Vom Ende des Studiums.

Tja, und auf einmal ist es so weit: Nach fünf schönen, spannenden, manchmal vielleicht auch etwas stressigen Jahren und einem knappen halben Jahr an intensiver Auseinandersetzung mit einigen Themen ist es dann da, das, worauf man so lange hingearbeitet hatte: Das Staatsexamen.

Und dann ist es auch schon wieder vorbei. Kurioserweise fühle ich mich, als läge es schon eine Ewigkeit hinter mir und nicht erst ein paar Wochen. 

Ich kann das vergangene Jahr gar nicht richtig beschreiben; es ist irgendwie an mir vorbeigerast, während ich so halb in einer Art Trance mit Tunnelblick Tag um Tag in der Bibliothek oder am PC oder beides verbracht habe, um endlos viele Bücher zu wälzen, eine Abschlussarbeit zu schreiben, noch mehr Bücher zu wälzen, diverse Zusammenfassungen zu erstellen und diese letztlich ab September immer und immer wieder durchzulesen, durchzusprechen, mich über Kommilitonen zu ärgern, die vereinbarte Lerntermine regelmäßig platzen ließen, da sie „doch noch nicht so weit“ seien und so weiter und so fort. 

Kurzum: Ich habe das Jahr mit Examen und Examensvorbereitung verbracht. Angefangen mit der Abschlussarbeit im Januar und beendet mit der letzten Prüfung im November. 

Danach wollte ich statt zu feiern erst mal nur noch eins: schlafen. Und das habe ich dann auch getan, am Abend meiner letzten Prüfung, obwohl es ein Freitag war – ich wollte gar nichts mehr außer meiner Couch, Netflix, Ofenkäse und letztlich meinem Bett.
Inzwischen hat sich mein Körper von der andauernden Stressphase erholt – zum Glück, denn die nächste wirklich heftige Stressphase, das Ref, kommt ja jetzt erst noch. 

Und irgendwie bin ich doch etwas verwirrt. Ich bin wirklich froh, dass die ewige Lernerei für dieses Jahr ihr Ende gefunden hat, aber irgendwie ist es auch seltsam, wenn nach so vielen Monaten schlagartig alles von einem abfällt. Und man dann erst realisiert, dass das Studium wirklich endgültig vorbei ist. Für viele ein schönes Gefühl; für mich ist es nach wie vor einfach nur traurig. 

So stressig und anstrengend das inzwischen fast vergangene Jahr auch war, bei einem sind wir frisch Examinierten uns alle einig: Wir haben doch noch mal verdammt viel gelernt. Lücken haben sich geschlossen, Puzzleteile sind an ihre Plätze gefallen; man erkennt plötzlich so viele Zusammenhänge, wo vorher nur einzelne Wissensbausteine waren. Man lernt binnen weniger Monate vermutlich nochmal nahezu so viel wie in vielleicht zwei bis drei Jahren normalen Studierens, weil man sich so intensiv mit den Inhalten beschäftigt wie nie zuvor. Und das Gefühl, dass sich am Ende alles gelohnt hat, ist unbezahlbar.
Entsprechend schaue ich jetzt nahezu nostalgisch auf das Jahr zurück, höchstwahrscheinlich mit einem verklärten Blick, und stelle fest: Staatsexamen ist vielleicht doch gar nicht so eine üble Einrichtung. Schade, dass ein Bundesland nach dem anderen diesen Abschluss eingestampft hat bzw. gerade dabei ist, ihn einzustampfen. 

Und jetzt? Nun, jetzt genieße ich die Vorweihnachtszeit zum ersten – und vorerst höchstwahrscheinlich letztem – Mal im Leben mit so viel Freizeit und Sorgenfreiheit wie nie zuvor. Als Schüler schreibt man bis zu den Weihnachtsferien seine Klassenarbeiten; als Student meiner Uni liegt in der Vorweihnachtszeit die Prüfungsphase; als Lehrer bzw. Dozent steht einem beides aus der anderen Perspektive ebenso bevor. 

Und dann werde ich im nächsten Jahr wohl erst Mal zur Referendariatsbloggerin und reihe mich damit bei so vielen lieben Menschen, die mir in der Bloggersphäre begegnet sind, ein.
Der Plan, nach dem Ref an die Uni zurückzukehren, steht nach wie vor. Zum ersten Promotionsangebot vor einem knappen Jahr gesellte sich nach dem Examen ein zweites hinzu; Stand aktueller Aussagen werden beide auch in 1,5 Jahren noch bestehen. Aber erst mal eben Ref. 

Im kommenden Jahr ziehe ich also den Frühjahrsputz vor und entstaube diesen armen, etwas verwaisten Blog. Zunächst werde ich jetzt aber noch ein bisschen meine freie Zeit genießen und meinem Studium hinterhertrauern. 🙂

Auf bald! 

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2 Gedanken zu „Vom Ende des Studiums.

  1. teacheridoo

    …ich wollte gerade zur Email wechseln und nachhorchen, wie es bei dir inzwischen ist, aber dann warf ich erstmal einen Blick in dein Blog.

    Erstmal Glückwunsch zum bestandenen Examen!! (Und den Promotionsstellen-Angeboten! Das dürfte dich doch ziemlich erleichtern, neben Ref etwas in der Hand zu haben, oder?)

    Für das Ref wünsche ich dir von Herzen eine tolle Schule und gute Fachleiter/Prüfer (je nachdem, wie das Ref nun bei euch organisiert ist – Lotta sammelt ja derzeit mal die ganzen verschiedenen Bundesländer zusammen).

    Genieß die freie Zeit! 🙂

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Schön, ich schreibe dir gleich trotzdem noch eine Mail! 😉

      Vielen Dank! Ja, damit fällt eine Menge Druck ab und ich hoffe, dass ich mir das Ref dann nicht ganz so sehr zu Herzen nehme, wie es vielleicht ohne Alternative wäre.
      Ja, Fachleiter haben wir auch. Und Mentoren. Aber ich beteilige mich an Lottas Projekt und schreibe demnächst was dazu. 😉

      Danke, zwei Wochen sind es noch! 🙂

      Antwort

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