(Studiengangs-)Entscheidungen

Schon seit einigen Jahren beschäftigt mich eine Frage bzgl. der Studiengangsentscheidung, mit der ich immer mal wieder und irgendwie stark frequentiert in den vergangenen Wochen in Kontakt gekommen bin, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, auch mal darüber zu bloggen. Vielleicht möchte ja der ein oder andere seine Meinung kundtun? Ihr seid herzlich dazu eingeladen! 😉
Allerdings möchte ich hier schon die Warnung loswerden, dass es ein sehr langatmiger Beitrag werden wird und ich hier irgendwie meine Grundphilosophie zur Fächerwahl darlegen werde.
Don’t say I didn’t tell you so…

Und zwar geht es um Folgendes: Was hier kein Geheimnis geblieben ist, ist der Umstand, dass ich nicht nur irgendwas auf Lehramt studiere, sondern eben zwei absolut überlaufene Fächer, die schlechte Einstellungsprognosen mit sich bringen und das gefühlt schon seit mehreren Jahrzehnten.
Nun gibt es zu diesem Thema stets die allseits beliebte Frage: „Ja, aber wieso studierste denn sowas auch? Wieso machste denn nicht was Günstigeres, Latein oder so, da warste doch auch gut und das wird doch wenigstens gebraucht?“ Nicht selten höre ich auch den neunmalklugen Hinweis: „Wer heute als Gymnasiallehrer noch einen Job finden will, muss mindestens ein exotisches Fach machen.“ Exotisch lässt sich übrigens ganz leicht in Mathe oder irgendeine Naturwissenschaft, die nicht Biologie heißt übersetzen, aber das nur am Rande.

Nun studiere ich ja leider nichts Exotisches, in die Altphilologie hat’s mich auch nicht verschlagen und ich werde künftig auch nicht irgendwelche Schüler über den Kasten oder den Bock hieven. Wie schade.
Was bei mir zu den schlechten Einstellungsprognosen hinzukommt, ist der hohe Korrekturaufwand, den die Fächer meiner Wahl mit sich bringen. „Bist du irre???“, haben mir nicht wenige an den Kopf geworfen – in der Regel natürlich Lehrer, denn die meisten Menschen, die keine Lehrer sind, sehen Korrekturen ja auch nicht als Arbeitszeit an und attestieren einem den glücklichen Halbtagsjob mit drei Monaten Ferien, aber das ist ja wieder ein anderes Thema.

Besonders irritiert hat mich ein Erlebnis vor ein paar Wochen, als ich mit meinem Cousin auf den Tag der offenen Tür seiner Schule ging. Seines Zeichens angehender Abiturient hat sich mein Cousin, der aufgrund seiner guten Leistungen bei den meisten Lehrern bekannt ist, überlegt, dass auch er Lehramt studieren möchte. Die Fächer, zu denen er sich hingezogen fühlt, sind einerseits sprachlicher und andererseits gemeinschaftskundlicher/gesellschaftswissenschaftlicher Natur, also fast ebenso hoffnungslos wenig exotisch wie Deutsch und Englisch.

Eine Lehrerin, die meinen Cousin in der Mittelstufe unterrichtete, gesellt sich zu uns an den Tisch, an dem wir gerade vorzügliche Crêpes verspeisen, und sagt: „Na, Tim? Läuft super bei dir, habe ich gehört! War ja auch nichts Anderes zu erwarten bei dir, hihi. Sag mal, ich hab‘ gehört, du willst jetzt auch Lehramt studieren? Finde ich cool! Was willst du denn machen, du hast bei deinen Noten ja eine recht große Auswahl!“ Die ‚recht große Auswahl‘ war im Übrigen das erste, was mich irritierte, denn auch ich war zur Schulzeit in einigen Fächern notenmäßig gut dabei, aber wirklich universalinteressiert sind ja nun mal die wenigsten Menschen, was bedeutet: Nur, weil man in einem Fach gut ist, muss man es nicht lieben. Jeder hat seine Präferenzen, so auch mein Cousin, was eigentlich jedem, der ihn kennt, bewusst ist. Klar, er hat überall gute Noten, aber sein Herz hängt eben überwiegend an der Romanistik, ansonsten ist er vor allem politisch und wirtschaftlich interessiert. Naturwissenschaften studieren? No way!
Dementsprechend antwortet er auch: „Also, auf jeden Fall möchte ich Französisch studieren. Und dann vermutlich Sozialkunde, aber das ist noch nicht 100% fest, es könnte auch Geschichte oder Deutsch werden.“ 

Ich kann kaum fassen, was daraufhin geschieht, aber sie tut es wirklich: Die Lehrerin, nennen wir sie Frau S., rümpft tatsächlich die Nase„Och nööö, Tim. Echt mal. Das bringt doch nix. Weißte, wie da die Prognosen aussehen? Und die Einstellungschancen? Neeee! Du musst schon was Ausgefalleneres machen. Kannste nicht irgendwie Mathe oder Chemie oder sowas dazu nehmen? Wenn’s denn unbedingt Französisch sein muss…“ Mir klappt die Kinnlade. Klar, ich bin diese Sprüche gewöhnt – vor allen Dingen aber von Nicht-Lehrern. Dass jemand „aus den eigenen Reihen“ dazu rät, etwas nur deshalb zu studieren, weil es eben eine nettere Statistik aufweist, irritiert mich total. Warum? Na, weil man sich eben nicht nur fünf Jahre lang durch ein Studium quälen muss, das einem mitunter keinen Spaß bereitet und/oder zusätzlich noch schwerfällt, sondern dieses im Anschluss daran gut vierzig Jahre lang an den Mann Schüler bringen muss, und das dann aber bitte mit möglichst viel Elan.

Das ist eine Sache, die ich wirklich nicht nachvollziehen kann: Wie jemand so denken kann. Auf Prognosen und Statistiken fixiert, unabhängig davon, was einem Spaß macht. Es ist im Übrigen der Grund, wieso ein Lateinstudium keine Sekunde lang eine Option für mich gewesen wäre. Ja, ich habe ein großes Latinum mit 11 Punkten abgeschlossen. Klar, ich kam im Unterricht ganz gut damit klar und ja, wenn ich wenigstens ein bisschen was etwas mehr dafür getan hätte, dann wäre ich vermutlich auch locker auf meine 14 Punkte gekommen. Ja, die Einstellungschancen für Latein sehen 20x rosiger aus als die für Deutsch und Englisch. Aber, und das ist der Punkt: So what? Latein hat mir keinen Spaß gemacht. Es ist mir nicht total leicht gefallen, also kein Vergleich zum Englischen beispielsweise, aber ich bin jemand, der durch Aufpassen und Mitarbeit im Unterricht recht viel mitnehmen konnte. Im Studium hätte ich mir das richtig hart erarbeiten müssen, um da am Ende das Examen zu bestehen. Ohne es gern zu machen. Und dann? Dann wäre ich im Berufsalltag gelandet, hätte vermutlich recht leicht eine Stelle gefunden, hinge da an irgendeinem Gymnasium rum…

…um meinen Schülern Tag für Tag miesgelaunt gegenüberzusitzen. Um zu sagen: „Wie, ihr habt keinen Bock auf Latein? Ja, wisst ihr, ich auch nicht. Aber da müssen wir jetzt irgendwie zusammen durch.“ Um mich ständig mit etwas zu befassen, was mir nicht viel Freude bereitet und was ich auch bei Weitem nicht so gut kann wie meine Fächer, für die ich mich entschieden habe.

Wenn mich jemand fragt, was für mich ein guter Lehrer ist, dann antworte ich immer, dass ein Großteil in der Leidenschaft zum Fach begründet liegt. Jemand, der sich für mathematische Formeln, chemische Reaktionen oder den Schreibstil Ciceros begeistern kann, vermittelt diese Inhalte ganz anders als jemand, der das nur für sein täglich Brot runterrattert. In der fünften Klasse wurde ich von der Begeisterung meiner Lehrerin für die englische Sprache mitgerissen und ich war beeindruckt von ihrem kompetenten Fachwissen, sei es literatur- oder sprachwissenschaftlich bezogen oder landeskundlicher Natur (vor allem über die Jahre, nicht unbedingt in Klasse 5 😉 ). Und so etwas kann man sich nur wirklich aneignen und weitergeben, wenn man sich auch wirklich interessiert – und den Kram nicht mal Bulimie-mäßig für irgendeine Klausur im ungeliebten Studium reingestopft und wieder ausgekotzt hat. (Besagte Englischlehrerin versteht mich nämlich, denn als ich ihr mein Zweitfach nannte, reagierte sie wie folgt: „Deutsch??? Du grüne Neune! Aber naja, was soll man machen – wo die Liebe hinfällt!“)
Und auch „Mangelfächer“ wie Latein, Mathe oder Physik verdienen es, von jemandem unterrichtet zu werden, der sich dafür interessiert und der Spaß daran hat. Alles andere ergibt für mich keinen Sinn.

Das ist der Grund, weshalb ich mich jenseits der Vernunftsgründe wie Prognosen und Statistiken für meine Fächer entschieden habe – weil es die Fächer waren, die mich schon immer am meisten gefesselt haben. Für die ich mich begeistern kann, die mich faszinieren, die mir Spaß machen. Und wovon ich hoffentlich mal etwas an meine Schüler weitertragen kann.
Und das ist auch der Grund, weshalb ich meinem Cousin und jedem anderen Studienanwärter niemals dazu raten würde, rein aus Vernunftsgründen irgendetwas zu studieren. Weil es sich auf  lange Sicht einfach nicht lohnt. Und zwar für niemanden – für einen selbst nicht und für die armen Schüler, die sich dem unmotivierten Lehrer gegenüber finden, schon gar nicht.

Im Übrigen heißt das nicht, dass es das einfacher macht, wenn man das studiert, woran man wirklich Spaß hat. Die Prognosen sind natürlich nicht gänzlich von der Hand zu weisen – aber es lässt sich kompensieren. In meinem Fall bedeutet das, dass ich eine gewisse Flexibilität aufweisen können muss, was meinen späteren Arbeitsplatz anbelangt. Es ist unrealistisch, im Zentrum Heidelbergs (willkürlich gewählter, sehr beliebter Ort) eine Stelle zu finden – aber solange es ein Dorfgymnasium im Hinterland BaWüs auch tut, ist das mit der Stelle schon eher machbar. Und wenn es nicht BaWü wird, meine Güte, dann wird es eben irgendein anderes Bundesland. Der zweite Punkt ist, dass man das Studium nicht schleifen lassen darf. Wenn man überlaufene Fächer studiert, muss man sich der großen Konkurrenz bewusst sein. Das wiederum bedeutet, dass man nicht „4 gewinnt“ spielen darf und auch die Einstellung „dann hab‘ ich da halt mal ’ne 3 und da ’ne 2,7, was soll’s“ einen nicht weiterbringt. Ich bin aber ganz sicher, dass das mit dem guten Abschluss schon hinhaut, wenn man seine Fächer wirklich aus Überzeugung studiert und nicht „weil man halt nichts Besseres wusste“. 😉

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16 Gedanken zu „(Studiengangs-)Entscheidungen

  1. ninaxy3

    HA! Latinum mit 14 Punkten 😀 😀 Aber auf die Idee Latein auf Lehramt zu studieren??? Bah ne pfui weg damit. Ich war so unendlich froh, dass ich das nach der 10. endlich abwählen konnte 😉 Außerdem kann man in einem Fach, was man nur aufgrund von Noten studiert den Schülern später überhaupt keine Freude an besagtem Fach vermitteln. Oh…hab grad weitergelesen und gemerkt, dass du das genauso geschrieben hast 😀 Egal 🙂
    Dann bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, dass ich mit deiner Meinung zu 100% übereinstimme und du mir quasi aus der Seele geschrieben hast 😉

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      🙂 Ich hätte Latein auch mit dem „kleinen“ Latinum (die Unterscheidung mag es heute evtl. nicht mehr geben, zu meiner Schulzeit gab es sie noch) abwählen können, damals übrigens auch noch mit 14 Punkten 😛 aber ich hatte mich entschlossen, das bis zum Abi (und damit bis zum großen Latinum) weiter zu belegen, weil es mir immer noch die bessere Wahl gegenüber Physik schien, aber ja, so richtig Spaß hatte ich eben nicht dran.

      Das freut mich 🙂 ich finde, es sollten mehr Leute so denken! Und du hast mir gegenüber eben einfach den glücklichen Vorteil, dass du dich zufällig für ein „Mangelfach“ begeistern kannst. Und das ist auch gut, denn die „Mangelfächer“ brauchen solche begeisterungsfähigen und interessierten Lehrer und keine Leute, die das mit Ach und Krach der Statistik wegen studieren. 🙂

      Antwort
      1. ninaxy3

        Ja, aber meine Anfangsüberlegung war zum Beispiel auch Deutsch und Erdkunde auf Lehramt zu studieren und da haben mir auch alle möglichen Leute abgeraten, so auch die Berufsberatungstante von der Arbeitsagentur. Dass mir Chemie soviel Spaß macht war so gesehen ein glücklicher Zufall 😉

      2. tinatainmentia Autor

        Ja pfff, gerade so Berufsberatungsmenschen nerven dahingehend… Aber wie gesagt, am meisten hat es mich geschockt, dass dieser Hinweis „aus den eigenen Reihen“ kam, halt von einer anderen Lehrerin…
        Ja, da hast du wirklich Glück 😉

  2. kielerkrimskrams

    Sehe ich auch alles so wie du. Das Studium ist manchmal schon hart, wenn man seine Fächer liebt – und wenn man etwas studiert, was man gar nicht oder nur mäßig leiden kann, wird es wohl richtig übel.
    Auch über die Einstellungschancen würde ich mir jetzt nicht permanent den Kopf zerbrechen. Je besser der Abschluss, desto schneller der Referendariatsplatz, egal mit welchem Fach! Und auch Deutsch- und Englischlehrer werden in den nächsten Jahhren zuhauf pensioniert werden… 😀

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ja, der Ref-Platz ist mir im Übrigen sicher, den garantiert Baden-Württemberg (noch), man hat da einen rechtlichen Anspruch und so. Kann zwar sein, dass man damit am Ende der Welt (bzw. am Ende Ba-Wüs) landet, aber ja. Es geht viel mehr um die Festanstellung/Beamtenstelle. 😉 Aber ja, richtig, auch da werden Menschen pensioniert werden – wenn auch vermutlich unglücklicherweise in den Jahren, in denen ich mich im Ref. befinde und nicht schon fertig bin.

      Aaaber wie gesagt, ich bin dennoch zuversichtlich, dass das mit dem passenden Notenschnitt und der entsprechenden Flexibilität hinhauen wird. Die Menschen um mich rum hingegen versuchen mir/uns und den künftigen Studierenden allerdings ständig diese Panik zu machen und zum Studium von Mangelfächern zu raten, weshalb ich das alles einfach mal loswerden musste.

      Antwort
      1. kielerkrimskrams

        Ach so, dir geht’s schon um die richtige Stelle, da habe ich wohl nicht aufgepasst. Bei uns hier oben sind die Ref-Plätze so knapp, da denkt noch gar keiner an die Zeit danach. Erstmal überhaupt ins „System“ reinkommen ist schon schwer genug.
        Ich finde das ja trotzdem unmöglich, dass man bei euch gezwungen werden soll, etwas zu studieren, nur weil es gerade Mangelfach ist. Ich habe ja Spanisch studiert, das war in SL-H immer Mangelfach die letzten Jahre – bis jetzt. Jetzt bin ich fertig und es ist kein Mangelfach mehr. Tja, Pech gehabt. Nur weil etwas jetzt gerade knapp ist, muss es das in fünf Jahren längst nicht mehr sein. Daher würde ich auch immer dazu raten, lieber nach Interessen zu gehen. Das haben wir beide dann wohl richtig gemacht. 🙂

      2. tinatainmentia Autor

        Das habe ich schon gehört, dass das im Norden happig ist mit den Ref-Plätzen – jedenfalls zumindest mal in Schleswig-Holstein und Hamburg. Mhpf. Andere Bundesländer sind ja so eine Sache, bei uns ist das aber mitunter so, dass ich es womöglich sogar näher nach Zuhause hätte, wenn ich wechseln würde. Der Ref-Platz ist mir zwar sicher, aber ich kann nicht beeinflussen, wo in Ba-Wü ich lande, kann also auch an der bayrischen Grenze (z.B. Ulm) sein, das wäre schon ziemlich weit von mir. Da wäre ich mit RLP oder Hessen mitunter näher dran. Hm. Ich will nur deshalb in B-W bleiben, weil ich 1.) meine Ausbildung gerne dort beenden würde, wo ich sie begonnen habe, und 2.) weil B-W im Deutschlandvergleich mit seiner Ausbildung eben doch ziemlich hoch angesehen ist… Weiß aber nicht, wie das bei euch „da oben“ so ist 😉
        Überlegst du dir inzwischen, ob du evtl. doch ins Lehramt willst?

  3. pimalrquadrat

    Absolute Zustimmung! Studieren sollte man schon das, was einem selbst erst einmal gefällt. Was bringt es, sich fünf Jahre zu quälen, um hinterher zwar mächtig Kohle zu scheffeln, aber jeden Tag von 8 bis 18 Uhr unglücklich zu sein?

    Und das trifft auch auf Lehrer zu, da bin ich bei dir. Ohne Begeisterung für und Freude am eigenen Fach wird das nämlich nichts.
    Schwierig wird es halt dann, wenn man keine begehrten Fächer hat, weil deinen Gedankengang auch 90% deiner Mitstudenten teilen werden. Genau wie du werden sich viele um Bestnoten bemühen, gegbenenfalls im Ref zusätzliche Aufgaben wie AGs, PC-Administration etc. übernehmen, um auf diese Weise zu punkten. Das ist ein ziemlicher Teufelskreis, weil dadurch der Konkurrenzkampf verschärft wird – und manche Schul(leitung)en das gnadenlos ausnutzen.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Richtig, allg. sollte man das machen, was einen glücklich macht, egal in welchem Beruf. Beim Lehramt finde ich persönlich es besonders entscheidend, weil davon eben auch stark abhängt, wie ein Fach bei Schülern ankommen kann. Natürlich wird nicht jeder Englisch lieben, nur weil ich es tue, aber es ist doch schon sehr zermürbend für einen Schüler, wenn der Lehrer selbst keine Lust auf sein Fach hat, so habe ich das zu meiner Schulzeit auf jeden Fall empfunden.

      Jain @Gedankengang … Ich bin selbst überrascht davon, aber du glaubst nicht, wie viele in meinem Jahrgang „einfach nur bestehen“ wollen, irgendwas von „low machen“ und „chillen“ erzählen etc. … Klar, mein engster Freundeskreis, die sind auch alle sehr ambitioniert und ähnlich gestrickt wie ich. Aber wir sind damit tatsächlich schon eher in der Minderheit. Es gibt auch immer noch diejenigen, die eben studieren, weil sie nichts Besseres wussten oder die dachten, mit Deutsch kommt man lockerer durch als z.B. mit Mathe – was vielleicht stimmen mag, aber ein Germanistik-Examen mit 3,x bringt dir ungefähr genau so viel wie ein nicht bestandenes Mathe-Examen 😉 . Und es gibt diejenigen, die lieber jede Woche Party machen als eine vernünftige Hausarbeit zu schreiben… und davon profitieren wir „Guten“ dann eben schon irgendwie, also es ist definitiv nicht so, dass mehr als 10% in meinem Jahrgang einen 1,x Schnitt hätten, von daher…
      Mit letzterem fürchte ich aber könntest du recht haben, also mit den ausnutzenden Schul(leitung)en. :/

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Wow, ok, trotz allem sind da noch die Chiller bei dir? Wahnsinn. Und ja, mit nem 3,x-Examen wird es schon schwieriger, eine Stelle zu finden, wenn man kein Mangelfach bieten kann.
        Auch wenn die Note im 1. Examen erst mal nichts fürs Ref zu sagen hat, so spielt sie ja in die Leistungsziffer (so heißt das glaub) mit rein.

        Und gerade beim modularisierten Studium kann man sich die 4-gewinnt.Mentalität nicht mehr leisten. Gut, gescheite Studenten (zu denen ich mich jetzt einfach mal dzau zähle 😀 ) haben auch vorher schon gute Noten geschrieben, auch wenn die unterm Strich nichts gezählt haben.

        Zum Thema Ref kommt ja noch mal ein Beitrag – wenn ich den auch mal geschrieben bekommen. 😳

      2. tinatainmentia Autor

        Ja, und die gibt es nicht zu knapp. Und dann gibt es halt einfach auch die Leute, die sich zwar Mühe geben, aber trotzdem nicht sooo gut sind – also, die haben dann vielleicht einen Schnitt von 2,3 oder so. Ist ja auch noch okay, aber eben schon im kritischen Bereich.

        Klar, für’s Ref ist das egal, wie oben beschrieben mache ich mir darum auch nicht allzu viele Gedanken (also um den Platz an sich), weil darauf ein Anspruch besteht und dieser in Ba-Wü auh noch zugesichert wird. Aber ja, für die Endnote zählt es dann… Ich weiß nicht, wie stark da 1. und 2. Examen gewichtet werden, ob die 50/50 zählen oder wie das geregelt ist. Ich finde dazu irgendwie nichts Brauchbares…

        Hast natürlich recht, aber ja, gerade bei uns läppern sich die schlechten Noten dann direkt ganz schön.

        Auf deinen Ref-Beitrag bin ich nach wie vor sehr gespannt!

        Edit: Aha, früher zählte 1./2. Examen 1:3, jetzt zählen beide 1:1. So ist das also. Erscheint mir fairer.

      3. pimalrquadrat

        Jaja, ins Ref kommt so oder so jeder. Aber die Note zählt nun einmal. 1:1 war auch bei mir schon so. Und wenn ich mich richtig erinnere (gut, die Info ist auch schon etwas älter), braucht man ne Leistungsziffer zwischen 40 und 60, um eine möglichst gute Chance auf Einstellung zu erhalten (oder so ähnlich. Diese Infos hab ich auch nicht mehr so genau abgespeichert, weil ich sie nicht mehr brauche), und die Leistungsziffer war Note in beiden Examina mal 20. Also auf jeden Fall bringt einem ein Examen mit 2,x oder schlechter nichts.

      4. tinatainmentia Autor

        Richtig, das habe ich auch im Kopf. Bei uns wurde ja von Beginn an gesagt, dass wir bereits ein Erstes Staatsexamen mit schlechter als circa 2,2 oder 2,3 abhaken können, damit gibt es auf dem Markt nichts.
        40 Punkte sind – zumindest bei mir im modularisierten Studiengang, aber natürlich eigentlich auch generell – unerreichbar, da das ja ein Gesamtdurchschnitt von 1,0 wäre und man dafür in BEIDEN Examen eine 1,0 bräuchte. Absurdicus. 60 Punkte entspricht ja einem Gesamtdurchschnitt von 1,5, auch das ist schon ’ne schwierige Kiste. Ich peile auf jeden Fall für’s erste Examen einen 1,x Schnitt an – bisher bin ich da gut dabei, aber allein die Zula und die mündlichen Abschlussprüfungen zählen ja noch mal ordentlich. Und beim 2. Examen weiß ich ja auch noch gar nicht, wie’s laufen wird, das ist ja auch sehr viel mit Glück verbunden, was man so für Prüfer bekommt im Ref. :/ Hachja, die Aussichten sind nicht rosig… Aber dennoch bin ich noch optimistisch und der Hoffnung, das hinzukriegen. ^^

  4. Myriade

    Das kann ich 100% unterschreiben. Eine wahre Horrorvorstellung 40 Jahre lang Fächer zu unterrrichten, die man nicht mag !! Das Lehrer-Dasein ist ohnehin ordentlich burnout-gefährdet.

    Antwort

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