Von Frustrationstoleranz und Geduld.

Erst neulich ist mir aufgefallen, wie stark unterschiedlich Lerntempi innerhalb einer Gruppe wirklich sein können. Dass manche Menschen eine schnellere Auffassungsgabe haben als andere und man außerdem unterschiedliche Begabungen bzw. Talente für diverse Fachgebiete aufweist, ist mir klar – ich habe die letzten 20+x Jahre ja nicht hinter dem Mond gelebt. 

Dennoch habe ich als Schüler nie so stark darauf geachtet, wie unterschiedlich Lerntempi wirklich sein können, weil ich nie mein Augenmerk darauf gelegt habe. Klar habe ich mitbekommen, dass ich in den Sprachen viel schneller verstanden habe, wie man eine gewisse Zeit bildet oder so, und dass es in Mathe bei mir viel länger gedauert hat, bis es klick gemacht hat in Sachen Termumformungen und Ähnlichem. 

Der springende Punkt aber, der mich etwas selbstkritisch nun wieder an meiner Geduld und meiner Frustrationstoleranz zweifeln lässt, wurde mir in meinem Französischkurs offenbar.
Achtung: Es geht mir keineswegs darum, mich irgendwie als besonders toll oder ähnliches darzustellen, ich schreibe das Szenario nur nieder, um letztlich darauf zu kommen, was ich unter Selbstreflexion verstehe.
Nun. Es ist kein Geheimnis, dass ich zu den Menschen gehöre, denen das Erlernen von Sprachen eher leicht fällt (und Mathe und Naturwissenschaften dafür wahnsinnig schwer, denn ich bin definitiv kein Universalgenie o.Ä.!).

Wie im letzten Beitrag erwähnt, habe ich mich dazu entschieden, endlich mal meine Französischkenntnisse aufzubessern und das mal vernünftig in Angriff zu nehmen. Diese beschränken sich wirklich auf ganz basale Dinge, die ich entweder durch die Verwandtschaft aufgeschnappt oder mir selbst ein bisschen autodidaktisch beigebracht habe. Ein paar Vokabeln, ein paar Phrasen, einen groben Plan davon, wie konjugiert wird – that’s basically it.

Ich stolpere also in diesen Französischkurs, von dem ich ausgehe, dass es ein absoluter Anfängerkurs ist. Ich bin irritiert, denn die Dozentin stellt zu Beginn ein paar Fragen … auf Französisch. Nichts Wildes, es geht um solche Standarddinge wie: „Was habt ihr in den Ferien so gemacht? Habt ihr euch ausgeruht? Seid ihr nach Hause gefahren?“ […] . Ich verstehe die Fragen, denn mein passives Wissen ist einigermaßen passabel (Querverweis zu zu einem früheren Zeitpunkt im Leben erlernte Sprachen). Ich wundere mich trotzdem, denn wer würde einen absoluten Anfängerkurs in der Zielsprache zuquaken? 

Ein leiser Verdacht steigt in mir auf. Ich beuge mich zu meiner Nachbarin und frage sie, ob der Kurs bereits im letzten Semester begonnen hat. Sie bejaht: Der Kurs läuft seit September. Great. Ich erzähle der Dozentin irgendwas davon, dass ich nicht sicher bin, ob ich im Kurs bleiben sollte oder nicht, weil mir kein Schwein niemand gesagt hat, dass der Kurs bereits im letzten Jahr begonnen hat. Sie rät mir dazu, mir erst einmal den Kurs anzuschauen und dann zu überlegen, ob ich das irgendwie hinkriegen könnte. „It’s still very basic“, sagt sie. Na gut.

Die Zeit plätschert so vor sich hin und mit jeder Minute werde ich ein bisschen zuversichtlicher, das mehr als irgendwie hinkriegen zu können. Es handelt sich um einen Kurs für Erwachsene, aber irgendwie beschleicht einen das Gefühl, mitten in einer siebten Klasse (oder so) gelandet zu sein. Alle sind sehr zurückhaltend und schüchtern, Fortschritte sind kaum erkennbar, jeden zweiten muss die Dozentin daran erinnern, dass man Verben auch konjugieren muss. Ich bin wirklich irritiert, denn immerhin lernen meine Mitstreiter schon seit einem halben Jahr Französisch – das ist nicht ewig, aber Basics sollte man schon hinbekommen, denke ich. Trotzdem kann kaum jemand auf ihre revision Fragen antworten, die französischen Vokabeln zu to read, to work, to sleep, to cook usw. sind völlig in Vergessenheit geraten, eine Unterscheidung zwischen Singular und Plural braucht auch niemand.

Meine Sitznachbarin erinnert sich buchstäblich an gar nichts. Ich frage mich, wie sie zwei Klausuren bestehen und den Schein für das letzte Semester ergattern konnte. Die gängigsten Fragen erkennt sie nicht einmal wieder, sie beantwortet prinzipiell alles nur mit yes oder no und schreibt selbst die Verben aus ihrer Konjugationstabelle falsch ab. 

Ich hingegen werde argwöhnisch von allen Seiten beäugt. Vermutlich hätte ich niemals erwähnen sollen, dass ich eigentlich kein Französisch kann, denn offensichtlich habe ich im ersten Halbjahr überhaupt nichts verpasst… und kann mit meinem Basicwissen letztendlich wohl doch besser im Kurs mithalten als einige derjenigen, die schon zu Beginn dort waren.

Nachdem wir uns eine Stunde lang durch Präsens-Wiederholungen gequält haben (ja, es klang wirklich qualvoll mitunter 😉 ), erwähnt die Dozentin, dass sie im letzten Halbjahr auch das Passé composé gelernt haben. Ich habe mich nie mit einem anderen Tempus als dem Präsens befasst, erkenne aber durch einen Blick auf das Arbeitsblatt, dass die Bildung letztlich der des italienischen Passato prossimo ähnlich ist.
Wenn man die Bildungsmuster erst einmal verstanden hat, ist das nun wirklich kein Hexenwerk. Abgesehen von überall existierenden Ausnahmen kann man sich das also auch effektiv in ziemlich kurzer Zeit draufschaffen, denke ich.

Ja, denke ich. Denn der Kurs beschäftigt sich seit Wochen mit dieser Zeitform. Und wirft trotzdem noch alles durcheinander: 1) Man braucht ein Hilfsverb? Echt jetzt? 2) Man muss das Hilfsverb konjugieren? … Wie konjugiere ich noch mal? 3) Aha, ich weiß jetzt wieder, wie man konjugiert! Dann konjugiere ich auch das Vollverb! 4) Hä, vom Vollverb brauche ich jetzt ein Partizip? 5) …
Zwischendurch erinnert die Dozentin immer wieder strahlend daran, dass die Zeitform zwei Bestandteile hat (see my point @Siebtklässler-Feeling!?) […]


Das ist der – zugegebenermaßen nicht erste – Punkt, an dem ich wieder nur die Augen verdrehen kann. Ich bin ehrlich: Es fällt mir total schwer, nachvollziehen zu können, wie man ein halbes Jahr eine Sprache erlenen kann, ohne die simpelsten Verben a) zu kennen und b) konjugieren zu können. Wie man sich wochenlang mit einer so einfachen Zeitform rumschlagen kann, die nun wirklich kein großes Genie benötigt, um verstanden zu werden (und die noch dazu eben jeder anderen Perfekt-Form ähnelt, sei es der italienischen, der deutschen oder eben der englischen). Wie es sein kann, dass ich mit meinem wirklich geringem Vorwissen innerhalb von zwei Stunden etwa ein ganzes Halbjahr aufholen konnte.

Das ist einer der Momente, in denen ich einen Heidenrespekt vor der Dozentin habe. Dass sie immer noch enthusiastisch ist, durch und durch strahlt und bei jeder (auch nur halbwegs) richtigen Antwort ein entzücktes très bien! ausruft, als hätte man gerade ein Kunststück vollführt.

Vor allem aber ist es einer der Momente, in denen ich wieder anfange, an mir selbst zu zweifeln. Ich weiß nicht, ob ich so viel Geduld aufbringen könnte wie diese Dozentin. Mich hat das als Studentin jetzt innerhalb einer Doppelstunde genervt, nur mit dem Wissen, dass der Kurs trotz fünf Monate Französischunterrichts irgendwie nichts auf die Reihe kriegt. Wie frustrierend muss das dann erst sein, wenn man das ein halbes Jahr lang miterlebt hat?!

Es ist schwierig, aber in solchen Momenten zweifle ich wieder an meiner Berufswahl. Es ist großartig, wenn man jemandem etwas beibringen kann, derjenige es dann auch verstanden hat und ihm damit geholfen ist. Aber es muss so frustrierend sein, über einen längeren Zeitraum dabei zuzusehen, dass die eigene Arbeit eben doch keine Früchte trägt. Dass (manche) Schüler/Studenten es einfach nicht verstehen können/wollen. Im Extremfall, wie in diesem Kurs: Kaum ein Student. Und das bei so simplen Lerninhalten, wie soll das dann erst bei komplizierteren aussehen?

Ehrlich gesagt kann ich nicht sagen, wie hoch meine Frustrationstoleranz dahingehend ist, wie viel Geduld ich letzten Endes tatsächlich aufbringen kann. Und wie lange ich so eine Situation aushalten könnte, ohne an meinen eigenen Fähigkeiten zu zweifeln (sprich: Erkläre ich das einfach viel zu blöd? Mache ich das unnötig kompliziert? Bin ich so unverständlich? Wie zur Hölle soll ich das denn noch einfacher erklären? etc.)

Hach *seufz* ich weiß auch nicht. Was ein just for fun Kurs sein sollte, hat mich jetzt wieder so nachdenklich gemacht.

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11 Gedanken zu „Von Frustrationstoleranz und Geduld.

  1. schnipseltippse

    Hat die Dozentin das denn gut erklärt? Du sagst ja, dass du das passé composé aus dem italienischen ableiten konntest. Aber hättest du es auch ohne diese Vorkenntnisse so schnell begriffen? Ich frage nur, denn wenn so viele es nach so langer Zeit nicht begreifen, ist es vlt schlecht erklärt worden?

    Andererseits gibt es Leute, die klammern sich an etwas, ohne einen Funken Begabung dafür zu haben.
    Meine Tochter spielt seit drei Jahren Klavier. Seitdem gehen wir jedes Jahr zum Weihnachtskonzert. Beim ersten Mal dachte ich bei einigen Beiträgen „hat wohl gerade erst angefangen“… Aber diese Leute (Erwachsene) spielten auch beim letzten Konzert unverändert schlecht.
    Ich habe mich gefragt, ob sie das selbst nicht merken und wie man sich jahrelang selbst motivieren kann, wenn man so offensichtlich keine Fortschritte macht. Ich hätte schon längst die Lust verloren…

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Naja, die haben das ja wie gesagt schon vor Wochen/Monaten gelernt, da war ich nicht da. Wie sie es ursprünglich erklärt hat, weiß ich also nicht. Ich habe nur ein paar Arbeitsblätter dazu gesehen, wo alles ganz genau drauf steht, und Arbeitsblätter dazu, was mit ‚avoir‘ und was mit ‚être‘ gebildet wird. Zu den Partizipien standen da eben so Regeln wie „Verben auf -er werden zu é: Bsp. manger –> mangé“.
      Davon ab sind das ja zu 95% Briten in dem Kurs, und irgendjemandem könnte ja schon mal aufgefallen sein, dass die Bildung dem present perfect ähnelt. Also, ich weiß jetzt nicht, ob die Dozentin explizit darauf hingewiesen hat, denke aber schon. Gut, da hat man nur „to have“, aber das Grundmuster ist ja das gleiche: „to have“ konjugieren + past participle des Vollverbs hintendran.
      Meine Italienischkenntnisse sind übrigens fast gänzlich verschwunden, da ist auch nur noch passives Wissen da. Ich kann nicht ganz beurteilen, wie das ohne Vorkenntnisse ist, denn zu meinen Vorkenntnissen zählt ja auch das Deutsche, und da haben wir im Perfekt ja auch beide Hilfsverben.

      Ja stimmt, so Leute kenne ich auch, gerade aus dem musikalischen Bereich. Klar gibt es das, das ist mir ja auch bewusst. Mein Problem bei der Sache ist aber, dass ich mich eben frage, wie ich als Lehrer mit sowas klarkäme. Ob ich genug Motivation aufbringen könnte, um auch in so einer Situation nicht frustriert zu resignieren. In diesem Französischkurs jetzt wird es nicht viel Komplizierteres geben, vielleicht noch eine Futur-Form und das war’s. Wenn man aber auch noch im Hinterkopf hat, dass es ja noch viel komplizierter werden wird, und die Schäfchen scheitern schon an den simplen Dingen… hm. Ich hoffe einfach, dass ich für solche Fälle genug Geduld und ein hohes Maß an Frustrationstoleranz aufbringen kann.

      Antwort
      1. schnipseltippse

        Ja, deine Überlegungen kann ich gut nachvollziehen. Ich glaube, ich wäre auch frustriert. Vielleicht ist sie ja schon abgehärtet, weil ihr das seit Jahren so geht. Die Engländer sind glaube ich, nicht gerade berühmt für ihre Sprachbegabung, oder? 😉

        Ich habe letztes Jahr einen Deutschkurs für türkische Frauen gegeben. Mühsam, sage ich da nur. Die Hausaufgaben oft nicht gemacht, zu Hause hartnäckig nur türkisches TV und Türkisch gesprochen, obwohl ich gesagt habe, sie sollen doch jeden Tag einfach mal eine halbe Stunde deutsches TV gucken oder mit den Kindern Deutsch reden, oder mal ein deutsches Kinderbuch mit den Kindern lesen…

        Ich wollte das nicht weiter machen. (Aber ich habe das auch nie studiert oder so. Das war nur als Aushilfe)

      2. tinatainmentia Autor

        Ja, möglich. Weiß nicht.
        Puh, ehrlich gesagt keine Ahnung @Engländer. Ist eben so ein Ding bei Engländern und Amis, wenn man schon die Weltsprache zur Muttersprache hat, ist es vielleicht nicht so essentiell, die Fremdsprachen zu erlenen wie sonst wo. Ich bin immer sehr beeindruckt von unseren Franzosen/Spaniern, weil die eigentlich alle jeweils beide Sprachen + Englisch (und oft noch in Ansätzen eine weitere Sprache) sprechen. Neulich haben wir in unserer Clique hier festgestellt, dass eigentlich alle bi- oder multilingual sind – alle, bis auf den Amerikaner. Er hat sich dann ein bisschen schlecht gefühlt, aber das ist eben echt das Ding: Überall auf der Welt lernt man Englisch, und wenn man Englisch schon kann, dann… naja. Lernt man Fremdsprachen vielleicht wirklich nur in Ansätzen, aber nicht besonders intensiv.

        Puh, das klingt anstrengend @Deutschkurs! Respekt, dass du dich daran gewagt hast. Das stelle ich mir auch wirklich frustrierend vor… War das so ein Pflichtkurs, den Migranten belegen müssen (so etwas gibt es doch, oder? Dass man ein gewisses Mindestsprachniveau an Deutsch aufweisen muss oder so…)? Da kann ich mir nämlich vorstellen, dass die Motivation da auch nicht so hoch ist.

        Ich bin mal gespannt, ich werde hier so just for fun 1x die Woche eine Deutschstunde für lernwillige Briten geben, dann kann ich dazu auch mehr berichten. 😉 Hier gibt es allerdings auch ein paar, die Deutsch studieren, daher sind die Niveaus absolut unterschiedlich: Von Nullanfängern über intermediate bis hin zu advanced learners, die auch schon eine Weile in Deutschland gelebt haben. Ich weiß noch nicht, welcher Kurs mir zugeteilt werden wird. 😉

  2. pimalrquadrat

    Die Frage danach, ob es gut erklärt wurde, das ist das eine, das wäre auch noch interessant.

    Andererseits: Ich kenne das Gefühl, aber eben aus der Nachhilfe („Wie, du hast die binomischen Formeln schon wieder vergessen?! Die haben wir doch jetzt zum 10. Mal besprochen!“). Egal, wie man etwas erklärt, es bleibt nur wenig bis nichts hängen. Manchmal liegt es an der Beziehung Erklärbär-Schüler, manchmal auch nur daran, dass man den für den Schüler passenden Informationskanal nicht erwischt, weil man selbst z.B. abstrakt denkt, der Schüler sich Inhalte aber besser mit Musik/Rythmus merken kann.
    Und natürlich steht und fällt das auch damit, was die Schüler/Studenten zu Hause erledigen. Wer sich nie hinsetzt und Vokabeln bzw. Regeln lernt, der kann auch Jahre in einem Kurs verbringen, ohne Fortschritte zu machen…

    Ansonsten: Den Kurs einfach genießen und nicht auf die anderen achten.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ja, in der Nachhilfe habe ich das auch schon erlebt, bei Grund- und Hauptschülern, die mit vier 5en auf dem Zeugnis durchs Leben gehen. Die sich (vor allem im Pubertätsalter) sowieso nicht für Schule und Lernen interessieren, entsprechend faul sind und sich auch nicht wirklich bemühen. Und bei manchen von denen ist eben, Zitat Chefin: „kognitiv nicht ganz so viel da“. Das kann man nicht leugnen, auch wenn es hart klingt.
      Hier ist die Situation ja aber eine andere: Das sind Studenten, die schon ein bisschen was auf dem Kasten haben müssen, denn immerhin haben sie’s bis an die Uni geschafft. Dazu sind es junge Erwachsene, die sich freiwillig dazu entschlossen haben, eine Sprache zu lernen. Das ist von der Grundvoraussetzung ja eine ganz andere Kiste als so manch fauler und/oder lustloser Teenie in der Nachhilfe. Wie es dann also auch DA überhaupt nicht klappen kann, das ist mir ein Rätsel. Bzw. Stichwort Vokabeln, ja: Wie kann ich eine Sprache lernen wollen, aber mich nicht mal darum kümmern, dass ich Basicvokabeln wie essen, gehen, lesen draufhabe?! Das ist mir ein Rätsel, wirklich.
      Davon ab: Was mich am meisten schockiert hat, war einfach, dass die breite Masse kaum was konnte. Dass ein paar schwächeln und es nicht so schnell verstehen, ist ja ganz normal und um die paar kann man sich dann ja gut kümmern. Wenn aber gut 80% des Kurses so schwächeln, dann muss man doch total an sich selbst zweifeln und früher oder später frustriert sein, oder? Weiß nicht. Hm. Wie gesagt, ich bewundere die Dozentin für ihren Enthusiasmus, den sie weiterhin an den Tag legt.

      @Erklärung: Siehe Antwort zu Schnipseltippse. 😉

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Naja, vielleicht sind manche Studenen halt in diesem Bereich noch auf dem Stand eines Schülers: Mangelnde Konsequenz in ihrem Handeln, oder eben mangelnde Fähigkeit, ihre Aktionen kritisch zu hinterfragen („Warum mach ich einen Franzkurs, wenn ich dazu nicht mal Vokabeln lerne?“). Und, ganz ehrlich, ob man mit Abschluss auch wirklich hochschulrefi ist, das bezweifle ich, wenn ich mir manche „meiner“ Abiturienten anschaue.

        Und klar, als Dozent/Lehrer beginnt man früher oder später, sich selbst in Frage zu stellen. Kritisch zu grübeln, was man falsch gemacht haben, was man anders machen könnte. Oder man wird zum Zyniker…

        Jupp, danke für die „Erklärungen“. 🙂

      2. tinatainmentia Autor

        Die Hochschulreife habe ich auch schon nicht selten angezweifelt, aber naja, trotzdem bleibt irgendwo die… Hoffnung (?), dass doch irgendwas an Grundwissen, Allgemeinbildung und persönlichen Kompetenzen hängengeblieben bzw. vorhanden sein muss, wenn man es an die Uni geschafft hat. Dass es dazu einige Gegenbeispiele gibt, habe ich ja selbst schon oft genug mitbekommen (s. Facebookposts) *seufz*.

  3. Frau Henner

    Vielleicht verstehst du jetzt besser, welche Probleme die Lehrer bei uns in der Fünften haben?
    Das bessert sich aber, weil die Kinder a) reifen und b) hartnäckige Fälle abgehen. In der Oberstufe arbeiten wir dann recht passabel (nur die Mathelehrer würden Einspruch erheben, denn seit die Grundkurse weggefallen sind, ist Mathe zweigeteil: die Blicker und die Garnixblicker). Es ist gut, wenn du dir jetzt diese Gedanken machst. Aber wie es kommen wird, dass weißt du noch nicht.
    Eine Kollegin ist bei uns völlig daran gescheitert, dass die Schüler nix blicken, was aber bei ihr eher daran liegt, dass sie nix erklären kann und schon gar nicht motivieren.
    Und das ist noch ein wichtiger Punkt. Wenn ich im Unterricht merke, wie schwer sich manche tun, aber sehe, wie motiviert sie trotzdem dabei sind, dann macht mir das gleich viel weniger aus. Und das ist in deinem Französisch-Kurs ja nicht der Fall.
    Wir Deutschen haben aber auch eindeutig einen Sprachvorteil: wir kennen schon beides: Deklination und Konjugation.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ja, aber Frau Henner, das ist es ja: Das sind Fünftkässler, die (hoffentlich) reifen und (hoffentlich) abgehen, was die harten Fälle betrifft. Bei dem Französischkurs handelt es sich ja aber um Studenten, also um Menschen mit Hochschulreife, die es irgendwie zur Uni geschafft haben. 😉 Und das fand ich so… erschreckend bzw. schockierend daran. Zumal sie das ja, wie oben erwähnt, eigentlich freiwillig machen, also eine intrinsische Motivation müsste vorhanden sein und somit sollte das ja leichter fallen. Trotzdem bin ich da bei der Motivation nicht mehr ganz so sicher, wie es um diese wirklich steht, denn motivierte Leute sollten ja zumindest ihre Basicvokabeln mal gelernt/wiederholt haben, ohne das tut man sich doch eher schwer in einer Fremdsprache.
      Was genau meinst du mit „ist ja nicht der Fall“, also worauf bezog sich das? Auf die Motivation? Weil dazu – siehe oben. ( <– hervorragender deutscher Satz! :mrgreen: )

      Das ist richtig, das meinte ich auch im Kommentar bei der Schnipseltippse oben, dass zu meinen "Vorkenntnissen" ja auch die deutsche Sprache gehört, mithilfe derer man auch problemlos von der Bildung des Perfekts auf das passé composé kommt. Das macht es einem leichter, keine Frage.

      Umso bewundernswerter finde ich wie gesagt den Enthusiasmus, den die Dozentin an den Tag legt, die sich irgendwie gar nicht daran zu stören scheint, dass es kaum Fortschritte im Kurs gibt. Oder dass niemand die Grundvokabeln beherrscht. Oder, oder, oder…
      Das Beispiel deiner Kollegin ist ja das, wovor ich mich ehrlich gesagt am meisten fürchte. Gerade das Motivieren finde ich schwierig, ich hab' ehrlich keine Ahnung, wie man an Schüler rankommt, die einfach keine Lust (auf das Fach, auf das Thema, auf Lernen generell, eventuell auch pubertätsbedingt) haben. Ob ich da also so gut drin sein werde – wer weiß. *Selbstkritik-Ausschaltknopf such* Dahingehend bin ich ja wirklich genervt von meiner Ausbildung, weil das selbst in so schnuckeligen Erziehungswissenschaftsseminaren oder Fachdidaktikkursen nie eine Rolle gespielt hat ("Es gibt schon Motivationsstrategien, aber es fehlt uns die Zeit, darauf einzugehen. Das lernen Sie bestimmt noch mal irgendwo."). *Ausbildungskritikknopf gefunden*

      Antwort

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