Shorty: Staatsexamen.

Neulich erreichten mich meine neuen Studienbescheinigung für das kommende Semester im Frühjahr per Post. Auf diesen war zu lesen: 1. Abschluss: StEx Lehramt an Gymnasien. Das steht da, weil das halt eben den Studiengang klassifiziert und so. Drunter steht dann auch die eigentliche Fachsemesteranzahl und sowas.

Ein Bekannter kam vorbei und zufällig fiel in meiner Wohnung sein Blick auf besagte Bescheinigungen. Was Uni/Studium angeht, kennt er sich nicht besonders gut aus, also fragte er Folgendes: „Öh, hast du jetzt dein erstes Staatsexamen quasi oder wie? Weil das da steht?“

Ich holte tief Luft.

„Wenn ich mein erstes Staatsexamen hätte, dann wäre ich extrem eskaliert, wie eine Irre durch die Öffentlichkeit und die Wohnung gesprungen, hätte alles und jeden umarmt, wäre vermutlich auf jeden Fall betrunken an irgendeinem lustigen Ort gelandet (und zwar entweder betrunken aufgrund der Feierei oder aufgrund der Verdrängung dessen, dass alles furchtbar in die Hosen gegangen ist notentechnisch… either way…), hätte 50.000 WhatsApp-Nachrichten an alle meine Freunde verschickt, wäre vermutlich in Tränen ausgebrochen, hätte einen Post in GROSSBUCHSTABEN AUF FACEBOOK VERÖFFENTLICHT, …“

„Ok, ok, verstehe. Du willst damit sagen: Wenn du dein erstes Staatsexamen schon hättest, dann hätte ich das irgendwie mitbekommen. Richtig?“

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10 Gedanken zu „Shorty: Staatsexamen.

  1. frausophel

    Den Gefühlsausbruch hätte ich langsam auch gerne. Aber ein paar Prüfungen sind noch zu absolvieren.
    Noch beliebter ist ja die Frage: Wie? Staatsexamen? Du studierst nicht Bachelor/Master?

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Da hast du recht, wir sind eine aussterbende Spezies, wir StEx’ler. 😉
      Was mich allerdings nervt, ist das ewige Vorurteil, dass man im Examen einfach nur 4 gewinnt spielen darf, bis man dann die Abschlussprüfung hat… Das ist beim modularisierten Studiengang eben nicht so.

      Antwort
      1. frausophel

        Das ist ein mir unbekanntes Vorurteil. Oder meinst du bezüglich der vorhergehenden Leistungen?
        Selbst da ist es (zumindest bei uns) relativ streng reglementiert, was für die Note zählt und was nicht.
        Und trotz allem: wir haben acht (!) Abschlussprüfungen und eine Examensarbeit zu schreiben, während die anderen mit dem Verfassen einer manchmal nur 30-40 Seiten umfassenden Arbeit einen berufsbefähigenden (!) Abschluss haben….

      2. tinatainmentia Autor

        Naja, für mein Staatsexamen zählen abgesehen von den Abschlussprüfungen und der Zulassungsarbeit eben mit zwei (!) Noten ausgenommen sämtliche Noten von Semester 1 bis Semester 10 in die Endnote. Beim „alten“ Examen war es so, dass man die Semester über i.d.R. ’nur‘ bestehen musste und die Note sich dann allein aus der ZuLa und der Examensprüfung zusammengesetzt hat. Das ist in vielen Köpfen noch verankert, deshalb heißt es in meinem Umfeld oft: Bis es hart auf hart, also zur Prüfung, kommt, könne ich ja chillen und müsse immer nur eine 4,0 schreiben. So ist es eben nicht.
        Ja, ich weiß. Selbst im Master of Education, der ja zunehmend das Examen ersetzt, muss man oftmals keine Abschlussprüfungen mehr absolvieren, sondern „lediglich“ die Arbeit abfassen (vermutlich nicht in allen Bundesländern, wer weiß). Finde ich auch seltsam.

  2. Nadya

    …Pharmazeuten sich auch StEx’ler und bleiben es vermutlich auch noch eine ganze Weile. UND … *Trommelwirbel* …. bei uns gilt „4 gewinnt“ bzw „irgendwie durchkommen“ 😀

    Antwort

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