und manche zerbroseln die Greide und ist blöd für den Schüler der sie aufheben muss. Steine darf man auch nicht werfen den sie tun weh und machen Grüne, Blaue, Lielane und Rote Flecken Und irgendwan Gehn die steine aus und dan muss mann sie aufheben denn es gibt viele verschiedene Steine Wie die Kieselsteine granit gibs vulkangestein gebranten Stein natürlicherstein und so weiter. Und Jedes hat eine andere Farbe es gibt Schwarze Braune Weiße Graue Rote orangene Blaue Pinke Lielane und Grüne Steine und steine kosten eine Menge so ungefär fünf euro oder vier euro oder drei euro oder zwei euro oder ein euro oder fünfzig cent. Und Schneebälle darf man nicht werfen weil da Steine drin sein können und auf garkeinen fall die Gelben denn es gibt weiße und Gelbe die Gelben sind voller Ohrin weil entweder ein Hund oder ein Mensch reingepinkelt Hat das War meine Strafarbeit ich hoffe sie Hat euch gefallen.

(Lustiges Schularten- und Klassenstufenraten gestattet.)

Jahresauftakt: Liebster Award

First things first: Frohes neues Jahr, happy new year, bonne année! 🙂 

Pi-Er war direkt mal wieder fleißig und hat schon ein Stöckchen beantwortet, das er mir danach dankbarerweise zugeworfen hat – mein quasi einziger Neujahresvorsatz (ich bin ja kein Mensch für sowas!) war es ja, wieder mehr zu bloggen. 😉 

Also mal wieder ein Liebster Award, um mal wieder weniger über Schule/Uni und mehr über die Tinalise zu erfahren. :mrgreen: Na, wer Lust drauf hat, darf gerne weiterlesen!

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Shorty: Scio nescio.

„Can I ask it in German?“

„No, Manuel. Try English first!“

„…but… I caaaan’t…“

„Which word are you lacking? You can ask me for the word you need, and then you can ask the question in English…“

„… but… but I don’t know!“

„Which word do you need?“

„I don’t know!“

„Well, which German word is it that you don’t know in English?“

with a lot of despair in his voice:
„I DON’T KNOW WHAT WHICH WORD I DON’T KNOW!“

Exkurs: Mein Leben in Büchern

So, Pi-Er hat mich schon ganz oft dazu nominiert, bei irgendwelchen Bücher-Blogevents mitzumachen 😉 , aber irgendwie war ich meistens zu faul unkreativ. Zumal ich jetzt wirklich nicht viel über Bücher, die mit Sommer zu tun haben, sagen könnte, denn diese Jahreszeit und ich, wir stehen auf dem Kriegsfuß miteinander.
Jetzt aber auf zum ersten Buch-Event bei der Tinalise, juhu! 🙂

(1) Suche dir je eines deiner Bücher für deine Initialien heraus!

Naja, meine Initialien sind ja ganz klar T und S, für Tinalise Studi halt. 😉 Mal sehen…
Ein bisschen ist es ja wie schummeln, dass ich für das ‚T‘ einen Artikel und kein volles Wort nehme, aber das stört ja niemanden. 😛 Ich nehme also hierfür mal The Island of Doctor Moreau von H.G. Wells, einem der Klassiker, die mich an der Uni gleich total gepackt haben. Entstanden im spätviktorianischen Zeitalter, als Darwin gerade seine Thesen veröffentlicht hatte und damit die Welt aus den Fugen gehoben hat, handelt dieses fantastische Werk von Evolution und Wissenschaft, religiöser Verunsicherung und der Frage, wo und wie man die Grenze zwischen Mensch und Tier eigentlich definieren kann.
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