Von den Tücken des Staatsexamens.

An meiner Uni gibt es noch einen aussterbenden Studienabschluss, zumindest, was das Lehramt anbelangt. Die Juristen und Mediziner dürfen es vermutlich noch eine Weile behalten, fürs Lehramt sind die Zeiten bald vorbei. Ich studiere aber schon so lange bin aber noch früh genug in der Uni gelandet, um es noch machen zu dürfen: Das gute alte Staatsexamen.

Naja. So ganz stimmt das nicht. Es ist nicht mehr das gute alte Staatsexamen, bei dem man noch Examensklausuren schrieb und die Noten aus der Scheine-Sammlerei-Zeit nicht zählten. Wir sind reformiert, modularisiert – bei uns zählt alles, es gibt keine Sitzscheine, und das Examen wird hochkomplex berechnet (vereinfacht gesagt: alles, was man so zusammenstudiert, ganz knappe 50%, die Zulassungsarbeit knappe 10%, die mündlichen Abschlussprüfungen in etwa 30%, und das ganze Begleitstudiumsgedöns die letzten 10%). Das hat Vor- und Nachteile. Meiner Meinung nach überwiegen erstere – ich bin froh, dass am Ende nicht alles auf ein paar Tage ankommt und ich fünf Jahre in die Tonne treten kann. Es gibt aber auch Leute, die das anders sehen.

Nun. Und dann gibt es mit diesem schnieken, traditionellen Abschluss noch an die 5000 (Hyperbel) Problemchen, die einem das Leben unnötig schwer machen.
Weil ich Studentin bin, muss ich mich selbstredend darüber aufregen – und mal erklären, wieso es so schwer ist, die Frage(n) „Und wie lange studiert man da so?/Wie lange studierst du noch?“ zu beantworten. Andere arme Säue Menschen, die das liebreizende modularisierte Staatsexamen auch machen dürfen müssen, finden das vielleicht interessant. Master-Absolventen freuen sich vielleicht. Und allen anderen ist es wohl herzlich wurschd, deshalb hier der Cut. 😉 

Wo fängt man bei der Misere am besten an? Vielleicht hier, und vielleicht liegt das auch nur an meiner Uni, aber naja: Man wird kaum informiert, bzw. wenn, dann erst dann, wenn das Kind eh schon in den Brunnen gefallen ist.

Ich bin kein Freund davon, dass man jeden Studenten an die Hand nehmen sollte und ihm kleinschrittig erklären sollte, wie das Leben die Uni funktioniert, das wisst ihr. Aber ein bisschen mehr Info wäre auch ganz nett. Es läuft nämlich so: 

Als junger Student im Grundstudium (in etwa vergleichbar mit dem Bachelor) steht man vor diesem Riesenberg an Modulen, die man in den nächsten 10 Semestern (Regelstudienzeit) abarbeiten soll. Man hat keine Ahnung von nichts, aber man tastet sich halt mal so ran. Belegt seine Pflichtvorlesungen, die Proseminarchen, besteht seine Klausuren und schreibselt munter seine ersten Hausarbeiten. Hauptsache, man kriegt alle Module für die Zwischenprüfung, die in etwa als Bachelor-Äquivalent gesehen wird, zusammen. Schön. Dann freut man sich. Und hat sämtliche Scheine bei irgendwelchen Doktoranden belegt. Oder halt bei Leutlein, die schon einen Dr. haben, aber keinen Prof. Denn die Profs, die gibt’s erst im Hauptstudium zu sehen. Aber dazu kommen wir gleich.

Inzwischen ist man also nicht mehr ganz so jung unwissend wie am Anfang, hat seine Zwischenprüfung bestanden und damit das Grundstudium erfolgreich abgeschlossen. Man schreitet also zum Hauptstudium weiter. Um das Examen macht man sich noch keinerlei Gedanken, denn das ist noch LichtJahre entfernt. So belegt man also brav weiter diverse Module, die die Prüfungsordnung vorsieht. Nach Themen, die einen interessieren und so. Im Vorlesungsverzeichnis gibt es also z.B. zum Modul „Hauptseminar Neuere Deutsche Literatur“ 10 Parallelveranstaltungen, und davon sucht man sich eben das raus, was thematisch am interessantesten klingt und irgendwie in den Stundenplan passt. (Stundenplan! Dazu muss ich gleich auch noch was erklären.)
Wenn man noch mit Fremdsprachen zu tun hat, geht man übrigens wenn möglich auch noch ins Ausland, um einige der Pflichtmodule dort zu absolvieren, die dann an der Heimat-Uni auch brav anerkannt werden. Super! Oder…? 

Naja, und dann kommt irgendwann die Zeit, wo man sich dann doch mal mit dem Examen, das immer noch in weiter Ferne ist, beschäftigt. Also zumindest, wenn man eine Streberin halbwegs vorbildhafte Studentin wie die Tinalise ist. 

Und dann trifft einen der Schlag. Denn man stellt plötzlich fest:

Erstens: Ätsch, du brauchst pro Fach mindestens zwei Prüfer. Und doppelätsch: Von deinen bisherigen Dozenten darf dich gar niemand prüfen. Generell dürfen dich nur etwa 15-20% der Lehrenden prüfen. Aber wer überhaupt?

Man begibt sich in den Weiten der Uni-Homepage auf die Suche. Und wenn man Glück hat, findet man für das ein oder andere Fach irgendwo in der hintersten verstaubten Ecke vielleicht auch eine Liste. Die dann in etwa so aussieht: Prüfungsberechtigte Dozenten (Master): Prof. Dr. A, Prof. Dr. B, Prof. Dr. C*, Prof. Dr. D, Prof. Dr. E*, Prof. Dr. F, Prof. Dr. G, Prof. Dr. H. Mit Sternchen versehene Dozenten sind prüfungsberechtigt für das Staatsexamen.
Witzig. Natürlich hatte ich weder ein Modul bei Herrn C., noch bei Herrn E. Dafür aber bei Frau A. und bei Herrn F. Schade. Und wie sieht’s im anderen Hauptfach aus?! …

… Da sucht man die Liste noch heute. Es existiert keine. Man muss also erst mal nachfragen. Daraufhin erhält man dann eine Antwort, die ähnlich aussieht. In der einen Disziplin sind 3/10 Dozenten prüfungsberechtigt, in der anderen 2/8. Ahja. Und weil es sonst zu einfach wäre, verkünden ebenjene Dozenten dann noch prompt: „Also, wenn Sie bei mir aber kein Seminar gemacht haben, dann prüfe ich Sie ja sowieso nicht.“ Schön.

Zweitens: Die Themen. Das ist ja schön, dass Sie Scheine zu diesem und jenem Thema gemacht haben, aber die sind fürs Examen leider nicht prüfungsrelevant. Bzw. könnten Sie schon sein, aber… naja. Der entsprechende Kollege, bei dem Sie das gemacht haben, ist ja nicht prüfungsberechtigt. Und die prüfungsberechtigten Dozenten können das Thema halt nicht.

Wenn man diese Feststellung also – wie in meinem Fall – noch nicht gänzlich am Ende des Studiums, sondern nur so im letzten Drittel festgestellt hat, gibt es noch Hoffnung. Man hat ja noch ein paar wenige Module zu belegen, man achtet jetzt also nicht mehr nur auf Thema (das sich bitte fürs Examen eignet!), sondern auch auf den entsprechenden Prüfungsdozenten. So weit, so gut.

Auch ganz witzig übrigens: Die Anglistik z.B. möchte gerne, dass ein Schwerpunktthema fürs Examen in Literaturwissenschaft zeitlich nach 1945 liegt. Jetzt dürft ihr gerne raten, wie viele Seminare allsemesterlich zu solch moderner Literatur angeboten werden. Na? Naaa? Richtig. Gar keins. In Ausnahmefällen vielleicht mal eins. So in einem von neun Seminaren. Am besten bei einem Dozenten, der gar nicht prüfungsberechtigt ist. 

Drittens: Der Stundenplan. Den muss man sich im Lehramt übrigens selbst organisieren, es gibt keine vorgefestigten Pläne wie in anderen Studiengängen. Man ist komplett flexibel – und damit aber auch komplett den organisatorischen Tücken, 2,5 Fächer unter einen Hut zu bringen, ausgesetzt.
Themen und Dozenten jetzt im Blick geht es wieder an die allsemesterliche Bastelei. Und schnell  wird man auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Von den etwa drei Dozenten, die überhaupt im Staatsexamen prüfen dürfen, bietet in der Germanistik einer ein Seminar an. Also, ein Seminar. Zu einem Thema, das aber im Examen gar nicht relevant wäre. Ahja. Gleichzeitig bieten zwei der Anglistik-Prüfer zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls jeweils ein Seminar an. Witzig!
Ich kann die Scheine also schon alle machen. Bei jemandem, der am Ende nicht das Examen prüfen darf. Und wie genau komme ich da weiter? Gar nicht. Scheinfrei reinsetzen geht übrigens auch nicht, weil da ja eben diese ganzen Überschneidungen sind. Ich kann mich also für eines der drei relevanten Seminare entscheiden. Und die anderen schieben (passiert oft, wenn man auf alle oben genannten Faktoren achtet!).
Aber meine Dozenten lieben Montage nun mal. Freitags, freitags hätte ich Zeit en masse! Die Dozenten in der philosophischen Fakultät auch. Und das gedenken sie auch dabei zu belassen. Es gibt freitags keine für mich relevanten Veranstaltungen. Null. „Und wie lange studierst du denn jetzt noch? Und wieso hast du freitags immer frei?“, fragt meine Mutter. Gute Frage. Wüsste ich auch gerne. Und würde ich auch gerne ändern. Is‘ aber nicht. „Wenn du freitags auch ein paar Sachen belegen könntest, wärst du vielleicht auch schneller fertig.“ Ach nee. 

Viertens: Die Anmeldung. Man kann ja so ein Examen nicht einfach irgendwann anmelden. Nee nee, das muss bitte sechs Monate, bevor man denn gedenkt, diese Prüfung abzulegen, sein. Also quasi im Oktober, wenn man im April in die Prüfung will. Und man meldet sich dann ja nicht einfach mal so lustig an. „Hallo, ich bin die Tinalise, und ich würde dann gern Examen machen. Tschüß!“ Nee nee. Man gibt mal schön sämtliche Themen und sämtliche Prüfer an. Schon wieder witzig. Wie oben erklärt, hat es gerade nicht so gut geklappt mit den adäquaten Themen und prüfungsberechtigten Dozenten. Davor war ich im Praxissemester, also nicht an der Uni. Und im Ausland. Also auch nicht gerade bei Profs, die hier ein Staatsexamen abnehmen. Witzig, ne? Und jetzt sollte ich aber, so ich im April 2017 Examen machen wollte, bitteschön doch im Oktober schon alles klar haben. Kein Ding, echt. 

Fünftens: Die Zulassungsarbeit (vgl. Master-Arbeit), die man natürlich auch noch schreiben darf. Ja nee, da kommt man nicht drum rum. Man kriegt nur die Examensprüfungen noch obendrauf geklatscht. Herrlich. Diese schreibt man bitte auch nur bei einem fürs Examen prüfungsberechtigten Dozenten. Bei dem man aber bitte hoffentlich vorher auch schon eine Hausarbeit („Geht laut Ihrer Prüfungsordnung nicht mehr? Oh, das ist jetzt aber blöd. Das mache ich ja nicht so gerne.“) geschrieben hat. Und ganz wichtig: Wählen Sie das Thema der Zula so, dass es ganz deutlich von den zig Themen im Staatsexamen abgegrenzt ist. Nicht, dass wir’s Ihnen am Ende noch zu einfach machen und Sie über etwas prüfen, womit Sie sich schon ausgiebig beschäftigt haben… 



Ganz ehrlich, ich würde inzwischen jedem davon abraten, sich noch am Staatsexamen zu versuchen. Organisatorisch absoluter Humbug, der einem das Leben wirklich unnötig schwer macht. Von den Modulen her ist ein Lehramtsstudium mehr als gut in Regelstudienzeit zu schaffen. Ich war ein Semester im Ausland, das ich nur als „halbes“ Semester anerkannt bekam, und ein Semester in der Praxis, das ebenfalls mit 16 ECTS bepunktet wurde. In den anderen Semestern habe ich dafür im Schnitt 35-40 (empfohlener Schnitt: 30) erbracht, und das war ganz okay so. Ich habe es trotzdem geschafft, meine Scheine in weniger als 10 Semestern zu machen. Und was habe ich jetzt davon? Nicht besonders viel. Denn das Examen kostet mich vorneweg trotzdem ein komplettes Jahr. Ich weiß nicht, was das soll. Und ich weiß auch nicht, wieso die Master-Absolventen lediglich die Arbeit (die bei uns ja eben auch nicht entfällt) schreiben und dann aus der Uni spazieren können, während wir diesen Kram noch machen dürfen, der vorrangig nichts tut als Zeit und Nerven zu kosten.
Wie es beim Examen letztlich um Themen und Dozenten steht, könnte man den Studenten auch einfach mal mitteilen, bestenfalls schon im Grundstudium. Wenn man das nämlich rausfinden will, muss man wirklich mühselig auf die Suche gehen oder direkt beim Studienbüro nachhaken. Was man nun mal nicht früh genug macht – glaubt mir, ich bin noch sehr früh dran gewesen; die meisten kümmern sich darum in der Regel erst, wenn sie alle Module bestanden haben und dachten, sie könnten jetzt eigentlich mal locker ihr Studium abschließen. Alles, was man uns predigt, ist: „Ihr Abschluss ist der höchste, den man ohne einen Doktortitel erlangen kann. Er ist mehr wert als ein Master. Das wird Ihnen noch nützen.“ Schön, danke auch. An dieses Märchen glaubt dann wohl auch kein Mensch mehr. 

Wenn meine potentiellen Prüfungsdozenten also weiterhin alle nur noch lässig 0 bis 1 Seminar pro Semester anbieten, die sich dann alle noch überschneiden, kann es sich also nur noch um Jahre handeln, die ich scheinfrei, also eigentlich fertig, aber halt leider irgendwie doch nicht an der Uni rumhänge. Danke, liebe Uni. Und danke, liebes Bundesland.

Und Chapeau an alle, die diesen Mist tatsächlich durchgestanden haben.

Hiermit halten wir nun offiziell fest:
Eine Liste von Entscheidungen, die die Tinalise bereut:

1.) Latein als 2. Fremdsprache gewählt zu haben.
2.) In einem Bundesland mit nervigem, modularisierten Staatsexamen zu studieren. 

Over and out.

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25 Gedanken zu „Von den Tücken des Staatsexamens.

  1. pimalrquadrat

    Lichtjahre messen Entfernung, keine Zeit. 😛

    Genug kluggeschissen, das ist ja echt heftig! Wenn ich da an meine Zeit denke.. ^^‘
    Im Institut hing die Liste der möglichen Prüfer ab, und da tatsächlich nahezu jeder Prüfungsberechtigt war, und ich tatsächlich bei allen(!) bereits mindestens ein Seminar hatte, wenn auch nicht immer mit Hausarbeit (Sorry, Tina, das mussten wir damals noch nicht 😉 ), und die auch kein Problem damit hatten, Themen zu prüfen, die sie nicht in einem Seminar behandelt hatten, war das kein Problem.
    Oh, und in Mathe, fragst du vielleicht. In Mathe gab es einen Prüfer, zu dem alle Lehrämtler gingen, und dann hab ich noch drei weitere gesucht, die vernünftige Vorlesungen hatten (dass einer davon der Dekan war, naja, daran dachte ich erst einmal nicht XD) , und auch da ging das klar.

    Jedenfalls, ich find das Drama, dass deine Uni da veranstaltet, unter aller Sau, da hat man als Student keine Chance, wenn man nicht vorher Insidertipps hat.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Na, so gesehen ist Zeit in dem Kontext ja auch eine Dimension der Entfernung! 😮 Es heißt ja „Lichtjahre ENTFERNT“, also stimmt die Kongruenz und der alltägliche Sprachgebrauch auch. 😛 Was Physik angeht, ist mir das herzlich wurschd!

      Nahezu jeder prüfungsberechtigt 😥 ich weine gleich! Unsere Liste sieht echt so aus, dass für den Master an die 25 Leute gelistet sind, und davon dann vielleicht 5-6 (je nach Fach) ein Sternchen fürs Examen haben. Und Hauptseminare macht man pro Disziplin halt auch nur 2. Es kommt also echt kaum vor, dass man bei mehreren Prüfern eines – oder gar mehrere! – hatte, es sei denn, man hat das echt riiichtig früh mitbekommen und einfach alle anderen Dozenten und deren Themen ausgeblendet.

      Ja, so ist es. Man braucht die Insidertipps, oder man muss halt übermotiviert sein und sich schon als Drittsemester oder so mit dem ganzen Tralla da befassen – allerdings gestaltet sich das wirklich nicht so leicht, man muss da echt nach suchen. Oder eben in manchen Fällen sogar Mails loslassen, um Auskunft zu erhalten. Wie gesagt: Die Dozenten verweisen nur aufs Examenskolloquium. Das ja eh erst nach Beendigung des eigentlichen Studiums stattfindet. Wiiiitzig.
      Und selbst, wenn man das alles wirklich frühzeitig weiß: Bleibt das organisatorische Problem, da die entsprechenden Dozenten wirklich kaum Seminare anbieten und sich dann auch noch häufig überschneiden. Es ist echt ein schlechter Witz.

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Ich mag dich ja auch. 😉

        Heftig, wie es bei euch ausschaut! Da kann man ja echt ein böses Erwachen erleben und noch einmal zwei bis vier Semester dranhängen, wenn man nicht aufpasst! 😮

        Die Überschneidungen sind ja typisch fürs Lehramt, aufgrund der zwei Fächer,aber wenn schon die jeweiligen Fakultäten das nicht gebacken bekommen, die Veranstaltungen nicht alle zeitgleich zu legen, weia.

        Hast du denn schon eine Idee, wie du das alles unter einen Hut bekommen kannst?

      2. tinatainmentia Autor

        Ja, meine Idee ist, einfach nicht zu splitten. Aber ich kenne tatsächlich sonst niemanden, der das macht – in meinem Jahrgang und auch in denen über mir wird das Splitting als Normalität vorausgesetzt. Und das macht mir ein bisschen Angst. ^^ Aber ich hab‘ einfach keine Lust, wegen einer Examensprüfung ein halbes Jahr länger zu machen. Und zum nächsten April schaffe ich es nicht, weil ich im Oktober dann schon alles anmelden müsste, und wie das gehen soll, wenn ich jetzt immer noch nicht in jeder Disziplin die entsprechenden Dozenten kennengelernt oder Themen gefunden habe, weiß ich nicht. Das nächste Wintersemester scheint mir etwas knapp dafür, wenn man im Oktober dann schon alles angeben muss. 😮

    1. tinatainmentia Autor

      Ich habe mich mit einer Dozentin darüber unterhalten, dass im Bezug auf das Examen nie jemand Ahnung hat. „Aber wieso denn? Es gibt doch die Kolloquien!“ … Ja. Im allerletzten Semester vorm Examen. Also nachdem man schon alle Scheine absolviert hat. Ist ja kaum spät, was?

      Antwort
  2. sternenspieluhr

    Ich muss gerade so schmunzeln, weil ich mich einfach in jedem Absatz wiederfinde. Gott sei Dank ist es an meiner Uni nicht ganz so extrem mit den Prüfungsberechtigten für’s Examen, aber gerade in der Germanistik sollte man sich z.B. im Wintersemester 14/15 schon darum kümmern, wenn man im Wintersemester 15/16 geprüft werden möchte, wer einen prüft (und da ist man meist schon zu spät dran!). Ich fühle mit dir und kann mich deinen Worten nur anschließen, wobei ich noch einen kompletten Absatz über das Begleitstudium motzen könnte, denn da klingen bei uns immer alle Themen mega interessant, sind am Ende aber einfach nur ätzend und bringen dich KEIN STÜCK vorwärts.
    Ich war die erste in meiner Familie, die studiert hat.. und alle, die nach mir studieren, erhalten erst einmal drei Tage Einführung in das „System Studium“, damit sie sich nicht auch so durchquälen müssen wie ich.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ja, du bist ja auch in diesem netten Bundesland, da ist das ja kein Wunder, dass es dir ähnlich geht. 😉
      Das war bei uns im Begleitstudium auch so, aber das habe ich Gott sei Dank schon mit dem Grundstudium hinter mir gelassen (hihihi – wollte es loswerden!). Frag nicht, ich hatte auch Kurse zu „Heterogenität“ und „Leistungsbeurteilung“ und habe zu weder noch besonders Hilfreiches erfahren. Aber das ist mir halt relativ egal, das Begleitstudium zählt letztlich (s.o.) ja auch nicht viel und ist zwar lästig, aber letztendlich doch zügig abzuhaken. Im Gegensatz zum ollen Examen. Wir müssen uns vielleicht auch mal per Mail bzgl. Themen in Deutsch austauschen! 😛
      Machst du denn dieses Jahr schon Examen?

      Antwort
      1. Jess

        Ich hatte das Glück/Pech, dass man bei meinem Einführungstag das Begleitstudium nicht sooooooo extrem hervorgehoben hat und ich dementsprechend eher auf meine Fächer fixiert war. Dementsprechend habe ich aber noch ein blödes Seminar davon vor mir. Ich war aber vor allem von Pädagogischer Psychologie enttäuscht.. und zwar wirklich richtig enttäuscht.
        Ich sehe das mit dem Examen eigentlich gar nicht so eng. So viele Leistungspunkte macht es ja nicht aus und mir liegt eine mündliche Prüfung eher als eine schriftliche.. Ich glaube, damit stehe ich aber eher alleine da! 😀
        Wir können uns gerne mal per Mail austauschen, wobei ich mich wohl erst Ende März auf Themensuche in Deutsch begeben werde. Ich werd‘ mein Examen in Geschichte auf alle Fälle im WiSe 16/17 machen. In Deutsch muss ich nun schauen, dass ich ein paar (viele) Hausarbeiten schreibe, bevor ich sagen kann, ob ich es ebenfalls im WiSe 16/17 oder doch erst im SoSe 17 mache. Plan ist aber eigentlich, alles im Oktober/November abzuhaken und im Januar dann ins Referendariat zu gehen. Puuuh.

      2. tinatainmentia Autor

        Ja, das ging uns ähnlich, allerdings sind diese ominösen Begriffe wie BWB, EPG und MPK immer mal wieder aufgetaucht, und ich habe dann alles einfach in der Prüfungsordnung abgehandelt – beide BWB Vorlesungen in einem Semester, beide Seminare dazu und beide EPGs in einem anderen und so.
        Naja, Leistungspunkte machen die Prüfungen im Examen nicht so viel aus, das stimmt (nur 10 oder so?), in der Gewichtung finde ich es aber schon ziemlich heftig, dass jedes Fach doch 15% und das Examen insgesamt dann 30% zählt. Das ist immerhin fast ein Drittel der Note, das lediglich auf zwei Prüfungstage fällt. Klar ist das im Vergleich zum alten Examen nicht so viel, aber dafür haben bei uns ja eben alle Modulprüfungen schon in die Note reingezählt.

        Ah, na da hast du aber schön was vor dir! Ich habe in Deutsch auch noch nicht wirklich viele Ideen, deshalb wäre ein Austausch vielleicht ganz gut. 🙂 Ich wollte eigentlich das ganze Jahr 2017 fürs Examen nutzen, aber aus oben genannten Gründen sieht es mit Prüfern (und Themen) so mager aus, dass das wohl etwas knapp wird, alles im Oktober anmelden zu können. Ich überlege deshalb, nicht zu splitten und beides im Wintersemester 2017 zu machen – und ’18 dann im Januar ins Ref, also evtl. alles ein Jahr nach dir, obwohl ich auch dieses Jahr noch scheinfrei sein werde.

  3. lottaimref

    Ich habe auch das Staatsexamen und das wird sich bei uns auch nicht in Bachelor/Master ändern, aber modularisiert ist es natürlich trotzdem. Aber bei weitem nicht so kompliziert wie bei euch!
    Gerade das mit den Prüfern ist gar kein Thema. Man geht in Vorbereitungsmodul X (bspw. für Literaturwissenschaft in Deutsch) und der Dozent prüft einen dann auch. So hatte man dann in jedem Fach die Wahl, ob man Literatur- oder Sprachwissenschaft mündlich oder schriftlich macht. Dazu kamen die Didaktikprüfungen und zwei Erziehungswissenschaftsprüfungen plus die Examensarbeit. Also irgendwie alles sehr überschaubar und unkompliziert (für mein Empfinden). Und auch nicht alle Noten aus den Modulen gingen ein, ein paar (i.d.R. die mit der schlechtesten Note) konnte man streichen. Also alles in allem eine relativ faire Sache!

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Also schließt man bei euch trotz Bachelor/Master mit Examen ab? Interessant! Bei uns ist es halt ein modularisiertes Staatsexamen, aber wir sind eine aussterbende Art ^^, hier wurde letztes Jahr dann auch der Bachelor eingeführt. Und im Master wird dann einfach die Arbeit geschrieben, Abschlussprüfungen gibt es gar keine. Seltsam, das.
      Klingt super bei euch! Allein das mit dem Vorbereitungsmodul klingt gut. Bei uns ist das Examen so gesehen eben entschlackt, wir haben nur noch die mündlichen Prüfungen (aber für alle Disziplinen, also Grundwissen, Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft. Mit X Schwerpunktthemen und eben „alles und nichts“ im Grundwissen), aber dafür zählt wie gesagt eben auch jede einzelne Note aus dem Studium. Ich finde es angenehmer so als früher, als wirklich nur das Examen zählte. Eures klingt wie eine gute Mischung aus beidem.

      Antwort
      1. lottaimref

        Bachelor/Master haben wir nicht. Schimpft sich Grund- und Hauptstudium und ist eben auch modularisiertes Staatsexamen, sodass ein Uniwechsel nicht so problematisch wäre. Nur muss man sich bei uns eben nicht für den Master bewerben. Man kann halt komplett durchmachen.
        Ich war mit der Mischung auch wirklich sehr zufrieden!

      2. tinatainmentia Autor

        Achso ja, so ist das bei uns (derzeit) auch. Ich habe auch Grund- und Hauptstudium, modularisiertes Staatsexamen eben. Aber das Land hat letztes Jahr den Bachelor/Master eingeführt, sprich, 2022 oder so werden die letzten auf Examen geprüft, danach gibt es nur noch den Master.

  4. Lea

    So ganz stimmt das mit dem Master ja auch nicht. Wir spazieren leider nicht einfach so nach der Masterarbeit aus der Uni, sondern haben auch in jedem unserer Fächer Abschlussprüfungen. Im Gegensatz zum Staatsexamen, wo ihr euch ja viele Monate vorher schon für anmelden müsst, belegen wir die jeweiligen Abschlusskurse (bspw. Eng. Linguistics UND American oder British Lit.) und haben im Anschluss dann eine zusammenhängende Prüfung über beide Seminare. In den Seminaren müssen wir auch Schwerpunkte setzen (bspw. Sociolingu, Morphology, Pragmatics) und werden dann über diese drei Schwerpunkte geprüft.
    Ganz so einfach wie du es oben beschreibst ist es also leider doch nicht 😉

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Das ist bundesländerabhängig. Einige von meinen Freunden haben den Master of Education gemacht bzw. sind gerade dabei. Dort genügt die Master-Arbeit, es gibt eben KEINERLEI Abschlussprüfungen. Niente. Es gibt die Module, so wie bei uns, die wissenschaftliche Arbeit, wie bei uns, und dann nichts mehr – eben nicht wie bei uns.
      Ich hätte auch gerne Abschlusskurse übrigens. Das finde ich eigentlich eine gute Sache! Besser als über Kurse geprüft zu werden, die man vor 3-4 Jahren belegt hat.
      Und ja, wir werden auch in Linguistics (2 Schwerpunktthemen), American und British Literature (insgesamt 3 Schwerpunktthemen) geprüft, inklusive Überblickswissen. Diese Prüfung ist auch zusammenhängend. Das ist also alles so ziemlich das gleiche.
      Wie gesagt, es kommt auf das Bundesland an. Hier und in mindestens zwei Nachbarländern genügt eine Master-Arbeit im M.Ed., während im StEx eben die Abschlussprüfungen hinzukommen. Und das ist ganz schön ärgerlich. Vor allem, weil ich es ohne Abschlussprüfungen unter der Regelstudienzeit geschafft hätte.

      Antwort
  5. Pingback: Warum unser Studiengang einfach unverschämt ist… | tinatainmentia

  6. singendestudentin

    Da habe ich ja einen sehr schönen Eintrag gefunden. Vielen Dank für die Hinweise.

    Ich werde im kommenden WS mit meinem Lehramtsstudium für Gymnasium in den Fächern Englisch und Russisch beginnen. Bin aber kein kompletter Neuling, da ich gerade schon Musikwissenschaften/Anglistik studiere und diesmal auch schlauer angefangen habe.

    Nicht nur den Eintrag auf der Uni-Seite gelesen, sondern auch alle drei Studienordnungen sowie die Prüfungsordnung, dazu schon ein Gespräch mit dem Studienberater und demnächst noch eins mit den Studienfachberater. Aber von all Deinen Hinweisen (besonders das mit den Dozenten) habe ich nichts gefunden. Ist das an jeder Uni so?

    Es ist ja bei mir dann das „neue“ Staatsexamen, da werde ich auf jeden Fall auch nochmal genauer schauen.

    Ich behalte Deine Hinweise auf jeden Fall im Hinterkopf. Vielen Dank.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Hey,

      du, das ist mit Sicherheit nicht allgemeingültig. Ich denke nicht, dass es an jeder Uni so mies läuft, ich habe da einfach einen Saftladen erwischt. 😉 Hinzu kommt übrigens, dass das bestimmt – wie alles im Bildungswesen – auch nochmal aufs Bundesland ankommt. Ich habe auch schon das „neue“ Staatsexamen, aber meine Prüfungsordnung ist dennoch von 2009. Unser Land hat jetzt aber 2015 auf Bachelor/Master umgestellt, d.h. ich gehe davon aus, dass du in einem anderen Bundesland studieren wirst, da wird es noch mal anders sein. 🙂

      Gewarnt wurde ich vor diesen Dingen allerdings auch nicht, das wurde uns ja nicht mal irgendwann innerhalb des Studiums erzählt, das findet man alles nach und nach selbst raus, das ist ja das Blöde daran. 😡 Mich ärgert es z.B., dass meine Uni nicht von Anfang an darauf hingewiesen hat, dass nur eine handvoll Dozenten Staatsexamen prüfen darf und man dann eher bei diesen Dozenten Seminare belegen sollte falls möglich.

      Ich würde dir raten, dich einfach gleich zu Studiumsbeginn damit auseinanderzusetzen, wer tatsächlich prüfen darf und wie sich das Examen am Ende zusammensetzt. Auch, wenn es dann noch in weiter Ferne ist, hilft es, sich da frühzeitig zu informieren. Hinterher – wie in meinem Fall – ist man eben doch immer schlauer 😉 und am Anfang ist man eben von vielen anderen Dingen überwältigt, sodass man über das Examen noch gar nicht nachdenkt.

      Antwort
      1. tinatainmentia Autor

        Na besser ist’s, dass Bachelor/Master-System macht auch nicht sonderlich viel Sinn im Lehramt, da man mit dem Bachelor trotz Studienabschluss ja ohnehin nichts anfangen kann.
        Mach das, dann solltest du auf der sicheren Seite sein. 😉 Das haben wir als Studienanfänger eben versäumt, mit dem Examen, das 5 Jahre später erst stattfinden soll, beschäftigt man sich eben als Frischling an der Uni in der Regel erst mal nicht.

  7. Pingback: Von der nächsten Runde | tinatainmentia

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