Shorty: Geographie-Probleme

Marek und Tobias, beide Klasse 8, kommen wild auf mich zugestürmt. 

„FRAU STUDI, ganz wichtige Frage: Wo liegt Kolumbien? In Südamerika oder in Russland?!“

„… in RUSSLAND!? Wie bitte? Nee, Kolumbien liegt natürlich in Südamerika. Wieso sollte das denn in Russland liegen?“

„*quiiiiiek* Siehst du Marek, ich hab’s dir gesagt! Hahaha! Ich hab‘ gesagt, das liegt in Südamerika!“

Marek, schmollend: „Sind Sie Geographie-Lehrerin?“

„Äh, nein?“

Marek, mit aufhellender Miene: „Dann haben Sie bestimmt nicht Recht! Dann können Sie das ja nicht wissen!“

?! …Ok. 5 Minuten später: „Der Herr H., der ist Geo-Lehrer, der sagt auch, dass Kolumbien in Südamerika liegt!“

„Sag ich doch. Auch ohne Geographie-Studium.“

„… aber man spricht da schon Russisch, oder?!“

Von der nächsten Runde

Bald geht es wieder los: Die Schulsommerferien neigen sich dem Ende zu, und die vorlesungsfreie Zeit rennt gleich hinterher.

Gerade befinde ich mich im Endspurt der letzten Hausarbeit meines Lebens [insert ‚Jubelgeschrei‘], das Äquivalent zur Master-Arbeit mal ausgenommen, was sich unglaublich gut und trotzdem doch auch ein bisschen komisch anfühlt. Die letzte Hausarbeit, nach raschem Durchzählen übrigens Nummer 18. Ich war wahrlich nie ein Freund davon, obgleich es sich, wenn man erst mal im Schreiben drin war, gar nicht mehr so schrecklich anfühlte. Eine Hausarbeit bringt doch immer einen unglaublichen Berg an Recherche-, Sortierungs- und Schreibarbeit mit sich. Und mir persönlich geht das wissenschaftliche Arbeiten ja mehr auf die Nerven als alles andere, weil der Eigenanteil, den man leisten darf, doch ziemlich gering ist und man sich überwiegend damit befassen darf, gefühlt hunderte Exemplare von Sekundärliteratur zu wälzen und die Meinungen irgendwelcher großen Namen zusammenzutragen und irgendwie so hinzubasteln, dass es auf 15, 20 oder 25 Seiten Sinn ergibt. Die selbstständige Analyse und Interpretation literarischer Texte, die mir in der Schule so viel Freude bereitet hat, findet an der Uni einfach kaum ihren Platz. Schade, das.
Andererseits stellt die letzte Hausarbeit auch irgendwie ein Signal dar, dass sich das Studium wirklich dem Ende zuneigt. Und dabei ist es doch gefühlt erst zwei Semesterchen her, dass ich mich an der großen Uni zurechtfinden musste, hektisch Räume gesucht habe (ok, je nachdem, an welchem dubiosen Ende der Welt des Campus sich so ein Raum befindet, kann das auch nach mehreren Jahren noch vorkommen) und mich von der schier nie enden wollenden Prüfungsordnung einschüchtern lassen habe. Irgendwie seltsam.

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You never walk alone?

Ich bin heute Abend nicht viel weniger fassungslos als ich es heute Morgen war, als ich aufwachte, auf meinem Smartphone etwas las von „knappe Entscheidung“, klar mit einem knappen „Remain“ gerechnet hatte und aus allen Wolken gefallen war.

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem ich das Vereinigte Königreich verlassen habe, hat das Vereinigte Königreich jetzt uns verlassen. Oder zumindest dafür gestimmt, möglichst bald „AdiEU“ zu sagen. Ich kann es wirklich nicht glauben und bin gleichzeitig wütend und traurig. Und ich fühle mit all meinen britischen Freunden, die das definitiv verhindern wollten und heute Morgen Dinge wie „Please stop the world – I want to get off“ und „I’ve never been more ashamed of being British than I am today“ gepostet haben. 

So viel zu you never walk alone und europäischen Werten. Wie irgendein Mensch im Internet zynisch von sich gab: „Wer hätte gedacht, dass die Briten länger in der EM bleiben würden als in der EU?“ Wenn das mal nicht auch das Ende des großen, Vereinigten Königreichs bedeutet (die Schotten haben’s ja schon vorher angekündigt, dass es Konsequenzen haben wird, und die Nordiren haben auch klar für ein Verbleiben in der EU gestimmt). 

Mir fällt dazu nicht mehr viel ein. Great Britan isn’t really that great anymore.
Oder wie J.K. Rowling es formulierte:

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Tja. Da bleibt uns wohl nicht mehr viel übrig, als unserem Auswärtigen Amt in den Pub zu folgen…

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Not my hair, you b****!

Die Lieblingssechste Klasse, bei denen man immer nur Stoßgebete senden muss, dass sich keiner in der eigenen Aufsichtspflicht aus dem Fenster stürzt oder einen Mitschüler umbringt, war letztens kurz vor Stundenbeginn damit beschäftigt, sich gegenseitig Apfelsaft über den Kopf zu gießen. Ja, Apfelsaft. Ihh, klebrig. Ob die sich davon einen schöneren Glanz oder einen porenfreien Teint im Gesicht erhofft haben?! Man weiß es nicht. 

Mehmet, der denkt, jede Schulstunde sei ein Schönheitswettbewerb und er ein eitles Topmodel (Anm.: Ja, er ist Sechstklässler, und so um die 11 Jahre alt!), ist normalerweise die meiste Zeit mit Haarekämmen oder mit Haaregelen beschäftigt. Da kennt er nix: Die Frisur muss sitzen, wenn man den nächsten Tadel/Verweis oder die nächste 5 kassiert (Klassenbücher können so spannend sein. Wenn es nicht so traurig wäre, fände ich es einfach nur beruhigend, dass es vor Einträgen nur so strotzt und ganz offensichtlich nicht nur ich mit dieser LieblingsKlasse so gar nicht klarkomme). 

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Warum unser Studiengang einfach unverschämt ist…

Nachdem ich mich hier schon mal nach bestem Wissen und Gewissen und in aller Ausführlichkeit über das ätzende Staatsexamen ausgelassen habe, kommt hier noch mal ein Punkt dazu:

Seit geraumer Zeit versuche ich, meinen letzten Schein in einem Modul bei einem Dozenten machen zu können, der mich wenigstens dann auch prüfen darf. Die anderen Scheine habe ich im Laufe des Studiums nämlich bei irgendwem erworben, teilweise, weil ich das mit der Prüferknappheit noch nicht wusste, teilweise, weil ich nicht ewig alle Scheine rausschieben kann, bis den Herrschaften mal einfällt, dass sie auch ein Seminar anbieten könnten. 

Nachdem ich also auch dieses Semester nicht meinen Schein in der Disziplin erwerben konnte und das neue Vorlesungsverzeichnis schon „vorläufig“ steht, ist mir die Hutschnur geplatzt: 9 Parallelseminare, aber null prüfungsberechtigte Dozenten, die diese anbieten. (Mind you, selbstverständlich sind die Herrschaften, die brav Seminare anbieten, prüfungsberechtigt. Für Bachelor-Menschen. Für Master-Menschen. Quasi für alle, nur nicht fürs Examen, weil da das Landeslehrerprüfungsamt seine Finger im Spiel hat und ziemlich geizig ist mit Prüfungsberechtigungen: Fününününüh, aber ohne einen Professor, der Ihren Namen schmückt, können Sie ja wohl nicht die zukünftigen armen Säue Referendare unseres „wir sind fast die Elite Deutschlands“-Bundeslandes prüfen, wo kämen wir denn da hin!)

Jetzt gibt’s erst mal eine gesammelte Beschwerdemail an den obersten Verantwortlichen des Fachbereichs. Kann ja nicht sein, hier. 

Shorty: Kommilitonen und Facebook, die xte

Huuuuhu an alleeee, die [KURS] bei [DOZENT] am DONNERSTAG besucht haben. Gibt es was Neues bezüglich dem Essay des Essays? Daaaaaaankeee :-*❤❤

Also, das einzig Wichtige ist eigentlich nur, dass er die Deadline auf die Woche drauf verschoben hat.

Wie jetzt, DEADLINE?!?!?!?!?!?!?!?! :O