„Wow, das Abi ist schon x Jahre her!“

Another turning point, a fork stuck in the road. Time grabs you by the wrist, directs you where to go. […] For what it’s worth, it was worth all the while.
It’s something unpredictable, but in the end it’s right. I hope you had the time of your life.

Hachja, es ist mal wieder so weit: Mein Abitur jährt sich, zumindest das schriftliche, zum [x]-ten Mal. Und jedes Jahr stehen wir da und denken: „Wahnsinn, was vergeht die Zeit!“
Damals hieß es: „Wow, Abitur. Scheiße, was vergeht die Zeit.“ Und dann ging das immer so weiter: „Wow, schon ein Jahr her. Wow, schon zwei Jahre her. […] Wow, schon x Jahre her.“ Irgendwie gewöhnt man sich da nicht so richtig dran, habe ich das Gefühl. Oder es müssen erst zehn Jahre vergangen sein, …

… damit ich dann dastehe und denke: „Wow, schon zehn Jahre her, was vergeht die Zeit! Wir werden alt!“

Vielleicht ändert sich das aber auch mit dem Examen – wenn man so einen anderen „großen Anhaltspunkt“ bekommt, einen Meilenstein, der eine Zäsur setzt und den Alltag wieder in eine ganz neue Richtung schubst. Hier, dein neues Umfeld! Gewöhn dich dran, das ist die nächsten x Jahre dein Zuhause. Ein neuer Punkt, an dem man – ungeachtet seines Geburtsjahres natürlich, denn das ist ja langweilig – messen kann, dass man „alt“ wird. 😉
…Oder wenn man Kinder bekommt. Ich glaube, Kinder haben denselben Effekt. :mrgreen:

Warum ich da jetzt so viel drüber nachdenke? Nun, zum einen gibt es hier ganz viele nette Schülerblogger, bei denen ich regelmäßig lese und bei denen das Abitur derzeit ein ganz großes Thema ist. Das lässt mich dann immer ein bisschen nostalgisch werden – und zugegebenermaßen auch ein bisschen „alt fühlen“, auch wenn das vielleicht lächerlich klingen mag.

Zum anderen habe ich ein unfreiwillig verdammt gut ausgeprägtes Datengedächtnis, was bedeutet, dass ich nicht nur sämtliche Geburtstage der Menschen in meinem Umfeld (ja, es ist schon ein bisschen creepy – da zählen nämlich auch ehemalige Mitschüler, mit denen ich nicht mal eng befreundet war, Lehrer usw. zu) im Kopf habe, sondern auch die Daten meines Abiturs nie ausradiert bekomme. Somit denke ich jeden Januar (und jeden März, da dann aber deutlich geplagter!) daran zurück. Und erinnere sämtliche Freunde daran (Krass, heute vor x Jahren haben wir Deutsch geschrieben! – „Oh, echt? Dass du das immer weißt!“). 

Heute geht es wieder los, zumindest im Bundesland meiner Kindheit/Jugend. Und oben findet ihr unseren Abisong, der irgendwie immer wieder passt. It’s something unpredictable, but in the end it’s right. Genau so sieht’s aus. Also lasst euch nicht einschüchtern, nicht vom Abitur und auch sonst nicht. 😉
(Haja, das ist leichter gesagt als getan, ich weiß – ich bin selbst auch jemand, der sich schnell von den Herausforderungen des Lebens (oder der akademischen Laufbahn, um nicht so dramatisch zu werden) einschüchtern lässt, aber ich arbeite dran.)

Und sonst bleibt mir nur zu sagen: Allen rheinland-pfälzischen Abiturienten heute und in den kommenden Tagen viel Erfolg!

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15 Gedanken zu „„Wow, das Abi ist schon x Jahre her!“

  1. schnipseltippse

    Zweiundzwanzig Jahre! Zwei – und – ZWANZIG!!! Unmöglich! Kann gar nicht sein. Okay, zehn. Lassen wir es zehn Jahre sein. Aber 22 ist definitiv nicht wahr! >.<
    Ich weiss die Daten nicht mehr. Ich glaube, schriftliches Abi war im März oder April. Und ich war morgens so aufgeregt, dass ich mir ein Gesichtspeeling anstatt Zahnpasta auf die Zähne geschmiert habe. 😀

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      :mrgreen: Ja, mal sehen, ob die Daten bei mir nach 22 Jahren auch ausradiert sein werden. Ist natürlich gut möglich. 😉 Letztens habe ich mich mit einer über 80-jährigen (!) unterhalten, die sagte: „Ja, das Jahr weiß ich natürlich noch, das war so ein bedeutsamer Punkt im Leben. Aber an meinen Notendurchschnitt, daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.“ :mrgreen: Aber faszinierend – irgendwie bleibt es ja doch im Gedächtnis. Und was eine amüsante Erinnerung mit dem Peeling! 🙂
      Und, haben die 22 Jahre jetzt noch den Effekt „was vergeht die Zeit“ oder wurde das von den Kindern abgelöst? 😉

      Antwort
      1. schnipseltippse

        Nee nee, der Effekt bleibt. Vor allem wenn man sich zum Jubiläum trifft, alle nur ein bisschen älter und sonst unverändert geblieben sind und man das Gefühl hat, letzte Woche noch gemeinsam die Schulbank gedrückt zu haben. Aber ehrlich? Das ist super. Ich liebe diese Treffen.
        Und *seufz* … bei den Kindern hat man diesen Effekt natürlich mit ganz anderen Gefühlen verbunden. Eben hast du noch so ein kleines Neugeborenes im Arm – und *schwupp* – steht ein fast Zwei-Meter-Mann vor dir. Geht viiiiieeel zu schnell! Aber schön ist es natürlich trotzdem, deswegen darf so ein kleines Ziehen in der Herzgegend ab und zu ruhig mal sein. 🙂

      2. tinatainmentia Autor

        Das glaube ich dir sofort! 🙂 Ich finde solche Treffen auch spannend, ich bin aber dafür, dass das erst so zum 10. Jubiläum stattfindet, damit da auch eine deutliche Entwicklung zu sehen ist, was aus den ganzen Leuten so geworden ist. Mega interessant und bestimmt auch schön, wenn dann so ein bisschen Nostalgie aufkommt. 🙂
        Hach ja, das kann ich ein bisschen nachvollziehen, wenn ich auch nur Tante bin. Eben noch heißt es, dass es Familiennachwuchs geben wird, und im nächsten Moment finde ich mich auf einer Einschulungsfeier wieder. Wahnsinn, wie die Zeit rast – und immer, wenn ich das sage/denke, muss ich mich gleich wieder schelten, dass ich doch noch gar nicht in einem Alter bin, in dem man das so altklug von sich geben darf, hihi. :mrgreen:

  2. pimalrquadrat

    Das kenn ich, so ähnlich denk ich immer um den 20./21. Juni herum, weil da meine mündlichen Prüfungen waren, und damit auch das Ende meiner Schullaufbahn. Das, und der Abimove, der weckt auch immer Erinnerungen.
    Seltsamerweise rechne ich tatsächlich mehr mit „Oh, Abi, schon X Jahre her!“ als mit „Oh, Examen, auch schon Y Jahre her!“. Komisch. Aber gut, dieses Jahr ist mein Abi auch „rund“, da hat es Vorrang. ;).
    @Geburtstage: Zitat Klassenkameradin, die ich neulich zur Zeit ihres Geburtstages mal traf: „Danke für die Glückwünsche! Kaum zu glauben, dass du dich noch an meinen Geburtstag erinnerst!“ Joa.

    Ich schließe mich dir einfach mal an und wünsche allen Abiturienten viel Erfolg! 🙂

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ja, das Examen ist zwar auch das Ende eines großen Abschnitts, aber Abi, das ist glaube ich noch mal prägender. Erstens studiert man (hoffentlich!) nicht so lange, wie man die Schulbank gedrückt hat, und zweitens ist das Abi ja eben auch was so Besonderes, weil das irgendwie so ein bisschen auch den Abschluss zur Kindheit/Jugend bildet, finde ich. Auf jeden Fall eine ganz spannende Sache und ja, ein guter Messpunkt, um zu sehen, wie viel Zeit vergangen ist. :mrgreen:
      Oh, ein rundes Abi, gratuliere! Gibt’s ein Treffen oder gab’s schon eins? 😉

      Hihi, ich glaube, eigentlich lesen hier gar keine Schüler aus RLP mit, aber das macht ja nichts. Immerhin kennen wir eine sympathische Lehrerin aus RLP, die fiebert beim Abi ja bestimmt auch ein bisschen mit, chrhr. 🙂

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Naja, Abi, das lief auch mit links. 😉

        Keine Ahnung, wir hatten ein Treffen zum Ein- und zum Fünfjährigen, war auch alles kostenlos, weil noch Geld aus der Abikasse übrig war. Wenn es zum Zehnjährigen eines gäbe, weiß ich aber nicht, ob ich hingehe. Klar, es ist interessant, zu schauen, was aus den Leuten wurde, und schön, manche davon wiederzusehen, während andere nch immer Vollidioten sind. Aber wenn dann alle mit Job, Frau/Mann und Kindern (das eine dürfte mittlerweile 9 sein) aufwarten können, naja, da fühlt es sich für mich eben unangenehm an.
        Vielleicht mach ich mir zu viele Gedanken, aber das muss nicht sein.

        Haha, stimmt, unsere Lieblingsexil-RLPerin, die hat bestimmt viel um die Ohren. 🙂

      2. tinatainmentia Autor

        Zum Einjährigen? :mrgreen: Das finde ich ein bisschen unnötig. XD So schnell wollte ich die Chaoten dann auch echt nicht wiedersehen. Eigentlich reicht mir erst mal eins zum Zehnjährigen. 😉

        Ach, mach dir nicht so viele Gedanken. Du bist ja jetzt nicht Ende 40 oder so, also ommmmm! 😉 😀

      3. pimalrquadrat

        Ja, zum Einjährigen. War nicht schlecht, weil da dann die DVDs fertig waren mit dem Abi-Movie. 😉
        Und man viele noch mal sehen konnte, bevor sie von ihrem Studium in XYZ so sehr absorbiert waren, dass Heimaturlaube zur Seltenheit wurden. Oder, bevor sie ABC kennenlernten und sich verliebten/verlobten/heirateten. Weißt wie komisch sich das anfühlt, bei der kirchlichen Trauung einer Klassenkameradin dabeizusein?

        Naja, tempus fugit, wie die Latriner sagen. 😉

    2. die Hungrige

      Hehe, typisch Mathematiker, können zwei verschiedene Zahlen nicht beide x nennen, sondern müssen noch y dazu nehmen 😉

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Püh, ich weiß gar nicht, was ihr habt. 😛
        Das ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, für verschiedene Dingeauch verschiedene Variablen zu benutzen. Macht das Leben einfacher. 😉

      2. tinatainmentia Autor

        Ja, also, ich bin zwar kein Mathematiker, aber nachvollziehen kann ich das schon, ich mache das auch oft so wie PiEr *duck*

        Hihi Widi, kein Problem. Irgendwie ist es auch immer ein bisschen… weiß nicht. Erfrischend, wenn man so zurückdenkt, wie das Leben „damals“ so war. 😉 Irgendwie auch um so Vieles entspannter… und keine Sorge, auch wenn ihr das jetzt nicht so seht, weil Stress sich immer sehr stressig anfühlt, wenn man ihn hat (isjaklaa), aber spätestens in 1-2 Jährchen wisst ihr glaube ich, was ich meine. 🙂

      3. tinatainmentia Autor

        Hm, prinzipiell leuchtet das ein, weil Menschen im Arbeitsalltag immer auch sagen, das Studium war entspannter, und Studenten sagen eben, die Schule war entspannter. Aber genau genommen werde ich auch in 1-2 Jahren noch unter Dauerstrom stehen, zwischen Uni-Pflichten, Geldverdienen und ein bisschen soziales Leben hin und her springen, d.h.: Ich glaube eher nicht. Was ich mir aber jetzt schon rot unterstrichen habe: Im Ref dann wird alles so viel schrecklicher und stressiger sein (gruselige Vorstellung), dass ich diese jetzige Situation vermutlich doch noch mal vermissen werde (wirklich extrem gruselige Vorstellung).

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