Throwback Thursday: Die Tinalise früher…

…war überraschenderweise so GAR keine andere als die Tinalise heute!

Ich habe mal in alten Grundschulzeugnissen gestöbert und so viel wirklich Amüsantes gefunden, dass ich euch das nicht vorenthalten möchte. Grundschulzeugnisse sind cool, besonders die der ersten beiden Klassen, wo es noch Verbalbeurteilungen gibt und man dran erinnert wird, dass es doch auch mal ohne Noten und dem damit verbundenen Rattenschwanz (Subjektivität, Anspruch der Fairness, Vergleichbarkeit, Notendruck etc.) ging. Hach, war dat schön!

Meine Zeugnisse haben mich übrigens nicht nur amüsiert, sondern auch ganz schön verblüfft, zeichnet sich doch da schon Vieles ab, was heute noch völlig zutrifft – und zur allgemeinen Erheiterung der Tinalise-Familie führte. Die Highlights habe ich also nach Kopieren der Zeugnisse markiert und eingescannt.

Klasse 1:
Bildschirmfoto 2014-10-09 um 11.22.10
Tha! Da haben wir’s. Teamfähig, ja, aber irgendwie auch bossy. Vermutlich hat die Grundschullehrerin das damals ganz nett und positiv gemeint (hoffentlich!), aber… ja… I can’t help it. Am Gymnasium wurde das noch schlimmer, ich habe irgendwann das Motto „Wenn man will, dass es richtig gemacht wird, macht man’s selbst“ entwickelt – aufgrund zahlreicher vorangegangener Enttäuschungen. Und in der Oberstufe ging das ohnehin nicht anders… „Wer von unserer Gruppe trägt vor?!“ – „Die Tinalise soll mal, ich hab kein‘ Bock…“ Ja. Nun denn. Ich also: All bossy. Schon in Klasse 1. Hm…
Wenigstens hat sich auch die Affinität zu Deutsch schon früh bemerkbar gemacht! 😉

Klasse 2 (Halbjahr):
Bildschirmfoto 2014-10-09 um 11.22.56
Chrhrhr. „[…] vertritt selbstsicher ihre Meinung.“ Thahaha. Hier also: all self-confident. Ja, dat war schon immer so. Ich weiß ja gar nicht, wo das eigentlich herkommt und so… aber auch das hat sich in den fortlaufenden Jahren eher zugespitzt. Ich hatte mich zu einer sehr kritischen und überhaupt nicht schüchternen Person entwickelt, die den Lehrern gut und gerne mal Kontra gab, wenn ihr etwas nicht gepasst hat. Ich kann auch sehr direkt werden – ich ducke mich einfach nicht gerne, schon gar nicht einfach nur deshalb, weil der andere halt mal das Sagen hat. So gab es auch einige Diskussionen zwischen meinem werten Schulleiter und mir, glücklicherweise hat er es mir wohl nie ernsthaft übel genommen, weil ich mich immer sehr um Konstruktivität bemüht habe. Begeistert war er dennoch nicht immer. Nichtsdestotrotz sehr interessant, dass das schon in Klasse 2 „in mir“ war!

Klasse 2 (Jahreszeugnis):
Bildschirmfoto 2014-10-09 um 11.23.27
HAHAHAHAHA! Entschuldigung. Da bleibt mir nichts Anderes zu sagen übrig als: IN YOUR FACE, MATHE-ABI! (Das hat meinen Schnitt dank eines Mega-Blackouts in der mündlichen Prüfung um ganze zwei Zehntel runtergezogen. Ich werde eines Tages darüber wegkommen… bestimmt. Hoffentlich. Vielleicht. 😉 )

Und, last but not least, ebenfalls Klasse 2 (Jahreszeugnis):
Bildschirmfoto 2014-10-09 um 11.23.16
Der absolut geilste Satz EVER. Meine Eltern lagen fast auf dem Boden, als ich letztens dieses Zeugnis rausgekramt habe… Denn ja: Ich bin so eine wirklich schreckliche Person. Nein, ehrlich, ich finde das selbst nicht so toll, aber es grenzt fast schon an eine Art Zwangsneurose: Ich bin ein sogenannter „grammar nazi“, früher nannte man das wohl einfach etwas politisch korrekter „Klugscheißer“ oder auch „Besserwisser“. Es ist schrecklich. Aber es stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf, wenn jemand „les mal/ess mal/geb mal“ sagt, oder, mein persönlicher Horror: „Der ist doch dümmer/schlauer/dicker/größer/… wie ich!“ Uaaah. Muss. Den. Zwang. Zu. Verbessern. Unterdrücken.! Und wirklich schreckliche Rechtschreibfehler machen es auch nicht besser. Letzte Woche sagte jemand in meinem Seminar übrigens ständig Präventation. Ständig, bis die Dozentin uns alle davon erlöste und die Kommilitonin korrigierte. Ich bemühe mich aber, das in den Griff zu kriegen und nicht ständig alles und jeden zu berichtigen (vor allem keine Erwachsene!). Irgendwann habe ich mal die leise Regel aufgestellt zu warten, bis jemand es fünfmal falsch gesagt oder geschrieben hat, bis ich mir eine Anmerkung erlaube, um sicherzugehen, dass es kein Versehen war… Und ja, ich kann auch zwischen Versprechern, Tippfehlern und „richtigen“ Fehlern unterscheiden! …Aber ehrlich mal, ich kann doch keinen 22-jährigen weiter mit der Schreibweise aufreumen durch’s Leben gehen lassen, oder?! Nun, ich weise dann eben dezent (!) auf solche Fehler hin… und das schon seit sehr, sehr vielen Jahren, wie dieses Zeugnis ans Licht gebracht hat… 😉
Selbstverständlich mache ich natürlich auch selbst oftmals Fehler und bin froh, wenn mich jemand auf welche hinweist, die sich bei mir fest eingeschlichen haben. Meine Eltern freuen sich immer diebisch, wenn sie mich mal korrigieren können – dafür nutzen sie allerdings dann auch Gelegenheiten wie einfache Versprecher, tz… 😉

(Achja, und doch: Ich habe trotz all dem Freunde! :mrgreen: Zum Glück habe ich ganz viele Gleichgesinnte um mich herum, die das verstehen können. Eine Freundin korrigiert heute noch ihre Mutter bei jedem einzelnen Imperativ… :mrgreen: )

Advertisements

7 Gedanken zu „Throwback Thursday: Die Tinalise früher…

  1. maskentaenzerin

    Oooh, das mit dem grammar nazi kenne ich von mir selbst auch 😀 Das wurde mir aber von… ähm… unerfreuten Mitschülern recht schnell abgewöhnt. (Im Gegensatz dazu habe ich aber schon mal die ein oder andere Deutscharbeit während der Schreibezeit korrigiert, da war das plötzlich völlig okay *g)
    Mein persönlicher Favorit bei mir ist ja: „Achlys folgte dem Religionsunterricht innerlich beteiligt, was sich in ihren Bildern und Geschichten spiegelte.“
    Innerlich beteiligt. Ahja 😀

    Antwort
    1. teacheridoo

      P. S.: Die Formulierung der Lehrerin bzgl. Deiner „dezenten Hinweise“ ist an Diplomatie sicher kaum zu überbieten. 😀 Zumindest sehe ich gerade eher eine 7jährige vor mir, die ungeduldig mit dem Finger in der Luft herumfuchtelt, um schließlich unaufgerufen loszukrähen: „Frau Müüüüüüüülllleeeeer! Da ist aba was falsch in dem Saaahaaatz!“

      *schmunzel*

      Antwort
    2. tinatainmentia Autor

      „Praktikas“! Daaanke! Ja, du hast Recht! Die Steigerungsform lautet „Praktikums“. Aber das Schlimme an den „Praktikas“-Sagern ist, dass sie sich für sehr schlau halten, weil sie ja ans Plural -a denken statt der Endung -um. Dumm nur, dass sie dann gleich doppelt „pluralisieren“. 😉 Das gleiche Phänomen beobachte ich alte Musikerin übrigens immer wieder zähneknirschend bei „crescendis“.

      Hihi, ich finde eigentlich, man könnte aus dieser Grundschulzeugniskramerei fast schon ein Blogevent machen… :mrgreen:

      Antwort

Gib deinen Senf dazu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s