Von (kreativen) Pausen.

Ja, ich weiß, es ist still geworden hier. Und das tut mir auch ein wenig leid, denn ich habe meinen Blog und meine feinen Leser nicht vergessen, und immer mal wieder gegrübelt, ob bzw. was ich denn bloggen könnte.

Schlicht und ergreifend war kaum Zeit, bzw. wenn Zeit war, dann war die kreative Luft raus. Ganz einfach deshalb, weil ich meine ganze Kreativität (na, nicht nur, denn es ist schon auch was Wissenschaftliches geworden ;)) auf meine Zulassungsarbeit verwendet habe – das ist das, was man im Lehramt vorm Staatsexamen so schreibt, vergleichbar mit Magister- bzw. Masterarbeit (auch wenn das nicht absolut alle Menschen so sehen, es ist aber so – und wenn man meinen Zorn nicht auf sich ziehen will, möge man das einfach so akzeptieren! :D)

Mein Studium rast mit Riesenschritten aufs Ende zu, und ehrlich gesagt freue ich mich überhaupt nicht darüber, sondern bin einfach traurig. Ich habe immer gern studiert, tatsächlich, und gerade jetzt in den letzten Semestern, in denen ich auch zunehmend viele Kurse scheinfrei (sprich ohne Prüfungsleistung) belegt habe, bin ich richtig darin aufgeblüht. Lernen um des Lernens willen, Wissen aufsaugen, an anregenden Seminardiskussionen teilnehmen – das sind alles Dinge, für die ich brenne, und die ich leidenschaftlich gerne mache. Aber leider, leider ist das das letzte Semester, in dem ich mir das (und auch nur noch in stark abgespecktem Pensum) erlauben kann, denn der viel zu bald nahende Sommer wird komplett der reinen Examensvorbereitung gewidmet – und das hat nicht mehr viel mit Lernen um des Lernens willen zu tun.
Doppeltes Erstes Staatsexamen im Herbst, das wird was. Darauf werden zwei Monate Freizeit folgen, in denen ich seltsam in der Schwebe hängen werde zwischen Studium und Arbeitswelt.  Dann, wie es aussieht, Referendariat, wo ich zwar sicherlich viel zu berichten, aber nicht allzu viel zu lachen haben werde (keine falschen Illusionen – ich habe wahrlich noch nie, von absolut keiner Menschenseele, jemals etwas Positives über diese 18 Monate Belastungstest gehört).

Und dabei fühle ich mich noch gar nicht bereit. Auch, wenn meine Eltern immer grummeln, wenn ich so etwas nach fünf Jahren Studium sage – aber ich habe das Gefühl, es fehlt noch so viel Wissen, noch so Vieles, das ich mir gerne aneignen würde, was ich noch belegen wollen würde. So viele spannende Seminarthemen, die ohne mich diskutiert werden, über die ich mich allenfalls in meiner Freizeit informieren könnte, und mal ehrlich, das macht man letztlich sowieso nicht. Uni ist schon toll, dabei bleibe ich. Und da das Ref nichts sonderlich Erfreuliches ist, tue ich mir schwer damit, mich auf den nächsten Abschnitt zu freuen, wie es mir alle immer anraten.

Naja, wie dem auch sei – der Wehmut ist da, aber es hilft ja nichts, da muss man durch. Und klar, es wird weitergehen, und irgendwann werde ich mich danach auch in die Rolle als ehemalige Studentin einfinden, aber es wird dauern. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man um Lebensabschnitte, die sich dem Ende eignen, ähnlich trauert wie um den Verlust eines Nahestehenden. Vielleicht ist da ja was dran.

Jedenfalls: Wie viel hier bis Herbst los sein wird, das weiß ich leider nicht. Komplett fertig ist die Zulassungsarbeit noch nicht, und danach geht es wie gesagt direkt in den Marathon der Examensvorbereitung. Inwiefern ich dann noch Zeit, Lust und Kreativität finden werde, Blogeinträge zu verfassen, da weiß ich leider nicht.

Aber es gibt mich noch. 😉 

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4 Gedanken zu „Von (kreativen) Pausen.

  1. Lehrercafe

    Wir drücken dir die Daumen für die bevorstehende Zeit und all die Prüfungen, die da noch anstehen. Das Ende der Studienzeit ist schon komisch, und irgendwie will man es rausschieben. Daran können wir uns auch noch gut erinnern. Das liegt oftmals daran, dass all die negativen Geschichten über die Referendarszeit schon zu einem vorgedrungen sind. Aber hey, vielleicht hast du Glück und es wird angenehmer als bei anderen, als bei uns. Es soll auch nette Fachleiter geben. Also, genieß nochmal das süße Studentendasein. LG Alexa und Ela☕

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Vielen lieben Dank!
      😀 Na, wie gesagt, ich kenne wirklich niemanden (!), bei dem es angenehm war, und bei euch klingt es ja auch gerade nicht viel besser. 😉 Aber ja, irgendwie muss man da wohl durch, 18 Monate Augen zu…
      Aber schön, dass es noch anderen Leuten so ging mit dem Studiumsende. Die meisten Kommilitonen sind froh, die Uni „endlich“ hinter sich lassen zu können. Mir geht es da wie gesagt nicht so, mein Wissensdurst ist auch noch nicht gestillt.. *seufz*
      Nochmals danke für die lieben Wünsche!

      Antwort
  2. Jessica

    Hallo Tina,
    Dann will ich für dich mal die erste sein.
    Mein Referendariat war anstrengend aber insgesamt eine tolle Zeit. Ich habe (natürlich – als Seiteneinsteigerin ohne Lehramtsstudium) viel gelernt und mich in den Seminaren mit tollen Leuten austauschen können. Meine Fachleiter waren zwar zum Teil skurril aber zugewandt und fair. Einer war sogar großartig und für mich immer noch ein Vorbild.
    Stress hat mir vor allem der Umgang mit den Schülern gemacht. Ist halt gerade für Seiteneinsteiger trotz 3 Monaten Hospitation und begleitetem Unterricht ziemlich kaltes Wasser. Natürlich habe ich da auch Anfängerfehler gemacht und dadurch blöde Situationen erlebt. Die nimmt man schon mit nach Hause und ich habe dann auch gezweifelt. Da hat der ehrliche Austausch mit meinem Mitreffis viel gerade gerückt.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Prüfungen und ein Ref voller Erfahrungen, Anregungen und Menschen von und mit denen du lernen kannst.

    Viele liebe Grüße

    Jessica

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Hallo Jessica,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Es gibt also doch tatsächlich Leute, bei denen das Ref nicht furchtbar war, damit bist du wahrhaftig die erste von etwa 20, mit denen ich mich unterhalten habe! 😮 Klar, Fehler machen gehört ja auch dazu, und ich denke, da ist man auch mit ein bisschen Erfahrung im Umgang mit Schülern, wie ich sie habe, nicht vor gefeit. Das ist ja auch nicht tragisch, solange alles im Rahmen bleibt… Die Referendare in meinem Praxissemester haben mir erzählt, dass sie jeden zweiten Nachmittag mit einem Nervenzusammenbruch heulend zuhause saßen, das ist schon wieder ein anderes Kaliber. Und das waren eigentlich keine Pienzebacken, sondern toughe Leute!
      Danke für deine lieben Wünsche! 🙂

      Liebe Grüße
      Tina

      Antwort

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