Von „sehr neu[en] und mit Sicherheit auch sehr, sehr gut[en] [Konzepten]“*

Schon seit längerer Zeit, aber besonders intensiv seit gestern wird in so manchen Referendar-Runden und Lehrerzimmern die Idee diskutiert, Gymnasiallehrer in die Grundschulen zu schicken, um den Lehrermangel in der Primarstufe mit potentiellen Arbeitslosen in den Sekundarstufen zu kompensieren. 

„Sehr, sehr gut“ findet das in meinem Umfeld niemand. Die Kultusministerin aber schon.
Gestern gab es nicht nur ein Radiointerview dazu, sondern auch noch ein schickes offizielles Schreiben, das sich an die (künftigen) Gymnasiallehrer unseres Bundesland richtete. (Dieses ist über Google übrigens recht leicht zu finden, verlinken möchte ich das unsägliche Ding höchst ungern.)

Das Schreiben beginnt so schön erbaulich mit einem Absatz zu über 2.000 Bewerberinnen und Bewerbern, die am Gymnasium vor allem mit den Fächern Deutsch, Englisch (*meld*), Geschichte und Spanisch keine Stelle erhalten haben – eine Situation, die sich „in der Einstellungsrunde 2018 weiter verschärfen [wird]“. 

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And so it begins…

… mit dem Wahnsinn am Studienseminar, das sich in seinem ganzen ausgeschriebenen Glanz Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung [Ort] schimpft und dessen Stundenverteilung, naja, sagen wir mal, fragwürdig ist. Ja, man kann 30 Zeitstunden reinen Inputs auf drei statt auf fünf Wochentage aufteilen. Warum man das tut, ist mir jetzt allerdings nicht so wirklich klar. 

Von dieser unsäglichen Aufteilung, die zu müde, Hunger, Kopfweh in Dauerschleife führt (ja, ja, man hat deshalb dann auch ein langes Wochenende, aber darauf würde ich lieber zugunsten einer angemesseneren Verteilung verzichten) mal abgesehen, ist es bislang ganz ok bis manchmal sogar nett

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Referendariat: Überlebensstrategien

Spätestens jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich versuche, mich mental auf dieses gelbgrünlilane Monster namens Ref vorzubereiten.
Gleich vorweg: Nein, ich habe nicht wirklich viel Positives dazu gehört, was mir schon länger Sorgen bereitet, und Bob Blume mit seiner Blogparade #refisbelike jetzt glücklicherweise zu ändern versucht.  Aber nein, ich glaube nicht, dass ich mich grundsätzlich nur mit negativen oder gänzlich ungeeigneten Menschen umgebe. Ich finde es auch nicht grundsätzlich schlimm, dass mir „viel Angst gemacht“ wurde, weil es mir lieber ist, wenn Leute ehrlich sind, als einem Friede-Freude-Eierkuchen vorzugaukeln. Hier also Beispiele, weshalb ich jetzt – theatralisch wie immer – „Überlebensstrategien“, die dann weiter unten folgen werden, zu entwickeln versuche:

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Das Referendariat: Baden-Württemberg (GYM)

Da Lotta die Idee hatte, eine Übersicht über den bildungsföderalistischen Dschungel zu erstellen, was das Referendariat angeht, schreibe ich hier meinen Gastbeitrag über das Ref in Baden-Württemberg (oh the joy).

Wer sich durchquälen möchte, darf gerne weiterlesen. 😉

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Vom Ende des Studiums.

Tja, und auf einmal ist es so weit: Nach fünf schönen, spannenden, manchmal vielleicht auch etwas stressigen Jahren und einem knappen halben Jahr an intensiver Auseinandersetzung mit einigen Themen ist es dann da, das, worauf man so lange hingearbeitet hatte: Das Staatsexamen.

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Shorty: Frau Studi, die Nonne

Bei den Fünfern.

Miriam: „Frau Studi, ich hab da mal noch ne Frage.“

Tinalise: „Was denn?“

„Interessiert mich voll. Wollen Sie heiraten?“

„Öhm… wird das ein Antrag?“

„Hihi, nein, so ganz allgemein.“

„Nee, eigentlich nicht.“

Tim: „Oha, sind Sie ne Nonne? O_O“

Seval: „LEUTE!!! FRAU STUDI IST NE NONNE!!!“ 

Reform der Reform zur Prä-Reformzeit

Neulich habe ich mich über diesen Beitrag amüsiert. Baden-Württemberg möchte also zurück zu den Leistungsfächern, was ich wirklich nur begrüßen kann – dieser seltsame Mischmasch von vierstündigen Kursen, die irgendwo zwischen dem, was ich als Grundkurs und dem, was ich als Leistungskurs verstehe, schweben, ergibt für mich wirklich nicht viel Sinn.
Amüsant fand ich, dass ich aus einem Bundesland komme, in dem es drei „Intensivkurse“ à fünf Wochenstunden gibt, was an meiner baden-württembergischen Uni immer eher belächelt wurde, obwohl ich das System wirklich sinnvoll finde (…und mich dieses System, mal ganz am Rande, hervorragend auf das Studium vorbereitet hat!). Und siehe da, plötzlich gilt das als „neues Konzept“, nun denn. 

Ich bin gespannt auf Ende Juni, da soll der Vorschlag angeblich stehen. Nach all den Reformen klingt das doch ein bisschen nach back to the roots – die CDU BaWü spricht wieder von Leistungsfächern; an einer Schule, die sowohl G8 als auch G9 anbietet, gab es neulich ~180 Anmeldungen für G9 und noch ganze fünf für G8. Vielleicht kommt hier auch irgendwann der Vorschlag um G8 1/2 auf und alle sind ganz aus dem Häuschen? 😉

Es bleibt spannend.