Schulpraxisssemester: Eine Zwischenbilanz

Die Hälfte des Praxissemesters ist jetzt vorbei, und damit wird es auch Zeit für eine Zwischenbilanz.

Meine Pflichtstunden habe ich fast alle in dieser ersten Hälfte absolviert. Ich habe gut 2/3 der Stunden, die ich selbst unterrichten muss (30), bereits vor den Ferien gehalten, und liege auch mit den Hospitationsstunden (100) mehr als gut in der Zeit. 

Nach sieben Schulwochen und gut 20 selbstgeplanten und -gehaltenen Stunden kann ich also festhalten:

  • Unterrichten macht mir Spaß. 
  • Ich habe keinerlei Probleme, vor einer Klasse zu stehen, egal ob Unter- oder Oberstufe, und ich bin auch nicht nervös (außer in Unterrichtsbesuchen, die sind doof… aber ist ok. Man kriegt ja keine Noten. Also, noch nicht.). 
  • Vorbereitung (insbesondere die Materialrecherche und/oder das Erstellen eigener Materialien) ist unfassbar mühsam, wenn man ein blutiger Anfänger ist und das eigene Repertoire somit bei 0 steht. Die Stunden, die da ins Land ziehen, sind nahezu unzählbar… 
  • Alles, was man über die begleitenden Seminarveranstaltungen hört, ist wahr. Sie sind furchtbar. Fachdidaktik geht ja noch, da kann man wenigstens noch ein bisschen was rausziehen, wenn auch 2,5 Stunden pro Fach deutlich zu lang sind. Aber Pädagogik… Leute, was wir in 4 Stunden Pädagogiksitzung (am Stück, und ja, nach einem normalen Schulvormittag) „lernen“, das sagt einem entweder der gesunde Menschenverstand oder man könnte es in einer halben Stunde zusammenfassen. Ernsthaft.
  • Aufgrund des hohen Aufwandes für Stunden + lovely Seminarveranstaltungen erliegt das soziale Leben eigentlich komplett. Also, es gibt ja wenigstens noch Wochenenden…
  • Zeitmanagement treibt mich insbesondere wegen stark heterogener Klassen in den Wahnsinn. Wenn die eine Hälfte 5, die andere 15 Minuten für ein Arbeitsblatt braucht und so… (Oder: „Gebt den andren mal noch ein bisschen Zeit zum Überlegen!“ – „Nö! Wir brauchen keine Zeit!“ – „Ja, ihr 7 nicht, aber gebt den anderen doch noch ein bisschen… ich habe die Frage ja erst vor 10 Sekunden gestellt!“ – „Die brauchen auch keine Zeit! Sollen die halt schneller werden im Denken!“ Öhm, joa… sollen die mal. ;))
  • Welcher komische Vogel hat sich eigentlich überlegt, dass man im Unterrichtsgespräch keine (W-)Fragen mehr stellen sollen dürfte, und nur noch mit Operatoren versehene Arbeitsanweisungen um sich werfen sollte?!  (Psst: Wir verweigern uns dem ja. Die Mentoren finden das voll ok. Die verweigern das nämlich selbst. „Nur in einer Lehrprobe müssen Sie das halt mal so künstlich machen…“ Wo ist eigentlich der Sinn von Lehrproben, wenn die wirklich so gut wie gar keinen Bezug zum Alltag haben?!)
  • Es ist total frustrierend, wenn man in einem Unterricht hospitieren muss, den man selbst total mies findet. Dafür ist es…
  • … umso inspirierender und lehrreicher, wenn man bei jemandem hospitieren kann, der’s richtig drauf hat.
  • Elternabende sind interessant und irgendwie total ätzend. *hust* 
  • Der Tratsch im Leherzimmer ist besser als jede „Gossip Girl“ Folge, die ich je gesehen habe. 😀
  • Ich habe absolut keine Ahnung, wie Praktikanten/Referendare in Bundesländern, in denen man Materialkosten wie Kopien und Folien selbst tragen muss, überleben können, aber das nur am Rande.

Das Feedback, das ich von meinen Mentoren bekomme, ist eigentlich durchweg positiv. „Sie könnten das auch einfach 1:1 so im Referendariat machen“„Sie strahlen eine Gelassenheit vor der Klasse aus, das ist so toll“„dieser Beruf passt wirklich total gut zu Ihnen“ und so. Anmerkungen werden meistens mit einem „aber das ist eigentlich nicht so schlimm / das ist bei Referendaren auch ganz oft, da brauchen Sie sich jetzt nicht drum zu kümmern / das geht ja sowieso übers Praxissemester hinaus, aber / Sie könnten auch… aber wie Sie das machen, ist das auch voll in Ordnung“ eingeleitet. 

Ja, das ist alles schön und positiv, ermutigend und bestätigend. Und wie gesagt, es macht mir ja auch Spaß.

Aber: Ich bin nicht übermäßig euphorisch. Ich bin an meiner Schule die einzige, die denkt: „Ach, wir haben ja jetzt erst die Hälfte, es sind dann ja noch mal 6 Wochen…“, die einzige, die sich auch ein bisschen darauf freut, wenn es dann vorbei ist. Die einzige, die die Uni extrem vermisst.

Meine Mitpraktikanten schweben alle irgendwie im siebten Himmel. „Oh nein, es ist schon die Hälfte rum, wir haben nur noch sechs Wochen, ich will nicht, dass es vorbei ist… Am Liebsten würde ich ja direkt an der Schule bleiben/gleich im Januar ins Ref…“ etc. 

So geht es mir nun mal nicht. Ich habe schon das Gefühl, dass der Beruf was für mich ist. Aber ich bin nicht in dieser oh-mein-Gott-das-ist-das-Non-plus-Ultra-ich-will-nie-mehr-was-Anderes-machen Stimmung. Ich vermisse das Studentenleben. Und ja, da gehört so einiges dazu – der akademische Anspruch, was man dort alles Interessantes lernt, die guten Seminardiskussionen, die eben auf einem deutlich höheren Niveau als in der Schule sind (isjaklaa). Und ich vermisse die soziale Komponente – so, so sehr. Auf ein Käffchen oder zum Mittagessen in die Mensa mit Kommilitonen, die große Vielfalt an Leuten, mit denen man Kurse hat und in den unterschiedlichsten Konstellationen zusammenkommt, und die dennoch alle irgendwie in der eigenen Altersklasse (also +/- 2-7 Jahre etwa) sind. Ja, auch die Möglichkeit, abends wegzugehen, z.B. eine gemütliche Runde mit Freunden/Kommilitonen zu haben oder auf ein Uni-Event wie Poetry Slam zu gehen oder so, weil man am nächsten Morgen ausschlafen (= nach Studentendefinition: länger als 8/9, = nach meiner aktuellen Definition: länger als 6) kann. Nicht zu vergessen (und nicht zu unterschätzen): die internationale Community, die man an der Uni eben hat. 

Ich freue mich wahnsinnig darauf, noch mal für eine Weile ins Studentenleben zurückkehren zu dürfen, und ich hätte das so nicht erwartet. Vermutlich hat alles seine Zeit, und die Zeit, dass ich jetzt fest direkt ins Berufsleben einsteige, ist eben einfach noch nicht da. Ich weiß nicht, was meine Mitpraktikanten da geritten hat, oder vielleicht bin ich auch einfach nur komisch… 

Zusammengefasst läuft es eigentlich total gut, und der Beruf scheint mir auch irgendwie zu liegen. Nichtsdestotrotz bin ich nicht absolut euphorisch oder fühle mich dazu berufen, Lehrerin zu sein. Und ja, mir fehlt das Umfeld Uni, auch wenn ich’s in der Schule ja auch ganz nett finde.

Ich nehme es mir jetzt einfach mal heraus, nicht alles superdupertoll zu finden. Die Uni zu vermissen, mich auf die Zeit nach Weihnachten zu freuen – ja, auch auf das Ende des Praxissemesters. Ein bisschen zumindest. Und ich nehme es mir auch heraus zu sagen: Ich hätte keine Lust, jetzt direkt ins Ref zu gehen. Ich fühle mich derzeit in meiner Studentenrolle eigentlich ganz wohl, danke.
Sollte ich deshalb jetzt meine Berufswahl überdenken oder werde ich deshalb zwangsläufig eine schlechte Lehrerin, weil es mir auf Dauer nicht genug Spaß bereiten wird? Ich denke nicht. 

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16 Gedanken zu „Schulpraxisssemester: Eine Zwischenbilanz

  1. strangeunigirl

    Wow, wir sollen 6 Stunden unterrichten.
    Das mit den Vorbereitungen etc. ist wirklich so extrem zeitraubend und es nervt, dass andere Leute das so ins Lächerliche ziehen. „Was sind schon 20 Stunden die Woche?“ – nur vergessen die gerne, dass man als Lehrkraft nicht einfach zur Schule fährt, Unterrichtet und nach Hause fährt….
    Die Differenzierung ist auch etwas, das mich extrem nervt und was uns nur theoretisch in der Uni vorgebetet wird, wie man das konkret umsetzen soll, sagt einem (zumindest bei uns) keiner.

    Dass du die Uni vermisst kann ich (momentan nur bedingt) verstehen, immerhin hatte ich auch am Anfang eine gute Zeit in der Uni. Wie lange hast du denn nach dem Praxissemester noch Kurse? Bei uns ist die Uni nämlich quasi gelaufen. Während des Praxissemesters noch 8 Mal zum Begleitseminar und dann war es das. Das letzte Halbjahr schreiben wir nur noch unsere MA-Arbeit. Und ich habe das Gefühl, dass ich im MA gar nichts gelernt habe. Die ersten beiden Semester waren reine Theorie-Wiederhohlungen und dann Praxissemester und MA-Arbeit.
    Dann wird man total unvorbereitet ins Ref geschubst…

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    1. tinatainmentia Autor

      Hä, wie, ihr sollt im Praxissemester 6 Stunden unterrichten? Insgesamt, pro Woche, pro Klasse…?
      Ja, ich schätze, für die Differenzierung gibt es eben auch leider kein Patentrezept. Wie so oft.
      Ich habe noch 2 Semester mit Scheinen vor mir. 🙂 Und dann kommt halt noch das Examen obendrauf… Das habt ihr beim Master ja nicht, also eben Abschlussprüfungen. Aber allgemein ist deine Uni ja auch wirklich komisch :D, das klingt ja generell nach nichts, was einem Spaß machen kann oder so. Irgendwie verstehe ich überhaupt nicht, wie deine Uni mit allem, was du geschrieben hast, überhaupt zulässig sein kann…
      Naja, ansonsten ist das Studium an sich eben auch nicht richtig als Vorbereitung gedacht, leider… es erfüllt eben den akademischen Teil der Ausbildung, und der hat leider so gar nichts mit der Berufspraxis zu tun. Ich denke, das ist überall so.

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      1. strangeunigirl

        6 Stunden insgesamt…. Ja, also für jemanden, der das wirklich will, ist das lächerlich…
        Ich verstehe auch nicht, warum die Uni noch existiert. Bzw. schon. Es ist ja nun leider so, dass man seine Zukunft riskiert, wenn man gegen an geht. Wenn alle Studenten laut werden würden, denen die Umstände der Uni den letzten Nerv rauben, würde man uns hören. Doch haben alle Angst vor den Konsequenzen… „Ne, nachher fall ich durch die MA oder die BA.“ „Wer weiß, was mir dann hier blüht…“ sind die Ausreden. Ich habe mehr als einmal versucht, eine Demo zu starten. Oder einen Pressetermin zu bekommen, um die Missstände aufzudecken, leider springen immer alle ab, weil sie Angst haben, dass ihnen Konsequenzen drohen… Eigentlich unfassbar, aber so ist es. 😦
        Und leider auch nicht unbegründet, gab es da schon Androhungen von Dozenten a la „Wehe, Sie wagen es! SIE kennen meinen Einfluss an der Uni und der Politik. ICH kann dafür sorgen, dass Sie niemals mehr einen Fuß in die Tür bekommen!!!“ Das von einem Dozenten, der leider Gottes WIRKLICHEN Einfluss hat… Und die Drohung ging an eine angehende Doktorandin, die ihre Karriere nicht aufs Spiel setzten wollte…

      2. tinatainmentia Autor

        6 Stunden insgesamt ö.ö da habe ich ja in einer Woche mehr gehalten, sorry! xD Wie lange geht euer Praxissemester denn? ö.ö Das kann man ja kaum so nennen…

        Aber da verstehe ich schon gar nicht, was das für Dozenten sind. Wo haben die denn ihre Abschlüsse her und wieso finden die das gut, wie das läuft?! ö.ö Das ist doch alles vorne und hinten seltsam und grundverkehrt…

        Naja, also, wenn der Abschluss außerhalb dieser Uni scheinbar sowieso kaum anerkannt wird, ist es ja auch nicht so schlimm, wenn man den an dieser Uni nicht erhält. Dann muss man eben aber mit der Konsequenz des Wechselns leben. Keine Ahnung, ich habe das in diesem Ausmaß noch nie gehört, und in unserem Umkreis gibt es auch eine fragwürdige Uni…

  2. pimalrquadrat

    Was ein Wunder, dass Pädagogik nichts bringt. XD
    Oh, und @Unterrichtsbesuche und Lehrproben: Willkommen in der wirklich wahren Wirklichkeit! XD
    Das mit den Operatoren wirst du dir aber angewöhnen müssen, da achten manche Schulen peinlichst genau drauf, und auch die Eltern…

    Zeitmanagement ist wirklich schwierig, und ich denke, dass sich dieser Aspekt weiter verschärfen wird. Gerade in den Ländern ohne bindende Grundschulempfehlung. Irgendwie kann ich da auch die „besseren“ Schüler verstehen, weil die in der Regel auf der Strecke bleiben und sich alles im – gefühlten – Schneckentempo anhören müssen. Gymnasial ist das nicht. So richtig sozial ist die direkte Reaktion deiner Schüler zwar auch nicht, aber in meinen Augen verständlich.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ich finde, dass Operatoren bei sämtlichen schriftlichen Arbeitsaufträgen absolut legitim sind. Ich habe kein Problem damit, das auf jedem Arbeitsblatt und in jedem Test/Klausur durchzuziehen, absolut nicht.
      Aber im UnterrichtsGESPRÄCH?! Wie unnatürlich ist das denn? ö.ö Erst mal habe ich generell ungern einen Befehlston am Leib, dass ich nur noch mit Anweisungen um mich werfen würde… und dann ist es an manchen Stellen auch einfach absolut unnatürlich. *Schüler liest seine Zusammenfassung vor* „Tell him whether he used the correct tense or not, tell him what you think about contents…“ das ist doch doof. Ich frage doch lieber offen in die Runde: „Did he use the correct tense?“ etc. ö.ö
      Meine Fachdidaktikdozentin hat sich übrigens auch total darüber lustig gemacht xD „ich mache ja nicht jeden Scheiß mit!“ 😀 – „Sie dürfen fortan nicht mehr fragen, wie spät es ist. Fordern Sie bitte Ihren Nachbarn folgendermaßen auf: Teile mir mit, wie spät es ist!“ xD

      Alles an der Grundschulempfehlung festzumachen finde ich ein bisschen schwierig. In RLP gibt es schon seit den 90ern keine bindende Grundschulempfehlung mehr, dennoch war das bei uns nicht so gravierend. Das Problem ist einfach, dass die Klassen generell immer heterogener werden, ich würde das aber nicht zwangsläufig auf die bindende Grundschulempfehlung zurückführen. Es ist auch in RLP in den letzten 5 Jahren deutlich heterogener geworden, aber da kann wie gesagt kein Zusammenhang bestehen, da es auch zu meiner Zeit keine bindende Empfehlung gab…

      Schon, aber man kann eben leider nicht davon ausgehen, dass jeder Schüler so auf Zack ist, dass er sofort 3 Sekunden nach Stellung der Frage (oder der Operator-Arbeitsanweisung :mrgreen: ) die Antwort parat hat. Da müssen sich dann eben auch die Flotten etwas gedulden.

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Ah, ok, dann hab ich dich etwas missverstanden. Ja, im Unterrichtsgespräch ist das oftmals gezwungen, auch und gerade in den Sprachen, wo diese Art wenig bis nichts mit dem „normalen“ Sprachgebrauch im Alltag zu tun hat.

        Hm, nein, ich wollte auch gar nicht alles an der Grundschulempfehlung festmachen. Aber da das relativ neu in BaWü ist, merke ich die Änderung doch noch sehr, was sicherlich durch gesamtgesellschaftliche Entwicklungen noch verstärkt wird, wenn sich auch in RLP die Leistung noch weiter streut. Wäre eine interessante Frage, woran das dann gerade in RLP liegt?

        Das meinte ich mit „wenig sozial“. 😉
        Etwas Gedud, Rück- und Nachsicht muss man an den Tag legen, egal, wie gut man nun selbst ist.

      2. tinatainmentia Autor

        Eben, und das finde ich total problematisch. Und wie lehre ich eigentlich, wie man Fragen bildet, wenn man keine mehr bilden darf? 😆

        Ja, ist eine interessante Frage. Wüsste ich auch gerne. 😉

        Jap. Und das müssen die Kleinen eben auch erst noch lernen 😀

  3. Herr Quer

    Ich war auch ein fleissiger Nutzer von W-Fragen, weil ich mir denke, dass das ganze menschliche Wissen auf der Frage nach dem Warum? basiert. Um die Schüler in die Tiefe zu treiben (grade in Psychologie), war mein häufigster Satz „Ja, stimmt, und warum ist das so?“. Aber ich lasse mich (freiwillig) regelmässig von meinen Schülern evaluieren und der aktuelle Jahrgang hat tatsächsäch bemängelt, dass sie nicht immer wissen, was ich von ihnen will. Also setz ich verstärkt auf Operatoren und tatsächlich scheinen die Schüler damit besser klarzukommen. Jetzt muss ich die Operatirenliste nur noch in meinen aktiven Sprachschatz bekommen…
    „SCHNEIDEN Sie mir bitte 200g Käse ab und WIEGEN sie sie bitte KRITISCH, bevor sie sie mir EINPACKEN.“ Also: Gib Operatoren eine Chance. 🙂

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Naja, ich finde das gerade in der Fremdsprache schwierig. Es läuft viel darüber, dass man Fragen stellt, um die Schüler a) zum Nachdenken und b) vor allem auch zum Sprechen zu bringen. Das kann dann auch mal eine provokativ formulierte Frage sein, und provokativ eine Anweisung mit Operator zu formulieren, finde ich komisch.
      Ich weiß nicht, ich finde es einfach unnatürlich. Ich finde, nur Operatoren um sich zu werfen hat so was von einem Befehlston… und ich glaube jetzt nicht, dass es einen so großen Unterschied für das Verständnis der Schüler macht, ob man sagt „What’s the problem with this sentence?“ oder „Recognise the problem in this sentence and explain it!“ oder so. Irgendwie ist’s im Gespräch einfach unnatürlich, weiß nicht. Aber all meine Mentoren und Fachdidaktikdozenten sehen das ja genau so :mrgreen: O-Ton: „Sehen Sie, deshalb sind wir keine Fachleiter im Ref, weil wir so etwas Unpraktikables nicht unterstützen wollen.“
      Man kann Operatoren anbringen, wo sie sinnvoll sind, z.B. „give reasons for xy“, „describe the picture“ etc, und bei schriftlichen Anweisungen bin ich auch all for it, aber krampfhaft jede Frage im Unterrichtsgespräch umzuformulieren, meh.

      Antwort
      1. Herr Quer

        Ich geb zu, ein angeregtes Unterrichtsgesprach sieht anders aus. 🙂 Operatoren sind ja Arbeitsaufträge, also spar ich die für Aufgaben auf. Eine flüssige Diskussion kann vielleicht auch W Fragen ertragen. (wer will schon mit jemand reden, der in jedem Satz Arbeitsaufträge von sich gibt… ist ja gruselig)

      2. tinatainmentia Autor

        Richtig! Genau das ist es, was ich meine. Bei Arbeitsaufträgen und schriftlichen Aufgaben klar, kein Problem. Aber im Unterrichtsgespräch/in der Diskussion ist das doch dämlich und unnatürlich…

  4. kielerkrimskrams

    Das Praxissemester scheint eine gute Vorbereitung aufs Ref zu sein (gibt es für Gymnasiallehrer in meinem Heimatbundeslad nicht), denn alles, was du beschreibst, erlebe ich gerade im Ref genauso. Vormittage in der Schule, Nachmittage im Seminar, deren Sinnhaftigkeit man manchmal anzweifelt („Mein Gott, warum muss ich hier sitzen, ich will/muss eigentlich Unterricht vorbereiten. Jetzt muss ich das wieder heute Abend machen. Kotz!“), gestellte Unterrichtsbesuche, etc.
    Die soziale Komponente fehlt mir übrigens auch, das war in der Uni irgendwie leichter. Aber auch daran ist eben die fehlende Zeit schulde, denn ja, es dauert verdammt noch mal STUNDEN Material zu erstellen, wenn man nicht nur mit dem öden Lehrbuch arbeiten will.
    Ich weiß definitv auch noch nicht, ob ich dauerhaft (Vollzeit-)Lehrerin sein will. Aber zweifeln gehört dazu, das scheibst du ja auch, und ich finde das auch wichtig. Nichts ist schlimmer als mit Scheuklappen irgendwo hineinzusteuern und nichts zu hinterfragen.
    Weiterhin viel Spaß und hey – es sind nicht mal mehr zwei Monate bis Weihnachten! 😀

    Ach so, ich muss meine Folien auch selber bezahlen. Kopien aber nicht. Alles, was ich für Büromaterial ausgebe, hole ich mir aber nächstes Jahr bei der Steuererklärung wieder. 😉

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ja, irgendwo habe ich es schon mal geschrieben: Wir sind *hust* die Sparmaßnahme des Landes, d.h., das Praxissemester IST quasi ein Teil des Refs, das – aber eben unbenotet, man muss aber bestehen – ins Studium verlagert wurde, damit es nicht bezahlt werden muss. 😉 Aber ja, deshalb ähnelt es dem Ref so sehr.
      :mrgreen: Exakt, du bringst meine Gedanken sehr treffend zu Pap… Blog, was die Seminarveranstaltungen betrifft!
      Ja, das stimmt. Ich finde jetzt schon die Teilzeit attraktiv :mrgreen: , und das soll so ja eigentlich auch nicht sein. Klar, das ist vermutlich ganz normal, aber: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man 25 Stunden die Woche unterrichten soll. ö.ö Und das krasseste finde ich dabei ja den Sprung vom Ref (9 Wochenstunden bei uns, glaube ich) zum Vollzeitlehrer… von 9 auf 25, what?! Aber naja. Vielleicht – hoffentlich – wächst man da ja auch einfach rein. 😀

      Dir auch noch viel Spaß! 😉

      (Hier ist das zum Glück echt so, dass die Folien (auch die zum Laminieren) im Sekretariat ausliegen und man sich da einfach bedienen kann… ein Luxus, dann muss man nicht mal Belege für die Steuererklärung aufheben. :mrgreen: Und mich als Praktikantin rettet es natürlich, denn mit einer Vergütung von 0,00€ macht man eben auch keine Steuererklärung…)

      Antwort
      1. kielerkrimskrams

        Ach krass, das ist ein Teil des Refs? Sachen gibt’s! Habt ihr dann später noch 18 Monate Ref oder nur 12? In Sl-H und Niedersachsen sind es ja nur noch 18 Monate und nicht mehr 24. Und das komplett ohne Praxissemester…
        Der Sprung auf eine volle Stelle nach dem Ref (hier sind es 10 Wochenstunden) ist nochmal ein Schock, das habe ich schon öfter gehört. In Niedersachsen sind es zwar „nur“ (haha) 23,5 Stunden, aber auch das ist heftig. Ist kein Wunder, dass eigentlich kaum jemand diese volle Stelle arbeitet. Schon gar nicht als Frau, wenn man auch noch Kinder hat. Wie will man das denn bewältigen bitte schön? Und selbst ohne möchte man ja vielleicht auch noch ein Leben außerhalb der Schule und des Schreibtisches haben und das habe ich – ganz ehrlich – momentan nicht mehr (wenn man mal von ein, zwei Stunden am Abend vor dem TV absieht, die es aber auch nicht jeden Tag gibt). Hobbies außerhalb der Wohnung (Sport) gehe ich überhaupt nicht mehr nach – zu zeitaufwändig. Das finde ich schon traurig, v.a. weil es eigentlich so wichtig für die Gesundheit ist (ich neige zu Rückenschmerzen). Bin gespannt, wie und ob sich die Arbeitsbedingungen für Lehrer in Zukunft verändern werden…

      2. tinatainmentia Autor

        Richtig, bei uns ist das der Mittelweg zwischen „einfach auf 18 Monate kürzen“ oder „weiterhin 24 Monate bezahlen“. Es wurde von 24 auf 18 gekürzt, und dafür wurde eben das Praxissemester (3 Monate) eingeführt, das dann eben im Studium stattfindet, unbezahlt ist, dafür aber auch unbenotet. Aber ja, ein Gutachten/eine Beurteilung gibt es dennoch, und bestehen muss man halt auch, um weiterhin auf Lehramt studieren zu können.
        12 finde ich richtig pervers, das sind’s glaube ich in Sachsen oder so. Das geht echt gar nicht…

        Ja, ich bin da ganz deiner Meinung…

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