Von Grübeleien.

Lange ist’s her, dass ich einen richtigen Beitrag geschrieben habe, ich weiß. Das letzte Fachsemester (oh Schreck!) war in vollem Gange, dazu kommt zweimal die Woche die (unverändert chaotische) Arbeit an der Schule, und das, was das Leben eben sonst noch so mit sich bringt – Sport, soziale Kontakte, Netflix😉 und Co. Aber jetzt gibt es mal wieder einen richtigen Anlass für einen Beitrag, denn ich bin ins Grübeln gekommen.

Es handelt sich um ein Grübeln, das ziemlich große Konsequenzen nach sich ziehen würde – es geht darum, wie mein weiterer Lebensweg aussehen wird. Bis vor kurzem war ich ziemlich sicher, dass ich mich nächstes Jahr von der Uni verabschieden und kurz darauf dem höllischen Ref widmen würde (nein, ich habe hierbei keinerlei Illusionen, dass das Ref „gar nicht so schlimm“ sein könnte). Das war der Plan. Eigentlich. 

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Ein Gespräch über Schulsysteme.

Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem meiner Dozenten über das deutsche Bildungssystem. Er, der selbst nicht unser System durchlaufen hat, sondern selbst in einem anderen europäischen Land aufgewachsen ist, ist ein starker Kritiker. 

Ich muss ehrlich sagen, dass ich finde, dass jedes System Vor- und Nachteile hat, und ich das deutsche System trotz offensichtlich existenter Mängel nicht für so furchtbar schlecht halte. Ich finde nicht, dass jeder Schüler denselben Bildungsabschluss, sprich Abitur, denn darauf würde es hinauslaufen, haben muss. Ich glaube nicht, dass jeder Abi und Studium braucht, und im Gegenzug denke ich, dass es viele angesehene Ausbildungsberufe gibt, was in anderen Ländern oftmals nicht der Fall ist. Wenn jeder erst mal aus Prinzip aufs College/in die Uni müsste, um gesellschaftlich zumindest halbwegs anerkannt zu werden, fände ich das gar nicht toll.
Dazu gebe ich offen zu: Ich persönlich hatte keine wirklichen Probleme mit unserem System, auch nicht mit dem, was von mir am Gymnasium gefordert wurde. Das heißt nicht, dass ich ein Universalgenie bin, aber dass ich alles machbar fand, um in jeder Klassenstufe jedes Fach zumindest zu bestehen (wenn auch nicht unbedingt glanzvoll – an dieser Stelle Grüße an meinen Physiklehrer und an das Mathe-Abitur). 

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Tinalise bei Twitter

Ja, am 30. September 2016 hat der Trend auch mich eingeholt:

Tinalise ist jetzt bei Twitter.

Was das wird, weiß ich auch noch nicht so genau, aber es ist aus einer Mischung aus dem neugierigen Stalken Nachlesen bei Kielerkrimskrams, der Frau Hilde, Teacheridoo und Co und der jüngsten Prokrastinationswelle entstanden. 

Wer möchte, darf reinschauen, wer nicht möchte, darf auch weiterhin nur in der Bloggersphäre bleiben (ich sehe Pi-Er schon die Nase rümpfen! :D). 

Von Berufsvorstellungen.

Ich wundere mich seit geraumer Zeit immer öfter darüber, was Kinder für Berufsvorstellungen haben, und wo diese eigentlich herkommen. Und was das über unsere Gesellschaft und ihr Bild von einigen bodenständigen (Ausbildungs-)Berufen aussagt.
Klar, im Kindergarten oder vielleicht noch in der Grundschule ist es gängig, dass man Astronaut oder Pilot oder sonst was Seltenes, enorm Anspruchsvolles, werden möchte, weil das eben cool ist. Aber dann?

Meine Sechstklässler beschweren sich heute, dass Berichteschreiben total unnötig sei, weil das sowieso kein Mensch brauche. Ich gebe zu bedenken, dass sie es in den kommenden Schuljahren beispielsweise für ihre Praktika, später aber auch in einigen Berufen brauchen könnten.

„Ähhhhm nee, Frau Studi“, widerspricht Anna da. „Wir sind doch schließlich auf dem Gymnasium!“

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Von Integration II

Vor einem halben Jahr schrieb ich schon mal von unseren Flüchtlingskindern. Ich muss sagen, dass sie mit die angenehmsten Schüler sind, die mir an der Tinalise-Schule unterkommen. Sie begegnen mir (bzw. den Lehrkräften generell) mit Respekt, sie hören auf das, was man ihnen sagt, sind stets freundlich und bedanken sich sogar für den Unterricht. Ich habe keinerlei negativen Erfahrungen mit ihnen gemacht, und das meine ich ganz ehrlich. Ich mag die Kinder unheimlich gerne.

Deshalb ist es für mich kein Problem, in einer Stunde doppelte Aufsicht zu führen. Die Lehrerin, die am Nachmittag die ganzen Kids aus den unterschiedlichen Klassenstufen zusammenpfercht, um Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, hat ein Gespräch mit dem Schulleiter, und da ich meine Sechser im Klassensaal nebenan hüte, bekomme ich die Aufsichtspflicht übertragen. Mit manchen Klassen an dieser Schule wäre es der blanke Horror (ausnahmsweise mal keine Übertreibung), denn die verhalten sich schon schwierig, wenn eine Lehrkraft im Raum ist. Sowohl mit den Sechsern als auch mit der Flüchtlingsklasse ist das aber kein Thema. 

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Von Liebesbriefen

Also, langsam beginne ich, mich alt zu fühlen, wenn ich sage: Zu unserer Zeit war das irgendwie noch alles anders. In der sechsten Klasse fanden wir Jungs eklig, was auf Gegenseitigkeit beruhte, und es war schon eine Zumutung, neben einem Exemplar des anderen Geschlechts sitzen zu müssen.

Heute schreiben die Sechstklässler Liebesbriefchen. Und auch hier hat sich etwas Entscheidendes geändert: Während sowas bei uns – wenn überhaupt – klammheimlich geschah, wird das heute aus unerfindlichen Gründen vor der gesamten Klasse demonstriert. Warum? 

Erstens hätte ich mich – obgleich ich gestehen muss, niemals einen Willst du mit mir gehen? Brief geschrieben zu haben (hab‘ ich da was verpasst?) – in Grund und Boden geschämt, wenn das irgendwer mitbekommen hätte. Zweitens kann man dadurch als Lehrperson nicht mal so tun, als hätte man es nicht mitbekommen (Mensch!), weil sich die ganze Klasse darauf stürzt, wenn Vanessa demonstrativ zu Tom läuft und ihm feierlich den Brief überreicht. Nochmal: Warum?

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