Samstage in der Uni und so

Tja, also, wenn man schon samstags von 9-18 Uhr in der Uni sitzen muss, sollte man ja irgendwie auch was Sinnvolles dabei lernen.

Also. Hoffentlich. Wäre sonst nämlich irgendwie ziemlich bitter.

Mies gelaunt, weil wegen Samstag, noch dazu zu früh für normale Menschen morgenmufflige Tinas sowie aufgrund einer bescheidenen Einstellung dem Seminar gegenüber (Begleitstudiumgedöns, mit dem man bisher nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht hat und sich nicht nur einmal nach der Praktikabilität und dem Sinn des ganzen gefragt hat, noch dazu nannte sich der Spaß personale Kompetenz, worunter man sich quasi alles und nichts, also eben Begleitstudiumswischiwaschi vorstellen konnte).
Dann dachte sich auch der öffentliche Nahverkehr, dass es eigentlich viiiel zu früh für einen Samstagmorgen sei und es dann doch ganz annehmbar wäre, wenn diverse Bähnelchen einfach ausfielen… Sodass ich am Ende frühsportmäßig aktiv werden musste (örgs!) und zum Bahnhof in Stadt x sprinten musste, um die S-Bahn zur Unistadt zu erwischen, vom Bahnhof derselben ich dann wiederum zur Uni sprinten durfte (Ankunft der S-Bahn im Bahnhof Unistadt: 8:53h. Hervorragend.). Hmpf.
Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal meinen Kaffee intus (!).

Der Morgen war also vollständig im Eimer, die Erwartungen an den restlichen Tagesverlauf nicht rosiger und von meiner Laune wollen wir überhaupt gar nicht erst anfangen. Nee, besser nicht.

Dann der große Wendepunkt: Die Seminarleiterin besitzt diese unfassbar wertvolle, aber leider viel zu selten vorkommende Eigenschaft, ein paar Sätze zu sagen, und man schließt sie a) direkt ins Herz und will ihr b) die ganze Zeit zuhören. Uah. Wie macht man das mit dieser Ausstrahlung, wo kriegt man die her und kann ich das mit der schwesterlichen Mastercard bezahlen?! ICH WILL DAS AUCH! *armselig rumquiek und mit dem Fuß aufstampf* Die Frau ist so jemand, dem man das Lehramt als Berufung attestieren würde.
Und ich bin so jemand, den man als total fasziniert und grün vor Neid bezeichnen würde.

Neun Stunden Uni sind, man glaubt es kaum, tatsächlich vergangen wie im Fluge. (Okaaaay, es gab auch 2 Kaffeepäuschen und dann noch eine Mittagspause, aber aber aber… trotzdem!) Und ich habe in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal verstohlen auf dem Schmartphone rumgetippt. ’schwööör! Und ich habe auch sonst niemanden dabei beobachten können, wobei mir sowas eigentlich nie entgeht (da bin ich Profi!), aber vielleicht war ich auch wirklich zu sehr auf die Seminarinhalte konzentriert. Aber hey, jeder weiß doch, was das heutzutage heißt, wenn in so vielen Stunden am Stück niemand auf dem Schmartphone rumtippt… Chapeau, Frau Seminarleiterin!

Im Übrigen hab‘ ich auch tatsächlich, ganz doll wirklich das Gefühl, was gelernt zu haben. Fühlte sich an wie die erste und einzige sinnvolle Veranstaltung seit meinem Seminar bei einer ebenfalls-Lehrerin-aus-Berufung-Dozentin in Fachdidaktik Deutsch. Und dabei könnte ich nicht mal groß Inhalte wiedergeben, was ich denn nun so Neues erfahren habe… Aber irgendwie hat der Seminartag was mit mir gemacht, keine Ahnung, was (#Artikulationsloch), sodass ich das Gefühl habe, ein paar brauchbare Dinge dazugewonnen zu haben. Ich bin gespannt auf die folgenden zwei Samstage, und ja, ich freue mich tatsächlich sogar darauf, diese in der Uni zu verbringen. Irgendwie ein bisschen upgespacet.

Achja: Einen Lerninhalt kann ich doch artikulieren. In Bezug darauf, dass man sich die persönlichen Stärken immer vor Augen halten sollte, sagte die Seminarleiterin, und das meinte sie ganz ernst: „Es ist ja schon was wert, wenn es Ihre Stärke ist, gut schlafen zu können. Jaha, lachen Sie mal nicht, im Ernst jetzt. Das ist verdammt viel Wert, wenn man das kann.“ Tja. Ich hab‘ die coolste Stärke überhaupt 8) – und ich sag doch, die Frau ist sympathisch. 😉

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2 Gedanken zu „Samstage in der Uni und so

  1. teacheridoo

    Toll!! Das freut mich so für Dich. 🙂 (Kaum etwas ist furchtbarer, als wertvolle Samstage mit Sinnlosseminaren zu vergeuden. Das erlebt man ja leider oft genug.)
    Mich machen solche Menschen immer ein bisschen verliebt. Ich wünsche mir dann immer, ich könnte mir so ein Scheibchen Charisma abschneiden.

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    1. Tina

      🙂 jaaha, und wie’s mich erst gefreut hat, ich mit meiner mega negativen Einstellung & Laune… 😀 Das will schon was heißen, dass die Gute mich binnen ein paar Sätzen rumgerissen hat. Das können nur ganz wenige Menschen und es ist immer wieder auf’s Neue beeindruckend, oder? & jaaaa, mir geht es da ganz genauso. Deshalb ja auch „Wie macht man das mit dieser Ausstrahlung, wo kriegt man die her und kann ich das mit der schwesterlichen Mastercard bezahlen?! ICH WILL DAS AUCH! *armselig rumquiek und mit dem Fuß aufstampf*“ 😉 . Und ich glaube, „ein bisschen verliebt“ trifft es dann auch, ich kam nämlich hinterher aus dem Schwärmen den Kommilitonen gegenüber, die das Seminar erst im Mai erwartet, gar nicht mehr raus xD

      Antwort

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