Von Aussichten und Optionen

Frau Henners Post bringt mich ins Grübeln. Nicht, weil ich vorher die Tendenzen nicht gekannt hätte oder gänzlich blauäugig damals ins Studium gestartet wäre, in der Annahme, dass Lehramt „ein sicherer Job“ sei, wie man das so oft außerhalb hört. Nein, das nicht. Ich wusste, dass es nicht rosig aussieht, schon gar nicht hier im Süden, ich wusste, dass es nicht einfach werden würde und dass man sich im Studium reinhängen muss (…obwohl ich Menschen, die im Studium 4 gewinnt spielen oder sich mit einer 2,7 zufrieden geben, sowieso noch nie verstanden habe, unabhängig von individuellen Jobaussichten). 

Nun sind das aber sehr genaue Zahlen, die Frau Henner da freundlicherweise zusammengestellt hat. Schwarz auf weiß, wie viele Bewerber es hier tatsächlich für wie viele Stellen gab und bis zu welcher Note eingestellt wurde. 936:80 (Deutsch) und 826:90 (Englisch) sind für mich da die relevanten Zahlen. Und die Durchschnittsnote 1,7 als Grenze.

Bisher war es immer so, dass ich die Hoffnung hatte, wenn man nur gut genug ist und das wirklich will, dann muss es schon irgendwie klappen. Auch in Süddeutschland. Aber so wirklich sicher bin ich mir da gerade nicht mehr. 1,7, das ist eine Zahl, die zumindest in unserer Prüfungsordnung ziemlich illusorisch ist. Ich bin ziemlich gut in der Uni, das kann ich schon sagen. Und trotzdem weiß ich, dass eine 1,7 als Durchschnitt aus erstem und zweitem Staatsexamen nahezu nicht machbar ist. Klar, man muss jetzt sehen, dass die diesjährigen Zahlen sich überwiegend auch noch auf das „alte“ Staatsexamen bezogen haben, denn von den Leuten, die jetzt auch mit dem Ref durch sind, werden nicht allzu viele erst nach 2009 gestartet sein. 

Ich weiß, dass das „alte“ Staatsexamen nicht automatisch sehr gute Noten garantiert hat. Die Examensprüfungen zählten 100% der Note und das jahrelange Studium war sozusagen irrelevant. Dieses System finde ich furchtbar und ich bin froh, dass ich es nicht habe, ganz ehrlich. Aber dieses System birgt eben gleichzeitig alle Chancen und Risiken: Man kann einen schlechten Tag erwischen und das Examen total in den Sand setzen, obwohl man im Studium immer solide oder gar sehr gut war, man kann aber auch einen guten Tag erwischen und mit einer 1 rausgehen. Von letzterer Sorte kenne ich tatsächlich einige.
Auch bei uns zählt das Staatsexamen noch eine Menge – nicht mehr 100%, aber immerhin 30%, mit Zulassungsarbeit 40%. Klar, das ist dann schon deutlich weniger, dennoch wiegt das Examen selbst somit nahezu ebenso schwer wie die 5 Jahre zuvor. Es gibt also auch bei uns noch viele Chancen und noch viele Risiken, die Note nach oben zu katapultieren oder in den Keller fallen zu lassen. Aber selbst, wenn man hier ebenso gute Tage erwischt und mit einer 1 rausgeht: 60% des ersten Staatsexamen setzen sich aus etwa 45 Noten zusammen. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man 45 + 2 sehr gute Tage erwischt, überlasse ich den Mathematikern, aber ich würde mal behaupten, dass sie nicht sonderlich hoch ist. Das bedeutet: Mit 1,wenig im 1. Examen durchzukommen, ist weder einfach noch super gängig. Und dann kommt ja zur Gesamtnote des frischgebackenen Lehrers auch noch zu 50% die Ref-Note aus dem 2. Staatsexamen hinzu, und wie es im Ref mit einer Bank voller Einsen aussieht, muss man glaube ich nicht erklären. 

Mit diesen Überlegungen stehe ich also da und denke mir: Wie soll das funktionieren? Kann es sein, dass ich mit meinem sehr guten Durchschnitt, der leider trotzdem nicht mal ansatzweise an 1,0 rankommt, und das in bisher nur 60% des 1. Staatsexamens, tatsächlich einfach zu schlecht bin? Gibt es wirklich so viele Überflieger und Genies, die aus der Lehramtsausbildung mit <1,7 rauskommen, oder wird diese Zahl wohl nach unten korrigiert werden, wenn die Mehrheit der Bewerber aus dem modularisierten Staatsexamen kommt? 

Wenn ich anfange, über Alternativen nachzudenken, bekomme ich schnell schlechte Laune. Ich wollte immer ins Lehramt, so wirklich Alternativen habe ich eigentlich nicht. Für Jura hatte ich mich noch interessiert, aber noch so ein langes Studium, noch ein Staatsexamen und dazu Tausende von Euro für diverse Aufbaukurse und Repetitorien, wie ich das bei meinen Jura-Freunden mitbekomme, nein danke. In einem meiner Fächer promovieren, das könnte ich vielleicht, denn so schlecht bin ich eigentlich wirklich nicht, auch wenn das dem Land Baden-Württemberg scheinbar nicht genügt. Aber das möchte ich nicht. Durch jede Hausarbeit habe ich mich gequält, allein der Gedanke an eine Dissertationsschrift führt zu Hautausschlag. Lehren an der Uni, das wäre sicher cool, ich möchte ja lehren. Aber dann selbst nach der Diss ständig Forschungsartikel verfassen, statt befristeter Jahresverträge vielleicht sogar nur Semesterverträge bekommen und von Uni zu Uni durchs Land ziehen, nein danke. Die akademische Laufbahn kann ich mir da wirklich so gar nicht vorstellen. 

Und viel anderes bleibt nicht. Ich möchte Lehrerin werden, das wollte ich schon immer. Und eigentlich auch im Süden des Landes. Aber es wird so viel Unfug betrieben, nicht nur in Baden-Württemberg, auch in den anderen Bundesländern. Selbst, wenn man eine Stelle bekommt, dann zumeist im befristeten Jahresvertrag inklusive 6 Wochen Arbeitslosigkeit, und das für wer weiß wie viele Jahre. Die Aussichten sind wirklich nicht rosig, und mittlerweile bin ich mir nicht mal mehr so sicher, dass man das schon irgendwie schaffen kann, wenn man gut ist. Ich sehe mich vor meinem geistigen Auge schon nach Mecklenburg-Vorpommern abwandern, von meiner Heimat aus gesehen so ziemlich das andere Ende Deutschlands, in dem die AfD gerade die zweitstärkste Kraft im Landtag geworden ist. Auch bei dem Gedanken wird es mir flau im Magen – aber MeckPomm hat, was die anderen Länder nicht haben: Stellen für Lehrer, sogar mit Verbeamtung. Aber ob ich dazu bereit bin, für den Berufswunsch wirklich alles mitzumachen, weiß ich leider auch nicht.

Zwei Jahre „Schonfrist“ habe ich jetzt noch, bevor es bei mir tatsächlich um eine feste Stelle im Job geht. Schonfrist, das ist ein schöner Euphemismus für zwei Staatsexamen, nicht wahr? Ich bezweifle inzwischen, dass sich in diesen zwei Jährchen viel tun wird, denn seit ich mein Studium vor einigen Jahren aufgenommen habe, hat sich ja auch nicht viel getan – und wenn, dann nur zum Negativen. 

Meinen Optimismus habe ich inzwischen verloren, und ich grübele.
Aber man wird wohl abwarten und Tee trinken müssen.

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20 Gedanken zu „Von Aussichten und Optionen

  1. nihaojulia

    Lass dich nicht unterkriegen! Zahlen sind Zahlen. Vielleicht hast du Glück oder vielleicht ändert sich die Lage oder der Durchschnitt noch. Du willst unbedingt Lehrerin werden, also wirst du auch Lehrerin. Ich glaube heutzutage ist es schwer in jeden Job reinzukommen. Keiner spaziert einfach so vom Studium direkt in den perfekten unbefristeten Job.

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    1. tinatainmentia Autor

      Nein, in den perfekten unbefristeten Job mit Sicherheit nicht, aber dass Lehrer in einigen Bundesländern mittlerweile über Jahre so angestellt werden, dass sie jedes Jahr 6 Wochen arbeitslos sind (und übrigens da auch kein Arbeitslosengeld beziehen können, denn dafür muss man ja erst mal 12 volle Monate eingezahlt haben und da kommt ein Schuljahr nicht hin), das ist Politik, und das ist eine Schweinerei für sich. Das wird mit System gemacht, um im Haushalt einzusparen, obwohl da verhältnismäßig sehr wenig bei rumkommt (im Radio war zuletzt von 0,3% die Rede). Ich brauche sicherlich keine Beamtenstelle oder sofort ein unbefristetes Angestelltenverhältnis, aber was da läuft, ist einfach übel. Und überhaupt keine Stelle zu bekommen nach 7 Jahren Ausbildung natürlich richtig bitter.
      Im Moment sehen die Zahlen leider fast überall so aus, und allzu viel Zeit habe ich ja nicht mehr, dass sich das zum Positiven verändern könnte. Es fällt irgendwann einfach schwer, optimistisch zu bleiben.

      Antwort
  2. krimskrams

    Mach dich nicht jetzt schon verrückt! Mach erstmal deinen Abschluss und das Ref. Und danach geht es weiter. Es bringt ziemlich wenig, sich jetzt schon Sorgen über eine Zukunft zu machen, die noch verhältnismäßig weit entfernt ist. Vielleicht ändern sich die Zahlen auch noch wieder zu deinen Gunsten. Hast du DaZ oder DaF gemacht? Es werden jede Menge Deutschlehrer zusätzlich gebraucht werden die nächsten Jahre. Wärst du eventuell auch bereit, an einer Gesamtschule zu arbeiten oder vielleicht auch einer Realschule? Da werden – zumindest so meine Erfahrung hier in Nds. – zuhauf Leute gesucht, egal welche Fächerkombi. Kann man sich in BaWü initiativ an Schulen bewerben? Hier ist das normal und ich kenne sehr viele Leute, die nach dem Ref so ihre Stelle bekommen habe. Beamtenstelle, wohlgemerkt, Niedersachsen verbeamtet auch. Vielleicht schreckt dich das ja nicht so ab wie MeckPomm… 😉
    Zum Notenwahnsinn: In SL-H gab es Zeiten, zu denen man nicht mal mit nem 1,0-Uniabschluss sicher nen Ref-Platz bekommen hat, wenn man kein Mangelfach oder sowas hatte. Ich kenne ziemlich viele Leute, die aus dem Masterstudium mit nem guten 1, irgendwas-Abschluss rausgegangen sind, einschließlich mir. Und ich kenne auch einige Referendare, die im 2. Staatsexamen richtig, richtig gute Noten abgesahnt haben. Also würde ich nicht unbedingt darauf wetten, dass die durchschnittliche Abschlussnote schlechter wird in einem modularisierten Studiensystem…

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Jain, es ist ziemlich schwierig, wenn man inzwischen ständig damit in den Medien bombardiert wird, wie schlecht es aussieht. DaF wollte ich machen, aber das ist hier ein Schein, der 1600€ kostet, ich weiß nicht, wie das bei euch aussieht. Das Geld habe ich zufällig nicht auf der hohen Kante. 😉
      Naja, ich hätte dazuschreiben sollen, dass ich Gymnasiallehramt machen möchte. Ich habe mir die Berufsschule (dazu qualifiziert uns das Studium auch) angeschaut und das hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich habe bewusst das Gymnasium gewählt, weil ich diese Bandbreite möchte von den Kleinen bis zu den ganz Großen, und eben in der Oberstufe auch mal was Anspruchsvolleres machen möchte. Im Praxissemester hat mir die Oberstufe eben auch am allermeisten Spaß gemacht, und das gibt es sonst ja nicht. Die Sache ist, für ein paar Jahre würde ich das vielleicht schon machen, Berufsschule oder Realschule oder so, aber ich würde es nicht „für immer“ wollen. Am Studienseminar wurde uns gesagt, dass das aber eine endgültige Entscheidung sei: Wer sich bereit erklärt, einmal zu wechseln, kommt nicht mehr ans Gymnasium zurück, weil es da eben ein zu hohes Angebot an Lehrern gibt, da brauchen die niemanden, der sich mal für die Berufs- oder Realschule entschieden hat. Und das ist eben die Krux an der Sache, für ein paar Jahre okay, aber ich möchte das eigentlich nicht 40 Jahre lang machen. Eine Freundin von mir ist nach langem Zögern doch an die Berufsschule, weil es dort die Verbeamtung gab, und ist jetzt ziemlich unglücklich damit, dass sie dort nicht mehr wegkommen wird. Schulscharfe Stellen gibt es, ja, aber ich weiß nicht, wie genau es damit aussieht.
      Ok, dann weiß ich nicht, ob es an meiner Uni liegt oder was da den Unterschied macht, aber bei uns hat die Jahrgangsbeste einen Schnitt von 1,2. Näher an der 1,0 gibt es niemanden. Zwischen 1,2 und 1,5 stehen bei uns tatsächlich nur sehr, sehr wenige (das weiß ich aus sicherer Quelle ziemlich genau), 1,5 bis 2,0 ist dann schon etwas breiter vertreten und die Masse liegt irgendwo zwischen 2,0 und 2,5, was ja auch normal ist. Aber wenn das bei euch so war, gibt es wohl tatsächlich so viele Überflieger. Wenn der Ref-Platz bei uns bei 1,0 läge, würde demnach aus meinem Jahrgang an meiner Uni niemand einen erhalten. 😉

      Antwort
      1. krimskrams

        Bei uns war DaF/DaZ ein kostenloses Zusatzangebot, für das man sich lediglich bewerben musste. Bei mehr Bewerbern als Plätzen wurde dann ausgelost. Ich hab das trotzdem nicht gemacht, weil ich zu viel mit meinen zwei Masterabschlüssen zu tun hatte. 😉
        Wenn es bei euch mit dem Gym so schwarz aussieht, kannst du tatsächlich nur auf eine möglichst gute Note und das Quäntchen Glück hoffen. Tritt das nicht ein, wirst du wohl auf lange Sicht nicht darum herumkommen, dich fragen zu müssen, ob du lieber in deiner Heimat an einer anderen Schulform unterrichtest oder für deinen Berufstraum in ein anderes Bundesland ziehst. Das System ändern können du und ich leider nicht. So wie ich es verstanden habe, gibt es bei euch auch keine Gesamtschulen oder sowas, oder? Die haben ja auch eine Oberstufe. Hier in Niedersachsen werden die gefördert ohne Ende und viele Gym-Lehrer kommen da unter und sind dort auch sehr zufrieden.

      2. tinatainmentia Autor

        😮 das gibt’s ja nicht! Ich wollte den Schein schon lange machen und habe überlegt, den später nachzuholen, aber der Preis bleibt hier leider. 1350€ (habe ich eben noch mal nachgeschaut), und die muss man selbst tragen, das wird nicht irgendwie gesponsort oder so. Ich hab‘ mich ja schon immens darüber aufgeregt, weil ich finde, wenn es den Bedarf an den Leuten gibt, sollte man wenigstens auch die Option haben, den in einem anständigen Rahmen für Studenten erschwinglich zu machen, denn bereit dazu wäre ich ja (und einige meiner Freunde auch).
        Ja, vor allem wohl auf das Quäntchen Glück. Von den Noten her bin ich schon in den oberen 10% des Jahrgangs, so ist es nicht, aber das Examen fehlt ja noch, und das rüttelt wie gesagt noch mal viel an der Note, und dann eben noch die Ref-Note. Damit insgesamt finde ich 1,7 wirklich extrem schwierig, aber das ist hier von den Noten wohl wirklich etwas anders verteilt. Wenn man hier aus der Uni mit 1,5 rausgeht, ziehen die Leute schon den Hut.
        Ich werde sehen, wie die Optionen später aussehen, ich wäre ja auch dazu bereit, ein paar Jahre lang nur Vertretungsstellen zu übernehmen, solange es absehbar wäre, dann doch irgendwo möglichst ohne diese Arbeitslosenregelung von 6 Wochen reinzukommen. Ansonsten bleibt Nordostdeutschland eben eine Option im Hinterkopf, auch wenn ich darauf wirklich ungern zurückgreifen würde. Mit mehr Glück als Verstand könnte ich ja vielleicht doch eine Gymnasialstelle hier im Süden finden.
        Hier werden gerade besonders Gemeinschaftsschulen gefördert, vor allem eben von den Grünen. Das Konzept klingt nett, finde ich aber in der Umsetzung tatsächlich ziemlich unrealistisch und problematisch. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Jahren noch entwickeln wird.
        Es muss jetzt erst mal weitergehen, die letzten wenigen Scheine, die Zulassungsarbeit und das Examen, aber Spaß macht das gerade bei den Aussichten nicht besonders viel. Es fällt mir schwer, das gänzlich auszublenden, zumal es ja immer näher rückt.

  3. pimalrquadrat

    Ach, Tina… 😦
    Ich kann deine Gedanken sehr gut verstehen und nachvollziehen. Die Situation ist echt eine Katastrophe, und wie man es sich leisten kann, super ausgebildete Fachkräfte dermaßen zu verheizen, das werd ich nie verstehen. Ich hab es erst neulich im Freundeskreis mitbekommen, wie allein an einer Schule drei Kollegen nach Sachsen oder Sachsen-Anhalt abbeordert wurden, ohne sich dagegen wehren zu können, und eine Referendarin nach abgelegtem Examen ebenfalls Richtung Osten versretzt wurde. Nur: Die werden nicht wiederkommen, da sie dort ihre Arbeit quasi sicher haben.
    Das ist einfach nur dumm, und einfach nur traurig und unfair euch gegenüber.

    Ich schließe mich dennoch Frau Krimskrams an, mach erst einmal dein Examen und schau, was dich im Ref erwartet. Das ist eh ein ziemlicher Brocken, wer weiß, wie das läuft? Du weißt, ich wünsche dir nur das Beste, aber du weißt auch, wie viel da auf einen niedergeht.
    Was ich sagen möchte: Es steht dir noch so viel bevor, dass es sic hnicht lohnt, dich übermäßig zu plagen von wegen Einstellungschancen. Obwohl du nicht anders kannst, das weiß ich auch. 😉
    Und bis dahin gibst du dein Bestes. Ich drück dir alle Daumen dafür, dass es bei dir klappt!

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ein Lebenszeichen von Pi-Er! Juhu! :mrgreen:

      Wie, die wurden von Ba-Wü nach Sachsen versetzt?! Wie passiert das denn, also außer, dass man sich selbst dann in Sachsen bewirbt? Ich dachte, die Bundesländer kochen da alle ihr eigenes Süppchen und beanspruchen ihre Leute am liebsten für sich, obwohl sie die dann nicht einstellen *rolleyes*. Ich weiß nicht, ob das jetzt anders ist, aber in meinem Praxissemester hatten die Refs auch richtige Probleme, aus BaWü rauszukommen, weil der Schnitt bei einer Bewerbung in einem anderen Bundesland irgendwie um 0,5 runtergesetzt worden ist, um den Bewerbern aus dem Bundesland selbst keine allzu große Konkurrenz darzubieten. Ähm… what?! Ich sag es dir, dieser Föderalismus nervt mich echt immens.

      Ja, um das Ref mache ich mir ja auch so schon genügend Sorgen 😉 , da bleiben die Überlegungen zu Alternativen (bzw. meiner Alternativlosigkeit^^) aber dieselben. In dem Fall wäre es für mich ja nicht so wichtig, ob es an den Einstellungen oder am Ref scheitert, das Ergebnis, dass ich eine Alternative bräuchte, wäre das gleiche, und das nagt an mir.
      Achja, das liebe Examen. Erst Montag wurde uns gesagt, dass es jetzt noch mal etwas schwieriger wird ab diesem WS (vom LLPA aus). Die Dozenten gehen davon aus, dass die sich jetzt gewissermaßen noch mal „aufspielen“ müssen, weil sie ab der Bachelor/Master-Umstellung nichts mehr zu sagen haben werden *rolleyes*. Irgendwie habe ich echt die optimale Zeit für mein Studium erwischt… x)

      Ja, ich gebe ja immer mein Bestes, weißt du ja. 😉 Aber ich tue mir wirklich schwer damit, einfach ganz optimistisch davon auszugehen, dass das schon alles gut werden wird. So habe ich die letzten Jahre über gedacht und je länger ich das gedacht habe, desto schlechter ist die Situation geworden.
      Danke 😀

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Mich wird man halt nur sehr schwer los. 😀
        Du, frag mich nicht danach, wie das möglich ist. Ich weiß aber, dass die nicht freiwillig in den Osten gegangen sind, sondern gegangen wurden. Insofern, da scheint es wohl doch Möglichkeiten zu geben. Was die Sache nicht prickelnder macht, oder? 😦
        Ich weiß, ich kenn dich ja. 😉
        Und ja, unterm Strich macht es keinen Unterschied, warum du nun eine Alternative brauchst. Ok, du kannst mit Alternativlosigkeit Kanzlerin werden. 😛
        Aber es macht doch noch einen Unterschied, ob du „scheiterst“ oder halt „nur“ nicht genommen wirst, finde ich. Aber ja, das hilft halt im Alltag auch nicht so recht.
        DAs LLPA ist doch auch so ein Scheibenkleisterhaufen, was die sich da herausnehmen, unverschämt!

        Ich weiß, du machst das schon richtig. 🙂
        Aber hey, manche Dinge lassen sich nicht beeinflussen. Ich hab durch eine ziemlich unwirkliche Verkettung vpn Umständen meinen Platz bekommen, und ich hätte es deutlich schlimmer treffen können. Wer weiß also, wie es bei dir weitergeht? Vielleicht ist das auch nur eine Art „backlash“ nach meinem Ref, aber ich geh da etwas fatalistischer heran mittlerweile. Ok, auch das hilft dir nicht, aber ich muss dir ja auch mal wieder schreiben, nicht? 😛

      2. tinatainmentia Autor

        Das klingt wirklich seltsam und ja, auch etwas beängstigend. 😀 Hoffen wir mal, dass das jetzt nicht zur Normalität wird.
        Oh weh, und am Ende schimpfst du dann nur noch über mich, wenn ich Kanzlerin bin, wie? 😛
        Joa, aber das Resultat bleibt eben dasselbe, da sind die Umstände ja letztlich nicht so entscheidend. Für einen persönlich natürlich schon, aber für das Brötchen-Verdienen und das „wie es weitergeht“ ja nicht so.
        Ach, die. Mit denen stehe ich echt auf Kriegsfuß, ich sag es dir.

        Sicher, aber auch du hast lange nach einer Alternative gesucht, nachdem es mit dem Lehramt nichts wurde. Von daher dürftest du ja am besten verstehen, wie schwierig sich so eine Suche gestalten kann… und das macht mir eben schon Angst, da nichts in der Hinterhand zu haben.

        Ja, allerdings, ich sitze schon auf glühenden Kohlen für neue Mails, weil ich schon wieder was zu sagen hätte und nicht noch eine dranhängen will, bevor du Zeit findest, zu antworten! 😉 Wenn du erst mal umgezogen bist und das WLAN funktioniert (ganz wichtig!), findest du am Wochenende bestimmt mal wieder Zeit für 1-2 Mailchen. 😉

  4. schokinchen

    Genau die gleichen Gedanken haben mich auch immer wieder seit Beginn des Studiums (WS10/11) beschäftigt und ich würde lügen, wenn ich dir sagen würde, dass ich mir momentan gar keinen Kopf über Einstellungschancen mache.
    Aber die Sache ist die:
    Man kann immer nur einen Schritt nach dem anderen tun und kann nicht ans Ende springen. Mir selber fällt es auch häufig schwer mich damit anzufreunden, aber man darf das hier und jetzt auch nicht aus den Augen verlieren. Das heißt für mich das Ref und für dich erstmal das Studium erstmal möglichst gut meistern. Und glaub mir: Ich habe mir in meiner Studienzeit auch immer die Statistiken angeguckt und angehört, was die Fachleute meinen und allein in meiner Studienzeit gab es bestimmt 3 Veränderungen der Lage. Also halte die Ohren steif – das wird schon ☺

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Klar, aber die Gedanken sind nicht ganz auszublenden, insbesondere, wenn man jährlich die neuen Zahlen sieht. Ich lebe auch danach, alles sehr kleinschrittig zu machen – jetzt erst dieses Referat, danach den Essay und die Hausarbeit, um Schein für Schein eben so gut wie möglich zu absolvieren, auch wenn er am Ende nur einen Bruchteil zählt. Inzwischen kann ich meine verbleibenden Scheine allerdings an einer Hand abzählen, und dann kommen ’nur noch‘ Zula und Examen. Das sind noch große Brocken, klar, aber die Schritte bis Studiumsende sind einfach inzwischen sehr wenige geworden. 😉 Und das Ref, ja, das bereitet mir auch ohne die Aussichtslage Bauchschmerzen, aber es muss ja. Wie gesagt, bei mir schwingt da beides mit – ich mache alles Schritt für Schritt, aber ich denke trotzdem auch über das große Ganze nach und darüber, was am Ende der Ausbildung sein wird. Und da die letzten Jahre so schnell an mir vorbeigerauscht sind, sehe ich zwei Jahre auch tatsächlich gar nicht mehr als sonderlich viel Zeit an – das ist alles gar nicht mehr so weit weg. 😉
      Viel Erfolg für dein Ref!

      Antwort
  5. rhadamanthys

    Ich weiß ja nicht, ob eine starke AfD Opposition das tägliche Leben beeinflußt, aber Berlin veröffentlicht jetzt die VERA Ergebnisse nicht mehr. Vermutlich will die SPD die anderen Bundesländer nicht beschämen oder so.

    Antwort
  6. lilohenner

    Also Tinalise, jetzt reichts, jetzt hab ich voll das schlechte Gewissen! Was machst du dir denn für einen Kopf! Hätt ich nur meinen Beitrag noicht geschrieben, wenn ich geahnt hätte, was du dir dann für Gedanken machst…
    Also 1. Man weiß nie, was das Leben bringt, ganz ehrlich, genieße die Gegenwart und freue dich, dass du gesund und so motiviert bist – dann schaffst du es sowieso!
    2. Versetzungen von einem Bundesland in ein anderes sind immer noch sehr schwierig, hör lieber nicht auf Gerüchte, die machen dich nur verrückt.
    3. Unsere Referendarinnen mit den ungünstigen Fächerkombinationen waren dieses Jahr wirklich super und haben lange gesucht, aber alle eine Stelle bekommen – nicht immer die Traumstelle, aber siehe 1.
    4. Das Referendariat und das zweite Staatsexamen sind viel wichtiger als das erste und – ganz nebenbei, da ich mein Ref ja auch in BaWü gemacht habe – ich fand es viel leichter, dort zu punkten, weil man dort endlich mal als Person wahrgenommen wird und nicht so eine anonyme Nummer ist wie bei mir damals an der Uni – das Ref bietet ganz andere Chancen.
    Grübele nicht so viel, gib dein Bestes, wie du es eh schon machst, und dann wirst du Lehrerin werden und mit aller Wahrscheinlichkeit auch hier in BaWü, falls du nicht aus Interesse an die Ostsee oder ins Erzgebirge willst 😉

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ach, Frau Henner, du hast da keine Schuld 😉 , du hast das Ganze nicht ausgelöst. Bzw. wenn überhaupt, dann hast du allenfalls ausgelöst, dass ich das mal verblogge. Diese Gedanken tragen meine Kommilitonen/Freunde und ich ja schon seit Jahren mit uns rum, denn die Prognosen sind uns ja nicht gänzlich fremd und auch das Landeslehrerprüfungsamt verpasst keine Gelegenheit, uns die Sachlage vor Augen zu führen („Gymnasium wird schwierig, sehr schwierig, fassen Sie die Berufs- und Gemeinschaftsschulen ins Auge! Oder machen Sie ein Drittfach, dann aber Mathe oder Physik oder Latein!“). Letzteres wurde mir übrigens auch im Praxissemester mehrfach nahegelegt, „mhh, ohne gesuchtes Drittfach wird das echt schwierig, mit Drittfach erweitern Sie wenigstens Ihr Profil“ etc. pp.
      Auffällig ist allerdings, dass sich vor allem die „guten“ Leute unter den Kommilitonen sorgen, während die Leute, die auch mal Fünfe grade sein lassen und finden, dass 2,3 eine super Note für eine Hausarbeit oder eine Klausur ist, da irgendwie tiefenentspannt sind.

      Puh, 4. ist jetzt nicht so gut, vorm Ref habe ich nämlich echt Angst. Sämtliche Leute inklusive der Schwester (die inzwischen selbst Referendare ausbildet) erzählen nur Horrorgeschichten, das ist fürchterlich! 😀 Aber interessant, deine Sicht darauf habe ich tatsächlich bisher von noch niemandem vernommen. Jetzt erinnerst du mich ein bisschen an meinen Fahrlehrer, der mir damals erzählt hat, dass die praktische Prüfung viel leichter sei als die theoretische, weil man da mehr dran drehen kann als Prüfling. 😉 (Ich stimme bis heute nicht zu, aber klar, es ist auch eine Möglichkeit, die Sache zu sehen.)

      Danke, schön zu hören, dass du da so optimistisch bist. 😉 Deine Ref-Leute machen mir tatsächlich auch wieder ein bisschen Hoffnung, aber ja, wie gesagt, die Prognosen und auch das LLPA drücken da immer wieder den Optimismus runter. Damit stehe ich in meinem Jahrgang nicht alleine da, auch wenn wir natürlich wissen, dass es uns auch nichts bringt, wenn wir uns verrückt machen. Ist nicht immer so leicht, die Zukunftssorgen im Hinterkopf auszuschalten.

      Antwort
      1. rhadamanthys

        Die Leute mit den schlechteren Noten sind nicht trotzdem tiefentspannt, sondern haben die schlechteren Noten, weil sie tiefentspannt sind.

        Allerdings ist die Wahl eines überlaufenen Faches aber die persönliche Entscheidung. Ich habe bspw. wegen der Festlegung auf ein Ingenieurstudium das letzte Jahr in der Schule sehr entspannt verbracht und auch an der Uni nicht so auf die Noten schauen müssen.

      2. tinatainmentia Autor

        Da wird etwas dran sein.

        Natürlich ist das eine persönliche Entscheidung, die für mich aber nicht nur aus dem Kopf getroffen wird. Das habe ich hier (https://tinatainmentia.wordpress.com/2014/12/08/studiengangs-entscheidungen/) in aller Breite mal dargelegt, damals übrigens noch deutlich optimistischer als heute, aber das muss ja wieder werden. 😉
        Du scheinst dich für das Ingenieursstudium sowohl interessiert zu haben als auch vermutlich zumindest ein Mindestmaß an Begabung dafür mitgebracht zu haben, sodass du dich da nicht die ganze Zeit nur durchquälen musst und es eigentlich hasst. Das ist dann ja auch völlig in Ordnung und du hast dahingehend dann wohl auch etwas „Glück“. Meine Interessen liegen eben leider in diesen überlaufenen Fächern, also klar, das war eine persönliche Entscheidung, die aber eben auch mit meiner „Philosophie“ dahinter zusammenhängt. Ich freue mich für dich, dass es bei dir passt! Klar wäre es mir auch recht gewesen, wenn ich mich mehr für Chemie als für Englisch hätte begeistern können, aber dem war nun mal eben nicht so und jetzt versuche ich, das Beste draus zu machen und meiner Linie trotzdem treu zu bleiben.

      3. lilohenner

        Als ich an der Uni meinen Abschluss gemacht habe, hieß es: „Wir brauchen Lehrer, machen Sie ja schnell fertig, wir freuen uns auf Sie!“ Als ich dann tatsächlich fertig war, hieß es: „Wir brauchen keine Lehrer, sehen Sie zu, dass Sie in einem anderen Bundesland glücklich werden!“ Mein Fazit: Höre nie auf das LLPA!

  7. Coreli

    Hallo Tina,
    wie wäre ein interessantes Hobby wie erste Hilfe? Oder Theater? Oder Mediator? Nur so für schulscharfe Stellen? Außerdem gibt es im Ref für Sprachler sehr viele 1,0 en.
    Und selbst wenn es dann nicht langt: ZEitverträge und in den Schulen nützlich machen. Und strebsamster Aufsteiger wurde wegen schlechter Noten nur mit einem Jahresvertrag bei uns eingestellt und steht jetzt 8 oder 9 Jahre später kurz vor dem Studiendirektor Titel. Unser absoluter Tiefflieger, den selbst die beruflichen Schulen nicht wollten und die Schüler urteilten „Netter Typ, aber als Lehrer ne Knalltüte“ ist nach mehreren Jahren KRankheitseinspringer nun ein wohlgeschätzter angesehener Kollege (und immer noch ne Knalltüte),
    Und dann gibt es Dörfer rund um Sttgt sagen wir mal Wasseralfingen, Lauchheim oder Albstadt, da will nicht so unbedingt Jemand hin. Alle wollen in die Großstadt. Dort ein paar Jahre bis zur Lebenszeit. Also wenn Unterrichten Dein Leben ist, dann kann Dich doch Albstadt nicht schrecken, oder?
    LG
    Coreli

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Danke für deinen Kommentar, Coreli. Ja, engagiert bin ich eigentlich immer gewesen, egal was ich gemacht habe, also komme ich darüber vielleicht auch nach ein paar Jahren rein, da magst du Recht haben. Das erbaut mich jetzt wieder ein bisschen. 😉
      In Stuttgart und Umgebung kenne ich mich gar nicht aus, aber nein, Dörfer schrecken mich eigentlich nicht ab. Ich weiß nicht, was die Welt mit Großstädten hat – ist ja alles laut und teuer da! 😀

      Antwort

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