Efrising is ‚bullshit’…

Seufz. An anderer Stelle schrieb ich ja schon mal von Gianni, seiner Klausur und dem Anspruch der Schriftsprachlichkeit.

Nun denn, Gianni bekam letztens besagte Klausur zurück… und obwohl ich genau den Text, der am Ende in der Klausur drankam, mit ihm 1:1 durchgegangen bin und durchinterpretiert habe, kam er nur auf 5 Punkte. Hmz. Naja. Gianni war enttäuscht, ich auch, habe allerdings versucht, das möglichst zu überspielen und mich und ihn daran zu erfreuen, dass es wenigstens bestanden ist (ein immenser Fortschritt zur vorherigen Klausur!).
Klar haben weder er noch ich erwartet, dass er jetzt einen riiiesigen Sprung macht und irgendwas Zweistelliges schreibt, dafür ist er sprachlich auch einfach noch viel zu wirr und unsicher, aber so 7 Punkte wären schon was Feines gewesen. Das Problem ist nämlich, dass es hööööchst unwahrscheinlich ist, dass ich noch mal genau den klausurrelevanten Text treffe und mit ihm vorbereite. Naja.

Bei der Besprechung, die sich überwiegend auf das Sprachliche bezog (er hatte in diesem Bereich ca. 25% der Gesamtpunktzahl), war ich zwischenzeitlich richtig genervt. Und zwar von der Deutschlehrerin, nicht von Gianni.

Löblicherweise, und das muss man ihr wirklich zugute halten, verwendet sie durchstrukturierte Bewertungsbögen, die sie selbst mit kurzen Kommentaren füllt. Blöderweise allerdings lediglich mit Kommentaren, die Gianni überhaupt nicht versteht bzw. verstehen kann. Klar ist das Deutsch 11. Klasse und man setzt dann normalerweise (grammatikalische) Fachbegriffe voraus, obwohl das schon bei einigen Muttersprachlern, die seit der 5. Klasse ein deutsches Gymnasium besuchen, oft schiefgeht. Ist aber für jemanden wie Gianni, der erst seit einigen Monaten wieder in Deutschland lebt und zur Schule geht, absolut unmöglich nachzuvollziehen. 

Kleine Auswahl gefällig? Here you go:

  • Gianni, du musst die Verbmodalität beachten!
  • Hier hast du leider kein adäquates Vokabular angewandt.
  • Zu viele Wiederholungen. Verwende künftig mehr Synonyme!
  • Schriftsprachlichkeit!
  • Modus!
  • Syntax!

Tja, joar. So sahen die Kommentare aus. Gianni hingegen sah eher so aus: ??????????, was ich durchaus nachvollziehen konnte.

Nachdem wir sämtliche Begriffe geklärt, Beispiele dafür gefunden und die Fehler korrigiert hatten, blieb nur noch das Problem der Schriftsprachlichkeit bestehen. Gianni versteht das Problem immer noch nicht so richtig, nämlich, dass es um, wie heißt das denn jetzt im Deutschen (im Englischen heißt das so schön einfach register) das Sprachniveau/den angemessenen Ausdruck geht.

Ich versuche es mit dem Beispiel, das ein Englisch-Grundkürsler in meiner Stufe damals gebracht hat. Besagter Bursche, nennen wir ihn Manuel, schrieb munter in seine Klausur bei der Beurteilungsaufgabe der Argumentationsstruktur: I think this argument is bullshit. (Neben ‚Bullshit‘ später dann fünf !!!!! der Lehrerin.)

Gianni nickt. „Das ist nicht so gut“, sagt er. Vielleicht hat er das jetzt ja verstanden, will ich gerade denken, als Gianni weiter spricht.
„Das ist aber nicht das schlimmste, das man schreiben kann!“ Hm. Das stimmt wohl. Ich finde ‚bullshit‘ zwar schon heftig, aber bevor jemand irgendwas mit ‚fuck‘ schreibt, bestenfalls noch in einer Deutschklausur… Joar.
„Nämlich, bei mir im Englisch-LK, da hat letztens einer ‚everything‘ falsch geschrieben! Der hat dann ‚efrising‘ oder so geschrieben. DAS ist ja mal richtig schlimm!“

Mhpf. Ja, klar, ‚everything‘ in der 11. Klasse falsch zu schreiben, noch dazu in einem LK, ist natürlich enorm bitter. Bzw., ich wüsste dafür jetzt auch gar keinen Ausdruck. Wäre ich die LK-Lehrerin, ich wäre vermutlich umgekippt oder so.
Leider heißt das aber, dass Gianni immer noch nicht kapiert hat, dass es nicht um irgendwelche, von mir aus orthographischen Fehler geht, sondern um den verwendeten Wortschatz bzw. das Ausdrucksniveau.

Ideas anyone, wie man ihm das deutlich machen könnte?! Anreize durchaus willkommen ;)!

Ich geh‘ dann mal Materialien zu Wortschatzarbeit zusammensuchen…

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15 Gedanken zu „Efrising is ‚bullshit’…

  1. Myriade

    Verschiedene Sprachregister erkennen/unterscheiden/beherrschen kann man halt nur wenn sie in der eigenen Welt auch vorkommen. Und der Hinweis „du redest ja mit deinen Freunden auch anders als mit zB deinen Lehrern geht möglicherweise so was von ins Leere :)) Mir fallen da ein paar haarsträubende Beispiele ein von Formulierungen aus Schüler-emails, die durchaus nett und freundlich gemeint waren aber entweder aus der Kumpelsprache oder völlig überkandidelt waren … Eines meiner schulischen Lieblingsthemen.Mangelnde Kenntnis von Sprachregistern ist meiner Meinung nach eines der größten Probleme der Migrantenkinder, die in einer idealen Welt zwei Muttersprachen hätten, in der realen Welt aber gar keine haben. Jetzt hör ich aber auf, sonst wird das ein Vortrag 🙂 Schöne (Arbeits)woche !

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Ah, Sprachregister, stimmt, das kann man vermutlich auch im Deutschen sagen. 😀 Irgendwie dämlich, mir ist nur das engl. „register“ eingefallen, aber auf die Idee, das einfach ins Deutsche zu übertragen, kam ich nicht *an den Kopf fass*. Jup, der Hinweis ging ins Leere, das hatte ich auch schon ausprobiert. 😉
      Das stimmt, also, die Sache mit den Muttersprachen und so. Und ja, ich glaube, es ist ziemlich schwierig, einem Nicht-Muttersprachler verschiedene Register begreiflich zu machen, bzw. die Kinder dazu zu bringen, ein Wort richtig einordnen zu können. Leider. Merkt man ja auch im Fremdsprachenunterricht… ein paar Menschen mit viel Sprachgefühl merken das sofort, andere gar nicht. Und dann ist das Einordnen ja immer noch einfacher, als selbst ein höheres Niveau beim Schreiben zu produzieren… Eieiei, ich höre dann lieber auch auf ;).
      Vielen Dank und ebenso! 🙂

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    2. tinatainmentia Autor

      Achja, was ich ganz vergessen habe: Die „haarsträubenden Beispiele“ aus Schüler-Mails fänd ich auch ganz spannend/interessant/erfahrenswert 😛 😉 Ich erfreue mich immer an diversen Stilblüten… :mrgreen:
      Natürlich nur, wenn Du (ist Du okay? Nä ey (Obacht, Schülersläääng), immer dieses Internet und seine Anonymität, da fällt die Frage mit dem Duzen/Siezen immer noch schwerer als sowieso schon. Ich bin ja ohnehin für die englischspachige Lösung ;D) das auch mitteilen möchtest. 🙂

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      1. Myriade

        Ja Du ist doch nicht nur im Internet sondern auch unter Berufskollegen total OK. Also Prost auf Du 🙂

        Sobald ich die Maturakorrigiererei hinter mir habe, werde ich mal in den Archiven wühlen. Ich glaube, dass in Österreich die sprachlichen Hierarchien um einiges härter sind, als in Deutschland. Wir werden von den SchülerInnen nicht als Frau oder Herr soundso angesprochen sondern als Herr und Frau Professor, was sicher von außen betrachtet ziemlich lustig ist. Das heißt, dass die Anrede Herr oder Frau soundso schon als beträchtliche Normverletzung gesehen wird 🙂

      2. tinatainmentia Autor

        Ich sag Dir, da habe ich schon ganz andere Leutchen kennengelernt *ächz*. Dieses Zwangsformale ist ja einfach echt nicht meins. Ich plädiere also weiterhin für die englische Lösung und stoße auf’s Du an 🙂 Cheers!

        Uiiiii! Wowsa. Das wusste ich gar nicht. Also, das ist jetzt nicht so überraschend, dass ich das nicht wusste, angesichts der Tatsache, dass ich allgemein ziemlich wenig über Österreich und das dortige Bildungssystem weiß *sich schämend in die Ecke stell*. Immerhin weiß ich, dass das Abi bei euch Matura heißt… Und bin froh, dass es in Deutschland Abi heißt und der Begriff „Reifezeugnis“ auch nicht mehr verwendet wird, weil er leider sowieso kaum mehr zutrifft. :mrgreen: Und dann wurde ich heute (wie passend, gerade heute) von einem Schüler gefragt: „Frau Studi, kennen Sie sich mit Österreich aus?“ – „Ähh…“ – „Gibt’s da auch Steuern????? Neee, oda?“ :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: !

        Frau Professor, das ähm, erinnert mich jetzt irgendwie an Harry Potter und bringt mich zum Grinsen! Hat was. 🙂
        Ich sollte dann wohl Emigration in Betracht ziehen… Dann werde ich nicht nur automatisch Frau Professor, sondern lebe auch noch in einer Steueroase, tschakka! 😉 :mrgreen:

  2. fraubutterbrot

    Mir fallen da spontan die Begriffe „restringierter/elaborierter Code“ aus dem Studium ein.
    So: „Wären Sie bitte so freundlich und könnten mir diesen Sitzplatz überlassen?“ vs. „Schwirr ab!“
    Vielleicht kann man’s mit solchen Beispielen veranschaulichen?

    Antwort
    1. Tinalise

      Ja, sowas kann er unterscheiden, schon. Aber er schafft es dann nicht, dieses Schema auf eine Analyse in der Klausur zu übertragen… er weiß ja auch, dass er mit Lehrern z.B. anders spricht, als mit seinen Freunden… Von wegen „Könnten Sie mal bitte einen Schritt zur Seite machen?“ vs. „Ey verpiss dich ma da!/Hau ma ab!“ Mhpf. Aber so für’s Schriftsprachliche bekommt er das nicht ganz drauf. Er verwendet jetzt keine Wörter wie „bullshit“ oder so, aber ich glaube, sein Wortschatz ist einfach nicht groß genug, als er sich besonders differenziert ausdrücken könnte… Er schreibt dann halt z.B. sowas wie „Das ist dem aber egal“ anstelle von „ihm“ und „gleichgültig“. Und versteht dann zu 0%, wieso die Lehrerin das jetzt wieder angestrichen hat, weil man im Alltäglichen ja auch „dem/der“ sagt (zumindest hier in der Region), und „egal“ ist für ihn ein normales Wort, wenn auch nicht so elegant. 😀
      Dennoch danke für die Anmerkung 🙂

      Antwort
      1. teacheridoo

        Hrrrmmmm, sehr unerfreulich, diese Situation. Ich habe da gerade auch etwas Schwierigkeiten, die Lehrerin zu verstehen, die da für mein Gefühl recht hart bewertet (auf Muttersprachlerniveau halt). Schreibt sie denn wenigstens an den jeweiligen Stellen entsprechende Verbesserungsvorschläge dazu?

        Auf welcher Basis wurde Gianni eigentlich ins 11. Schuljahr eingestuft? D.h. ja, er soll Abitur machen? Zieht sich diese Schwäche durch alle Fächer oder fällt das nur im Deutschunterricht so schwer ins Gewicht?

        Grundsätzlich würde ich es wohl auch so versuchen, wie von Frau Butterbrot vorgeschlagen, aber das ist natürlich nichts, was auf die Schnelle Wirkung zeigt.

        Ich bin ratlos.

      2. Tinalise

        Naja, genau genommen ist er ja nicht Nicht-Muttersprachler. Er ist immerhin in Deutschland geboren und hat dort 6 oder 7 Jahre lang gelebt, nur eben die letzten Jahre nicht mehr… Klar behandelt sie ihn vom Korrekturmaßstab genau wie alle anderen, aber ich wüsste auch ehrlich gesagt keine Alternative. Ich weiß gar nicht, wie das rechtlich ist, ob man das überhaupt berücksichtigen DÜRFTE… und wenn, dann kämen sie alle an. Einer nach dem anderen. „Bei uns zuhause wird aber AUCH nur Italienisch/Türkisch/Albanisch/… gesprochen und WIR kriegen keinen Bonus dafür!“ etc. Verbesserungsvorschläge schreibt sie manchmal („besser: xy“), aber nicht überall, das wäre dann aber auch noch mal ’ne Menge Arbeit mehr. Sie macht sich ja schon viel Mühe mit den Bewertungsbögen (welcher Deutschlehrer hat sowas schon?), aber es hat mich geärgert, dass sie ihm da die Fachbegriffe um die Ohren gehauen hat.

        Gianni wurde aufgrund seines Alters (17) und aufgrund seines Schulniveaus in seinem Heimatland eingestuft. Also, die mittlere Reife hat er sozusagen, und er will eben Abitur machen. Er hat aber vor, die 11. zu wiederholen auf freiwilliger Basis, weil er besser abschneiden möchte als aktuell. Die Probleme fallen vorrangig in Deutsch und Geschichte ins Gewicht, richtig gut ist er wohl in Physik und Englisch. In Mathe kommt er, eigener Aussage nach, mit der Lehrerin nicht klar, aber keine Ahnung. Ich glaube schon, dass er vom Intelligenzniveau auf jeden Fall in der Lage wäre, ein gutes Abi zu machen. Es scheitert wohl doch viel am Sprachlichen.

        Naja, er versteht halt bei vielen Dingen nicht, warum man die so sagen, aber nicht schreiben kann. Siehe Beispiel „das ist dem egal“.

  3. pimalrquadrat

    Ziemlich schade. Man muss Gianni aber zugutehalten, dass er sich doch sehr bemüht und auch willens ist, zu lernen. Klar, solche Rückschläge sind frustrierend, aber allein schon, dass er selbst „einsieht“ (liest sich blöd, mir fällt aber keine andere Formulierung ein 😳 ), dass es wohl besser ist, die 11. zu wiederholen. Nicht nur der Noten wegen, sondern auch, damit er ein Jahr mehr Zeit hat, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen. Find ich ziemlich gut von ihm, sich so reinzuhängen.
    Zeigt aber auch, dass ohne Sprache in der Schule gar nix läuft bzw. laufen kann.

    Antwort
    1. tinatainmentia Autor

      Er hat die 11 leider doch nicht wiederholt *seufz*. Und sein Englisch ist auch sehr viel schlechter als sein Selbstbild, wie ich einige Zeit danach feststellen musste… Da machen wir inzwischen auch Nachhilfe und es liegt wohl doch nicht nur an der dt. Sprache. Während er in Englisch zwar auch vom Fehlerquotienten auf 0 Punkten ist und das sprachlich natürlich schon mal ein Riesenproblem darstellt, ist er da inhaltlich auch nicht besser als in Deutsch. Interpretieren, erörtern etc. – das ist eben immer gleich. Und wenn man das generell nicht kann, nutzt es auch nichts, das auf einer anderen Sprache zu versuchen. Ich schätze also, auf seiner Muttersprache sähe es auch nicht viel rosiger aus (inhaltlich gesehen jetzt).

      Antwort
      1. pimalrquadrat

        Ah, ok. Naja, schade ist es schon, ein Jahr mehr bringt schon eine Menge. Hat er sich denn ein wenig gebessert? Oder überschätzt er sich einfach, dass er weiermachen will?

        Und stimmt schon, das Arbeiten mit Texten (fremden wie eigenen) hängt nicht nur vom Sprachverständnis ab, da gibts ja auch noch formale Aspekte, die sicher in jeder Sprache gleich sind. Und wenn es in Englisch auch so läuft, dann liegt es eher am schüler und weniger an der Sprache.

        Schwierig, da etwas zu ändern, weil ja auch der „normale“ Schulstoff keine Rücksicht nimmt und weiterläuft. Klappt es denn in den Ferien, wo man etwas aufholen kann?

      2. tinatainmentia Autor

        Ein wenig besser, ja, aber er überschätzt sich grundlegend. Er meint ja auch, sein Englisch wäre tooootal guuuut, dann kommen 0 Punkte in Sprache in der Klausur, dann ändert er sein „tooootaal guuut“ auf „aber mündlich tooootaaaal guuut“, und ich zwinge ihn dann dazu, dass wir in Englischstunden (die wir inzwischen auch miteinander machen) eben dann auch nur Englisch spricht, und es ist alles andere als „tooootaaal guuut“, sein spoken English. Aber irgendwie will er das nicht so einsehen. Und so ist es mit den meisten Fächern. Die Lehrer sind schuld, hmpf. Ich glaube, die Schwierigkeit ist, dass sein Selbstbild daher kommt, dass er in den letzten Jahren in [anderes europäisches Land] ein wirklich guter Schüler war, weil die Bildungsstandards da aber auch einfach wirklich anders aussehen. Sein Englischunterricht war z.B. kein richtiger Unterricht mit Noten, Tests, Klausuren etc., sondern eher so ein „Spiel und Spaß mit ein bisschen Englisch-Smalltalk“, naja. Es ist schwierig, davon dann den Sprung zum Abi in Deutschland zu schaffen… Ich hoffe, dass er zumindest die 12 wiederholen wird. :/

        Ja, was ich total schwierig finde: Wie bringt man einem 18jährigen, der schon in Klasse 12 ist, jetzt erst das Interpretieren richtig bei? Ich versuche es immer wieder, aber es ist einfach schwierig. Wir haben das ja über Jahre ganz subtil gelernt, man wird da ja immer ein Stückchen hingeführt die gesamte Schullaufbahn über, und wenn einem das eben fehlt… Mhpf. Es ist wirklich schwierig.

        Ferien *frustriertes, bitteres Lachen*. Ich habe schon ein paar Mal versucht, darauf hinzuweisen, dass es sinnvoll wäre, in den Ferien oder auch in den Wochen, in denen er eben keine Klausur vorzubereiten hat oder Hausaufgaben in Deutsch/Englisch zu bearbeiten hat, Nachhilfe zu machen. Eben, um da mal was aufzuholen. Um Wortschatzarbeit zu betreiben etc. Aber nö – er gehört zu der Sorte Schüler, zu der wohl die allermeisten gehören: „Aber wieso? Wenn die Arbeit grade geschrieben ist, brauche ich erst mal keine Nachhilfe mehr.“ bzw., sehr aktuell: „Du musst heute nicht kommen, wir haben in Deutsch keine Hausaufgaben auf. Erst nächste Woche dann wieder.“ *dreifachfünffachtausendfachseufz* Aber er ist 18 und somit stehen da auch nicht die Eltern dahinter, an die man bei jüngeren Nachhilfekindern appellieren kann, dass es sinnvoll ist, die stressfreiere Zeit zu nutzen, um Lücken zu schließen.

      3. pimalrquadrat

        Tja, Selbst- und Fremdeinschätzung eben. Und wie immer, wenn sonst nichts hilft, ist der Lehrer schuld.

        Dieses smalltalk-Unterricht-Phänomen hab ich bei einem Schüler auch, der war einige Jahre im außereuropäischen Ausland, wo sehr viele Arbeiten einfach als multiple choice ablaufen. Selber Texte verfassen ist da nicht. Auch in Mathe, Textaufgaben? Gabs nie.

        Das ist schon eine ziemliche Umstellung, nicht zuletzt wegen des Zeitdrucks. Jahre an Stoff und Entwicklung komprimiert zu vermitteln, das ist eine Mammutaufgabe.
        Tjoa, die Einstellung zum Thema Ferien/Zeit nach der KA und Nachhilfe kommt mir seltsam bekannt vor. Es ist eigentlich ein Elend, weil solche Schüler nicht einsehen können oder wollen, dass die Ferientermine nicht dazu dienen, sie zu quälen (zumindest nicht nur :mrgreen: ), sondern in ihrem eigenen Interesse sind. Und dass sie den Stoff nicht einfach nach der Arbeit vergessen können, sondern auch noch in einem Jahr brauchen werden…

      4. tinatainmentia Autor

        Ohja, letzteres: Wie oft habe ich mich selbst schon den Satz „Nein, nach der Arbeit ist es damit eben NICHT getan, du wirst das IMMER WIEDER brauchen!“ sagen hören? 😀

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