Referendariatserfahrungen

Puhhh, meine Posts frequentieren sich zum Jahresende viel stärker, als es eigentlich geplant war, aber gut.

Dieser Eintrag hat damit zu tun, dass ein anderer großartiger Blogger (es lohnt sich unbedingt, vorbeizuschauen!) mal was zum Referendariat aus der Außenperspektive geschrieben hat – er hat das ganze aus der Situation des Ehemanns einer Referendarin erlebt, die es am Ende glücklicherweise auch erfolgreich beendet hat.

Verlinken wollte ich das, weil das Thema letztens immer mal wieder aufgetaucht ist (hier in der Bloggersphäre).
Zuerst hat Arwen etwas gebloggt, das mich total geschockt hat, dann hat Pi-Er nachgelegtDas bringt natürlich mächtig ins Grübeln. Hier also jetzt der Beitrag, der ursprünglich auf dem großartigen Blog ohgodmywifeisgerman.com erschienen ist. 

Verbunden mit all dem: Möchte vielleicht jemand von den tapferen Recken, die die Lehramtsausbildung komplett überlebt überstanden haben, aus eigener Erfahrung was dazu beitragen? Positive Erlebnisse wären zur Abwechslung mal besonders willkommen. 😀

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9 Gedanken zu „Referendariatserfahrungen

  1. pimalrquadrat

    Weiß gar nicht, ob mir der Eintrag gefällt. 😦
    Es ist halt ein besch…eidenes Thema. Und ich stimme dem german-wife-having-husband zu, das Ref siebt gnadenlos aus. Ob dabei aber nur die mit schwachem Nervenkostüm und die unfähigen auf der Strecke bleiben, das steht leider auf einem anderen Blatt.

    Ich schließe mich übrigens Tina an, es wäre sicher ganz spannend, auch mal Erinnerungen ans Ref von Leuten zu hören, die es bestanden haben und heute lehren. 🙂

    Antwort
  2. Myriade

    Das klingt ja alles ganz grauenhaft ! Ich kann das nicht wirklich beurteilen, weil wir in Österreich ein anderes System haben. Nach demStudium wird man ein Jahr lang UnterrichtspraktikantIn und muss in dieser Funktion eine Klasse pro Fach mehr oder weniger selbständig führen.
    Mein Blick kommt auch von der anderen Seite: ich bilde UnterrrichtspraktikantInnen aus.
    Ohne irgendjemandem zu nahe treten zu wollen, möchte ich gerne anmerken, dass es nun mal tatsächlich Personen gibt, die für den Lehrberuf nicht geeignet sind.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Natürlich gibt es die, aber solche Geschichten vom Ref hörst du eben extrem häufig und nicht nur von unfähigen Leuten. :/ Ich habe auch schon Leute durch Lehrproben fallen sehen, die richtig gute Lehrer geworden wären, nur weil sie kein mediales Feuerwerk veranstaltet haben und gleich drölfzig Methoden in die Stunde gepackt haben. So läuft das wohl leider, wenn man bei den falschen Fachleitern landet. :/ Und wirklich positive Erfahrungsberichte habe ich jetzt vielleicht 2 gehört, von circa 15 Leuten, die ich gefragt habe/die von sich aus berichtet haben.

      Das Prinzip mit den eigenen Klassen übernehmen gibt es im Ref auch, ich glaube aber erst nach einem halben Jahr (von insgesamt 18 Monaten in den meisten Bundesländern, manche haben auch nur 12 und andere wie früher noch 24).

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  3. leleshwa

    Hallo,
    ich habe mein Referendariat (24 Monate) 2013 erfolgreich bestanden und bin nun im Schuldienst. Ich weiß wie hart diese Zeit ist und ich weiß auch, dass nicht jeder am Ende durchkommt. Manchmal frage ich mich heute, wie ich diese Zeit überstanden habe. Endlose Nächte der Vorbereitungen und Korrekturen, Referate für die Seminare vorbereiten und nebenbei die schriftlichen Ausarbeitungen für die Mentoren. Es war oft einfach nur schrecklich, so dass ich abends vor dem PC saß und weinte, weil ich nicht wusste, wo ich die Energie für die nächsten Stunden hernehmen sollte. Ich war dauermüde und hatte nach dem Ref. erhebliche Probleme mit dem Magen. Der ständige Stress und die Anspannung sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Ich muss noch erwähnen, dass ich schon vor dem Ref. Mutter geworden bin. Daher konnte ich meist erst ab 20.00 Uhr abends meine Vorbereitungen etc. in Angriff nehmen. Heute geht es mir viel besser und ich empfinde das Schulleben auch nicht mehr als so anstrengend. Ich musste zwar auch die Schulart wechseln, was wieder eine ganz andere Arbeitswelt ist, doch ich merke auch, dass ohne ständige Kontrollen, Lehrproben, Auswertungen etc. der Lehrerberuf wirklich Spaß machen kann. Endlich habe ich Zeit für die Schüler 😉 Ich kann also sagen, dass es sich lohnt, durch zu halten. Leider hängt das aber sehr stark von den Mentoren in der Schule und den Lehrbeauftragten der Schulämter ab. Einige meiner Mitstreiter hatten leider sehr viel Pech und haben entweder schlechte Abschlussnoten oder eben keinen Abschluss bekommen. Andere wieder rum haben Lehrproben mit der Note 1 bewertet bekommen, da konnte ich nur staunen…Das dürfte nicht passieren, die Bewertungsrichtlinien sollten einheitlich sein.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Hallo,
      vielen lieben Dank dafür, dass du deine Erfahrungen geteilt hast! 🙂 24 Monate, in welchem Teil Deutschlands gibt es das denn eigentlich noch? Hier im Südwesten haben wir fast überall 18 Monate, aus den neuen Bundesländern habe ich schon Horrorstorys von nur 12 Monaten gehört (siehe Arwen).
      Es tut gut zu hören, dass es sich am Ende lohnt, das ist ja auch meine Hoffnung. 🙂 Deine Erfahrungen an sich klingen ja leider weniger schön, meinen Respekt dafür, dass du das alles dann sogar mit Kind bewältigt hast!
      Letzteres: Ja, das ist ja immer das Problem. Klar, das Leben ist nicht fair, aber es ist schon sehr nervenaufreibend und ungerecht, dass Bewertungsrichtlinien einfach viel zu selten einheitlich sind. Diese Probleme hat man wohl immer: Als Schüler, als Student und eben auch als Referendar. Leider.

      Antwort
      1. leleshwa

        Ich habe mein Referendariat in Sachsen gemacht. Hier gibt es 12 Monate und 24 Monate. Die 12 Monate sind wirklich Horror. Auch an meiner jetzigen Schule gibt es Referendare, die in diesem Zeitraum ihre Ausbildung machen mussten. Ich war froh, dass wir zwei Jahre Zeit hatten. Und ich hatte vorher auch sehr viel Angst vor dem Ref. Ich kann nur den lahmen Tipp geben, sich bei Problemen Hilfe zu suchen. Im Seminar, der Schule oder in den Bildungsagenturen. Zur Not muss man die Schule wechseln, wenn es mit den Mentoren nicht geht. Oder eben einfach durchhalten- wie auch immer. Eine Mentorin von mir war wirklich schrecklich- in den Auswertungen meiner Stunden wurde prinzipiell nur negatives erwähnt, eigene Ideen von mir wurden so oft es ging abgelehnt und ich wurde bei allem, was ich machte gefühlte 10x kontrolliert. Auch als wir im zweiten Jahr eigene Klassen hatten, saß sie so oft es ging mit hinten und hospitierte meinen Unterricht…sehr anstrengend. Ich habe einfach versucht, im Seminar Gleichgesinnte zu finden, mit denen man reden konnte. Außerdem wurde uns über die Bildungsagentur Supervision angeboten und ich habe im ersten Jahr zweimal im Monat diese Möglichkeit genutzt. Wir haben unsere Probleme auf den Tisch gebracht und gemeinsam Lösungen gefunden. Das war sehr, sehr hilfreich, weil es neben den Lösungen auch viel Zuspruch gab. So hat man die nächsten zwei Wochen wieder überstanden. 😉 Und ich hatte Glück, schnell einen guten Draht zu den Schülern zu haben. Wenn dann die Unterrichtsstunden vorbei waren und man merkte, dass die Schüler aufmerksam waren und Spaß hatten, dann war die Auswertung der Mentorin leichter zu ertragen. Doch ich schaue einfach nicht gern auf diese Zeit zurück…Viele meiner Mitstreiter haben den Abschluss zwar geschafft, waren aber hinterher der Meinung erstmal eine Pause vom Schuldienst zu brauchen. Und das kann ja nicht das Ziel einer Ausbildung sein, oder? Auch ich war froh, dass ich gleich im Anschluss in die Elternzeit mit meinem zweiten Kind konnte und so ein Jahr Pause und Abstand hatte.

      2. tinatainmentia Autor

        Ah, ok, da gibt es also noch beide Systeme… von 24 auf 12 Monate zu reduzieren ist einfach enorm krass. Selbst unsere 18 Monate finde ich schon happig, aber 12, das ist ein absolutes Unding!
        Das mit den Mentoren hört man oft, und irgendwie scheinen diese megakritischen Leute zu überwiegen. Mir wurde jedenfalls schon mehrfach gesagt, ich solle mich darauf vorbereiten, dass immer nur das Negative herausgezogen werden würde und prinzipiell alles, was ich machen würde, niedergemacht werden würde (huch, zu viele Futur- und Konjunktivformen in diesem Satz!). Erbaulich ist das nicht gerade, aber du hast sicher Recht: Wenn man merkt, dass wenigstens die Schüler gut dabei waren, ist das immerhin ein Trost. Das zeigt ja auch, dass man eigentlich gar nicht so schlechten Unterricht macht, wie die Mentoren vielleicht behaupten. Ich fand auch als Schüler viele Referendare gut, die dann mies bewertet worden sind, und umgekehrt welche grottig, die gute Noten kassiert haben dank ihres medialen Feuerwerks. Weiß auch nicht, was das soll.
        Und da bin ich ganz bei dir: Das kann’s eigentlich nicht sein, dass man danach das Gefühl hat, erst mal eine Pause zu brauchen. Wahnsinn.

      3. leleshwa

        Ich drück dir für dein Ref. in jedem Fall die Daumen. Und es lohnt sich wirklich- Lehrer/-in ist ein toller Beruf. Man muss es sich nur leider aus unerfindlichen Gründen sehr hart erkämpfen.

        P.S.: Mir hat das Verhalten meiner Mentoren aber auch weiter geholfen: ich weiß jetzt, dass man keinen Schüler mit Noten und Auswertungen derart unter Druck setzen darf. Positives, Lob und Motivation bringen viel mehr. Also immerhin etwas 😉

      4. tinatainmentia Autor

        Danke :)!
        Jaa, gut, aber das ist ja was, das sagt einem ja eigentlich auch schon der gesunde Menschenverstand, dafür muss man das nicht noch mal im Ref am eigenen Leib unbedingt erleben :mrgreen: Jeder war ja selbst mal Schüler/Student, niemand hat gerne diesen Druck und wird bewertet… Außer vielleicht ein paar Leute, die drauf stehen 😉

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