Schlagwort-Archive: Abschluss

Von (kreativen) Pausen.

Ja, ich weiß, es ist still geworden hier. Und das tut mir auch ein wenig leid, denn ich habe meinen Blog und meine feinen Leser nicht vergessen, und immer mal wieder gegrübelt, ob bzw. was ich denn bloggen könnte.

Schlicht und ergreifend war kaum Zeit, bzw. wenn Zeit war, dann war die kreative Luft raus. Ganz einfach deshalb, weil ich meine ganze Kreativität (na, nicht nur, denn es ist schon auch was Wissenschaftliches geworden ;)) auf meine Zulassungsarbeit verwendet habe – das ist das, was man im Lehramt vorm Staatsexamen so schreibt, vergleichbar mit Magister- bzw. Masterarbeit (auch wenn das nicht absolut alle Menschen so sehen, es ist aber so – und wenn man meinen Zorn nicht auf sich ziehen will, möge man das einfach so akzeptieren! :D)
Weiterlesen

Von Aussichten und Optionen

Frau Henners Post bringt mich ins Grübeln. Nicht, weil ich vorher die Tendenzen nicht gekannt hätte oder gänzlich blauäugig damals ins Studium gestartet wäre, in der Annahme, dass Lehramt „ein sicherer Job“ sei, wie man das so oft außerhalb hört. Nein, das nicht. Ich wusste, dass es nicht rosig aussieht, schon gar nicht hier im Süden, ich wusste, dass es nicht einfach werden würde und dass man sich im Studium reinhängen muss (…obwohl ich Menschen, die im Studium 4 gewinnt spielen oder sich mit einer 2,7 zufrieden geben, sowieso noch nie verstanden habe, unabhängig von individuellen Jobaussichten). 

Nun sind das aber sehr genaue Zahlen, die Frau Henner da freundlicherweise zusammengestellt hat. Schwarz auf weiß, wie viele Bewerber es hier tatsächlich für wie viele Stellen gab und bis zu welcher Note eingestellt wurde. 936:80 (Deutsch) und 826:90 (Englisch) sind für mich da die relevanten Zahlen. Und die Durchschnittsnote 1,7 als Grenze.

Bisher war es immer so, dass ich die Hoffnung hatte, wenn man nur gut genug ist und das wirklich will, dann muss es schon irgendwie klappen. Auch in Süddeutschland. Aber so wirklich sicher bin ich mir da gerade nicht mehr. 1,7, das ist eine Zahl, die zumindest in unserer Prüfungsordnung ziemlich illusorisch ist. Ich bin ziemlich gut in der Uni, das kann ich schon sagen. Und trotzdem weiß ich, dass eine 1,7 als Durchschnitt aus erstem und zweitem Staatsexamen nahezu nicht machbar ist. Klar, man muss jetzt sehen, dass die diesjährigen Zahlen sich überwiegend auch noch auf das „alte“ Staatsexamen bezogen haben, denn von den Leuten, die jetzt auch mit dem Ref durch sind, werden nicht allzu viele erst nach 2009 gestartet sein. 

Weiterlesen

Warum unser Studiengang einfach unverschämt ist…

Nachdem ich mich hier schon mal nach bestem Wissen und Gewissen und in aller Ausführlichkeit über das ätzende Staatsexamen ausgelassen habe, kommt hier noch mal ein Punkt dazu:

Seit geraumer Zeit versuche ich, meinen letzten Schein in einem Modul bei einem Dozenten machen zu können, der mich wenigstens dann auch prüfen darf. Die anderen Scheine habe ich im Laufe des Studiums nämlich bei irgendwem erworben, teilweise, weil ich das mit der Prüferknappheit noch nicht wusste, teilweise, weil ich nicht ewig alle Scheine rausschieben kann, bis den Herrschaften mal einfällt, dass sie auch ein Seminar anbieten könnten. 

Nachdem ich also auch dieses Semester nicht meinen Schein in der Disziplin erwerben konnte und das neue Vorlesungsverzeichnis schon „vorläufig“ steht, ist mir die Hutschnur geplatzt: 9 Parallelseminare, aber null prüfungsberechtigte Dozenten, die diese anbieten. (Mind you, selbstverständlich sind die Herrschaften, die brav Seminare anbieten, prüfungsberechtigt. Für Bachelor-Menschen. Für Master-Menschen. Quasi für alle, nur nicht fürs Examen, weil da das Landeslehrerprüfungsamt seine Finger im Spiel hat und ziemlich geizig ist mit Prüfungsberechtigungen: Fününününüh, aber ohne einen Professor, der Ihren Namen schmückt, können Sie ja wohl nicht die zukünftigen armen Säue Referendare unseres „wir sind fast die Elite Deutschlands“-Bundeslandes prüfen, wo kämen wir denn da hin!)

Jetzt gibt’s erst mal eine gesammelte Beschwerdemail an den obersten Verantwortlichen des Fachbereichs. Kann ja nicht sein, hier. 

Von den Tücken des Staatsexamens.

An meiner Uni gibt es noch einen aussterbenden Studienabschluss, zumindest, was das Lehramt anbelangt. Die Juristen und Mediziner dürfen es vermutlich noch eine Weile behalten, fürs Lehramt sind die Zeiten bald vorbei. Ich studiere aber schon so lange bin aber noch früh genug in der Uni gelandet, um es noch machen zu dürfen: Das gute alte Staatsexamen.

Naja. So ganz stimmt das nicht. Es ist nicht mehr das gute alte Staatsexamen, bei dem man noch Examensklausuren schrieb und die Noten aus der Scheine-Sammlerei-Zeit nicht zählten. Wir sind reformiert, modularisiert – bei uns zählt alles, es gibt keine Sitzscheine, und das Examen wird hochkomplex berechnet (vereinfacht gesagt: alles, was man so zusammenstudiert, ganz knappe 50%, die Zulassungsarbeit knappe 10%, die mündlichen Abschlussprüfungen in etwa 30%, und das ganze Begleitstudiumsgedöns die letzten 10%). Das hat Vor- und Nachteile. Meiner Meinung nach überwiegen erstere – ich bin froh, dass am Ende nicht alles auf ein paar Tage ankommt und ich fünf Jahre in die Tonne treten kann. Es gibt aber auch Leute, die das anders sehen.

Nun. Und dann gibt es mit diesem schnieken, traditionellen Abschluss noch an die 5000 (Hyperbel) Problemchen, die einem das Leben unnötig schwer machen.
Weil ich Studentin bin, muss ich mich selbstredend darüber aufregen – und mal erklären, wieso es so schwer ist, die Frage(n) „Und wie lange studiert man da so?/Wie lange studierst du noch?“ zu beantworten. Andere arme Säue Menschen, die das liebreizende modularisierte Staatsexamen auch machen dürfen müssen, finden das vielleicht interessant. Master-Absolventen freuen sich vielleicht. Und allen anderen ist es wohl herzlich wurschd, deshalb hier der Cut. 😉 

Weiterlesen

Shorty: Ironie auf Facebook

An anderer Stelle ließ ich schon mal Dampf bezüglich dämlicher oder fauler Kommilitonen ab, deren Dreistigkeit keine Grenzen kennt und die sich wirklich für keine noch so lächerliche Frage in Facebook-Gruppen zu schade sind.

Etwas aufgeheitert wurde ich heute von dieser Begebenheit, die sich in der Germanistik-Gruppe meiner Universität zugetragen hat :mrgreen: :

Anfrager: Servus, hat hier schon mal jemand die Note seiner Bachelorarbeit
angefechtet (Germanistik)? Ich spiele mit dem Gedanken…

Top-KommentatorAlso, ich habe bisher noch keine Note in meinem Studium ‚angefechtet‘.
Aber ob man eine Germanistik-Note anfechten sollte, wenn man nicht mal weiß,
dass das Partizip dazu ‚angefochten‘ lautet, sei mal dahingestellt…


:mrgreen: Ja, Fehler sind menschlich, aber das hat mich amüsiert. Ausgerechnet bei solch einer Anfrage sollte man vielleicht doch noch mal sichergehen, da keine groben Schnitzer eingebaut zu haben… 😉

Märchenland Bologna

Ich muss Folgendes gestehen: Ich bin angefressen. Von Bologna, vom Geschwafel der sogenannten „internationalen Vergleichbarkeit“, von all den lieben Märchen, die uns so erzählt werden.

Zugegeben: Bevor ich ins Ausland ging, habe ich mich damit nicht allzu sehr befasst. Ich habe alles hingenommen, und das deutsche System eben als „normal“ angesehen – die Verteilung von ECTS, die elend langen Hausarbeiten, die uns in jedem Fach abverlangt werden, dass jedes Modul außerdem mit einem Referat einherkommt, das man dann gerne noch schriftlich ausarbeiten darf oder wahlweise seitenlange Protokolle schreibt, dass wie in der Schule gar die mündl. Mitarbeit benotet wird – und das generell der Riesennotendruck herrscht, ständig, denn alles zählt und genau das wird uns auch stets ins Gedächtnis zurückgerufen. Das Bachelor/Master-System beinhaltet, dass man am Ende jedes Studienabschnittes, also immer dann, wenn es um einen akademischen Abschluss geht, eine wissenschaftliche Arbeit verfassen muss. All das habe ich so hingenommen – und dank Bologna und dem Geschwafel der internationalen oder doch zumindest inner-europäischen Vergleichbarkeit als ’normal‘ betrachtet, also eben als überall in Europa gültig.

Weiterlesen

„Wow, das Abi ist schon x Jahre her!“

Another turning point, a fork stuck in the road. Time grabs you by the wrist, directs you where to go. […] For what it’s worth, it was worth all the while.
It’s something unpredictable, but in the end it’s right. I hope you had the time of your life.

Hachja, es ist mal wieder so weit: Mein Abitur jährt sich, zumindest das schriftliche, zum [x]-ten Mal. Und jedes Jahr stehen wir da und denken: „Wahnsinn, was vergeht die Zeit!“
Damals hieß es: „Wow, Abitur. Scheiße, was vergeht die Zeit.“ Und dann ging das immer so weiter: „Wow, schon ein Jahr her. Wow, schon zwei Jahre her. […] Wow, schon x Jahre her.“ Irgendwie gewöhnt man sich da nicht so richtig dran, habe ich das Gefühl. Oder es müssen erst zehn Jahre vergangen sein, …
Weiterlesen