Shorty: Tinalise und die Schule

Fünftklässler. 

Erkan: „Frau Studiiiii? Waren Sie eigentlich auch auf der Tinalise-Schule?“

„Ja, Erkan, war ich.“

*Fünfis beginnen zu tuscheln* 

„Und Frau Studi, wie lange sind Sie jetzt schon da?“

„Da? Wie meinst du das? An der Schule? Öh, als Schülerin oder wie lange ich hier schon arbeite? Hm, also, ich war eben 9 Jahre lang Schülerin hier. Und ja, seit so anderthalb Jahren arbeite ich auch an der Schule.“

Tim, der nur mit halbem Ohr zuhört: „Waaas? Sie sind schon an der Schule, seit Sie 9 sind?! Das ist aber schon arg lange, Frau Studi!“

*seufz*

*Getuschel*

„Frau Studi!!! Wenn Sie auch mal Schülerin hier waren… also… dann ist es ja möglich, dass Sie auch mal Herrn W. als Lehrer hatten, oder?“

„Ja, das ist nicht nur möglich, das war sogar tatsächlich so.“

Tim, nun noch wesentlich irritierter: „Aboooo, Frau Studi! Häää? Sie waren mal die Lehrerin vom Herrn W.?“

[Anm: Ja, so war das. Herr W. ist doppelt so alt wie ich. Ich muss sagen, in Erdkunde war er wirklich ein guter Lehrer Schüler. Nur an seinem Schriftbild hätte er mal arbeiten können… 😉 ]

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9 Gedanken zu „Shorty: Tinalise und die Schule

      1. ninaxy3

        Das auch 😀 Aber stell dir mal vor du würdest das hier nicht schreiben…dann säß ich ja totaaal gelangweilt vor meinem Computer und müsste mich alleine und ganz unmotiviert an meine Hausaufgaben wenden…das würde mich ja regelrecht depressiv machen 😛 😀

  1. die Hungrige

    Ich hab gerade die Vorstellung in meinem Kopf wie ich irgendwann in ein paar Jahren als „Lehrerin“ (tschuldi für die Anführungszeichen aber du weißt was ich mein ;D) an meiner jetzigen Schule bin und im Lehrerzimmer ein und ausgehe. Herrlich! 🙂

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      :mrgreen: Ja, schon ok, ich bin ja noch mitten im Studium und noch ein ganzes Stück davon entfernt, mich Lehrerin mit ohne Anführungszeichen schimpfen zu dürfen 😉 aber für die Kinder ist das ganz sinnvoll so, die müssen da nicht so genau Bescheid wissen. 😉

      @Lehrerzimmer: Das ist immer noch seltsam für mich. Ich gehe auch immer nur kurz rein, um an mein Fach zu latschen, und fühle mich hm, seltsam :mrgreen: Ich war schon zu Schülerzeiten zwecks Schülersprecherposten öfter mal im Lehrerzimmer (v.a., da auch nur die Lehrer eine Küche haben, wo man eben hin und wieder mal hin musste an Veranstaltungstagen ;D), und es fühlt sich immer noch so an wie damals: irgendwie semi-legal :mrgreen: So „ja, ich habe eine Berechtigung/einen Grund, hier zu sein, aber irgendwie fühle ich mich trotzdem wie ein ‚Eindringling'“. 😀 Da ich aber keine Hohlstunden habe, muss ich mich da auch nicht länger aufhalten. Wäre ohnehin was komisch, weil ja alle Lehrer ihren festen Sitzplatz haben und dann stünde man da so dekorativ rum… 😀 (An meiner Praktikumsschule gab es übrigens nicht mal Sitzplätze für die Referendare im Lehrerzimmer. Da haste dich als Praktikant gleich mal zehnfach awkward gefühlt.)

      Antwort
      1. die Hungrige

        Wie akzeptieren dich deine ehemaligen Lehrer so als Kollegin? Hörst du manchmal so Kommentare à la „Bei dir war’s doch damals auch so und so“?

      2. tinatainmentia Autor

        Nein, das höre ich tatsächlich nie. Aber, hm… das lässt sich schwer schildern, ohne dass dann der „Streber“-Stempel kommt, aber es war immer so und es hatte nichts mit Streber-Dasein zu tun: Ich kam mit den meisten meiner Lehrer als Schülerin sehr gut klar, vor allem auf menschlicher Ebene. (Ja, es gab Ausnahmen, aber die sehe ich glücklicherweise kaum und habe an der Schule nichts mit denen zu tun.) Bis zur Mittelstufe war ich auch noch recht unkritisch und wohl einfach nur ein eher unkompliziertes Kind 😀 , danach wurde ich zwar kritischer, aber meistens fanden die es gut, wenn man Dinge reflektiert und sich dazu geäußert hat, auch wenn es nicht immer positiv war. Ansonsten bin ich eben gern zur Schule gegangen und gerade mit den Lehrern, die jetzt auch die Klassen haben, die mich betreffen, habe ich mich gut verstanden und auch gerne noch mit denen ein Schwätzchen gehalten, als ich sie nicht mehr im Unterricht hatte bzw, allgemein das Abi schon hinter mich gebracht hatte (ich habe ja nicht direkt nach dem Abi angefangen dort zu arbeiten logischerweise).
        Manchmal werden Vergleiche zu früher/meinem Jahrgang gezogen, das schon. Die fallen aber für uns eher positiv und für die jetzige Schülergeneration dann eher negativ aus. Es kommt also kein „bei euch war es doch auch so und so“, sondern eher ein „ganz ehrlich, ich will nicht rumschleimen, aber bei euch war’s einfach noch ganz anders, ihr wart leistungsstärker und besser erzogen/freundlicher“ etc. Die Schule hat eben schon einen Wandel erlebt in den letzten Jahren, das ist wohl allgemein spürbar. (Bin mir aber auch bewusst, dass der Mensch allgemein zur „Romantisierung“ der Vergangenheit neigt, also hm… 😉 )
        Was ich auch ganz toll finde: Es war/ist allein meine Entscheidung, ob ich den Schülern preisgebe, dass ich selbst mal auf der Schule war und ob ich die „Kollegen“ auch selbst mal als Lehrer hatte oder nicht, zumindest bei den meisten ist das so. Es geht also keiner her und sagt „Hehe, ach die Frau Studi, die hatte ich ja selbst im Unterricht, als sie 13 war und die war damals so und so.“ Das finde ich gut. [Es gibt für mich allerdings keinen Grund, meine Schulgeschichte zu verheimlichen, zumal hier und da mal noch mein Name in Zeitungsberichten oder so auftaucht, die in der Schule in Schaukasten rumhängen, und die hat der ein oder andere Schüler auch schon mal gesehen. „Sind Sie das???“ Meinen Abijahrgang will ich allerdings nicht verraten, und ich bin froh, dass die „Kollegen“ das auch nicht tun.] Vor allen Dingen ist das wichtig, weil sie mir da auch komplett den Rücken stärken: Den Schülern gegenüber bezeichnen sie mich als Lehrerin, nicht als Studentin oder ehemalige Schülerin. Ich werde hier und da dann mal kurz gefragt, wie’s so läuft oder kriege ein „frohes Schaffen“ gewünscht, das war’s aber auch. 🙂 Einmal (im Fall von „Draco Malfoy“) bin ich ja auch hilfesuchend zu Herrn W. gegangen und er hat mich damals nicht bloßgestellt, sondern mich vor Draco eben auch als Lehrerin bezeichnet, das fand ich wirklich toll.
        Der einzige Unterschied, den man zwischen mir und den anderen Studenten bemerkt: Ich werde von fast allen geduzt, die anderen eben gesiezt. Das ist vollkommen in Ordnung so, alles andere fände ich seltsam und befremdlich. Ein paar haben mir allerdings auch direkt das Du angeboten, als ich dort zu arbeiten begonnen habe, die meisten sieze ich aber weiterhin und auch das ist wirklich absolut in Ordnung so.
        Ansonsten wird gar nicht so viel über die Schule gequatscht, wie gesagt, ich verstehe mich mit fast allen, mit denen ich zu tun habe, sehr gut und da wird dann eben über Alltagsgedöns oder auch mal über’s Studium oder sowas gequatscht. Ich fühle mich von der Seite her also von meinen ehemaligen Lehrern absolut als „gleichwertig“ akzeptiert, auch wenn mir natürlich sehr wohl bewusst ist, dass ich das längst nicht tatsächlich bin, und das ist auch okay so. 😉 Sie lassen es jedenfalls auf keinen Fall raushängen. 🙂

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